Yoga macht Kindern Spass

Ursprünglich wurde Yoga für erwachsene Männer konzipiert, doch in der westlichen Gesellschaft begeistern sich vor allem Frauen für die indische Lehre. Nun zeigt sich: Yoga eignet sich für die ganze Familie – und nutzt auch Kindern: Yoga fördert Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Konzentration.

Yoga für Kinder macht Spass.

Yoga schult bei Kindern Beweglichkeit und Geschicklichkeit. Foto: ©iStockphoto.com/kornkaew kiattiseranee

Florian stellt sich aufrecht hin. Die Arme streckt er nach oben. Er stellt sich vor, er wäre ein Berg. Nun fühlt er sich stark und mächtig. Florian macht Yoga – Yoga für Kinder.

Die Lehre von Yoga, die sich vor mehreren tausend Jahren in Indien entwickelt hat, ist längst auch in der westlichen Gesellschaft angekommen. Yoga – das ist die Kunst, den Geist zu schulen und zu vervollkommnen. Sich nicht ablenken zu lassen von den Äusserlichkeiten des alltäglichen Lebens, sondern danach zu streben, Herr über das eigene Denken zu sein. Körperliche und geistige Übungen führen diesem Ziel näher.

Yoga: Sinnvoll für die ganze Familie

Was so erwachsen und so kopflastig klingt, scheint auf den ersten Blick nicht zur Spontanität und zum ungestümen Bewegungsdrang von Kindern zu passen. Und doch: Yoga macht auch Kindern Spass. «Yoga wird Kindern anders als Erwachsenen vermittelt», erklärt Thomas Bannenberg, der in der Schweiz Ausbildungslehrgänge für Yoga-Lehrer zum Thema «Yoga für Kinder» anbietet. «Kinder wollen etwas tun. Sie brauchen keine langen Erklärungen, wie und warum sie es tun sollen. In diesem Sinne üben Kinder auch nicht Yoga – sie sind es.»

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen der Übungspraxis von Erwachsenen und Kindern liegt in der Übungsdauer der Haltungen. «Der Grund: Das Herz-Kreislauf-System des Kindes ist viel kleiner als das des Erwachsenen», sagt Thomas Bannenberg. «Deshalb tritt die Wirkung der Übungen schneller ein.» Da Kinder weniger Kraft als Erwachsene haben, können sie einige Übungen nicht lange halten. So wiederholen sie die Haltungen, gehen also mehrere Male in die gleiche Position und wieder heraus, während Erwachsene üblicherweise nur ein Mal, dafür aber länger in eine Position gehen und dann mit der nächsten weitermachen.»

Yoga tut Kindern gut

Der Nutzen ist hoch. «Mit Yoga können Kinder Bewegung und Geschicklichkeit schulen», weiss die Heilpädagogin und dipl. Yogalehrerin YS/EYU, Carla Felber. «Ihre angeborene Neugier und Vorstellungskraft inspiriert sie zum Nachahmen der Stellungen. Der kreative Umgang mit den Übungen fördert die Vorstellungskraft und Fantasie. Sie nehmen die Atmung wahr, erleben Stille und lernen so, der Hektik des Alltags etwas entgegenzusetzen. Positive Auswirkungen von Yoga auf die Persönlichkeitsentwicklung und die Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sind unbestritten.»

Wann Kinder mit Yoga beginnen können

Schon Dreijährige können sich – ganz spielerisch - mit Yoga vertraut machen. Thomas Bannenberg: «Während bei den jüngeren Kindern die Bewegungen im Vordergrund stehen, zeigen bereits die Dritt- und Viertklässler wachsendes Interesse an Konzentrations- und Meditationsübungen.» Das ist das Alter, in dem gemäss indischer Literatur die Yoga-Praxis beginnt. «Im Schulalter sind die Kinder in der Regel körperlich und auch emotional bereit, sich auf wesentliche Elemente des Yoga einzulassen», weiss auch Carla Felber.

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