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Tipps für Eltern zum Thema Kinder brauchen Freunde

Ein Besuch soll berechtigt sein. Bekommen Sie also mit, dass das Kind oft von seinem Freund erzählt, der Freund Ihr Kind freudig begrüsst und dieser Zustand längere Zeit anhält, ist es der richtige Zeitpunkt für einen Besuch, allerdings nur, wenn beide Kinder dies ausdrücklich wünschen.

Fragen Sie bei der Erzieherin nach, wie sie die Freundschaft sieht. Erkundigen Sie sich bei ihr nach den Eltern und lassen sich die Nummer geben. Besprechen Sie dann wann und wo das erste Treffen stattfinden soll.

Es kann ein absoluter Glückstreffer sein, die Familie ist supernett und die Eltern schliessen auch bald Freundschaft untereinander. Glückwunsch! Ist Ihnen die Familie nicht geheuer, weil sie anders wohnen oder andere Ansichten haben, überdenken Sie erstmals mögliche Vorurteile. Bleibt aber das schlechte Gefühl, weil die Kinder viele Süssigkeiten bekommen oder nur vor der Glotze sitzen, sollten Sie das Gespräch suchen. Vielleicht können diese kleinen Widrigkeiten unproblematisch gelöst werden.

Möchten Sie definitiv nicht, aus welchen Gründen auch immer, dass diese Freundschaft sich intensiviert und Ihr Kind bei der Familie des Freundes zu Gast ist, müssen Sie Ihrem Kind gegenüber ehrlich sein. Mit einer klaren Position der Eltern kann ein Kind viel besser umgehen, als fadenscheinige Versprechen, die dann sowieso nicht eingehalten werden.

Es gibt Kinder, die sich gerne bei allen möglichen Kindern einladen und deren Eltern froh sind, wenn sie ihre Ruhe haben. Wenn Ihr Kind mit diesem Kind ansonsten nichts verbindet, gibt es keinen Grund für einen solchen Besuch. Erklären Sie Ihrem Kind, warum solch ein Besuch keinen Sinn macht.

In fast jeder Gruppe gibt es ein, zwei Heroes: einer mit grosser Klappe und Durchsetzungskraft und ein Kind, welches immer mit den neusten Spielsachen angeben kann. Diese sind dann die Stars bei den anderen Kindern. Will der Nachwuchs unbedingt auch so sein und gerade diese beiden einladen, ist dies ein willkommener Anlass seine Schwärmerei zu thematisieren.

Warum Freundschaften wichtig sind

Eltern sollten positive Freundschaften unterstützen. Klar, solche Nachmittage können chaotisch verlaufen und das Kinderzimmer muss nachher renoviert werden. Aber nur aus Angst vor Unordnung und Lautstärke Besuche von Freunden einzugrenzen, ist nicht empfehlenswert. Kinder lernen durch Freunde wichtige Basics im Umgang mit anderen Menschen wie Kommunikation, Vertrauen, Durchsetzungsfähigkeit, Wertschätzung, Geborgenheit, Unterstützung, Gemeinsamkeit und ganz einfach macht es auch Spass Freunde zu haben. Sie lernen Nein zu sagen, wenn der Freund das heilige Piratenschiff rüde anfasst, haben jemand der sie unterstützt, wenn die anderen Kinder im Kindergarten über den missglückten Purzelbaum lachen oder bekommen auch ein klares Feedback wenn sie sich selbst egoistisch und unmöglich verhalten.

Die wenigsten Freundschaften aus dem Sandkasten halten ein Leben lang, aber die schönen Erinnerungen bleiben: Die Verbundenheit als man der Erzieherin steif und fest gegenüber behauptete «wir haben die Klos nicht überflutet» oder den Süssigkeitennachmittag in Mamas Speisekammer. Eltern sollten ihren Kindern diese wichtigen Erfahrungen keinesfalls verwehren.

Bilderbücher zum Thema Freundschaften bei Kindern

  • Piggeldy und Frederick: Was ist Freundschaft? von Elke Loewe und Dieter Loewe
  • Lukas im Kindergarten: Oder: Wie man einen Freund findet [Gebundene Ausgabe]

Text: Natascha Mahle

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