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So finden Sie die richtige Lernmethode für Ihr Kind

Ihr Kind hat Probleme damit, für die Schule zu lernen? Sie wollen helfen, aber es klappt nicht? Der schulische Heilpädagoge Michael Berger hilft Ihnen, Ihre Ansätze zu hinterfragen, damit Sie die richtige Lernmethode für Ihr Kind finden.

Lernmethode finden.

Wer für sein Kind die richtige Lernmethode finden will, muss sich auch selbst hinterfragen. Foto: Kerkez, iStock, Getty Images Plus

Sich Wissen anzueignen ist auf vielen Wegen möglich. Ihr Kind tut dies nicht nur in der Schule, sondern auch während seiner Hobbys oder wenn es tüftelt. Dank des Internets kann es zudem auf ein schier unendliches Wissen zurückgreifen und die Suchmaschinen helfen, alles in Sekundenschnelle zu finden.

Alles scheint so einfach, doch ganz so einfach ist es eben nicht. Diese Menge an Wissen und all die möglichen Lernmethoden können auch für Verwirrung sorgen, was ich in meinem Berufsalltag und in meinem Umfeld immer wieder beobachten konnte. Über einen langen Zeitraum habe ich nach Lösungen gesucht, welche diesen Missstand beheben können. Immer wieder musste ich erkennen, dass die Inhalte und Methoden dem Ziel angepasst werden müssen.

«So habe ich das immer gemacht»

Eltern haben während ihrer eigenen Schulzeit, der Ausbildung oder bei einem Hobby vermittelt bekommen, wie man sich das nötige Wissen und Können aneignen kann. In ihrer Rolle als Eltern geben sie nun den Rat weiter und das Kind verlässt sich auf ihr Wissen.

Wenn die angewandte Methode funktioniert, erfreuen sie sich an guten Noten und sie fühlen sich in ihrem Einsatz bestätigt. Doch was tun, wenn die altbekannten, bewährten Methoden nicht mehr funktionieren? Viele flüchten sich ins Üben, zweifeln an ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen, vielleicht sogar an der Intelligenz des Kindes. Sie investieren zusätzliche Zeit und doch bleiben sie der erlernten Methode treu. Schlussendlich bleibt oftmals die Enttäuschung über das Resultat oder den verhältnismässig hohen Aufwand. Aber das muss nicht sein.

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

«Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten»: Dieses Zitat von Albert Einstein passt gut zum Thema Lernen. Solange ein Weg funktioniert und er für alle Beteiligten stimmig ist, würde ich ihn beibehalten, da Gewohnheiten Ruhe und Gelassenheit geben. Sollte das nicht der Fall sein, benötigt es eine Veränderung. Dies kann die Art des Lernens betreffen, genauso wie den Zeitpunkt, die Lernumgebung oder die Lernpartner, um nur einige Faktoren zu nennen.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Welche Lerngewohnheiten vermittle ich meinem Kind?
  • Sind diese Gewohnheiten zielführend?
  • Mit welcher Methode habe ich gelernt?
  • War diese Methode erfolgreich?
  • Was hat nicht funktioniert?

Dieses Fragen können Sie sowohl alleine, als auch mit Unterstützung beantworten. Sobald man sich über diese Punkte im Klaren ist, folgt der Schritt zur Veränderung. Sie verändern alles, was aus Ihrer Sicht Erfolg versprechen könnte und versuchen es nochmals.

Was ich hier vorschlage, ist das Nachdenken über das eigene Lernen, was auch als Metakognition bezeichnet werden kann. Hierbei unterscheiden wir zwischen metakognitivem Wissen und metakognitiven Strategien. Metakognitives Wissen beinhaltet das eigene Lernen und Denken. Die Lernprozesse und Kompetenzen werden sich selbst bewusst gemacht. Man beobachtet also das eigene Lernen und Wissen, um zum Ziel zu gelangen. Helfen Sie Ihrem Kind zum Beispiel beim Führen eines Lerntagebuches. Mir ist bewusst, dass dieser Vorschlag mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden ist, doch er gibt Ihnen die benötigten Informationen. 

Bei den metakognitiven Strategien oder auch den exekutiven Funktionen geht es um das Planen des Lernens, das Aktivieren des Vorwissens und eine gezielte Auswahl der Lernaktivität.

Das Lernen richtig planen

  • Was muss mein Kind können?
  • Wie wird es getestet?
  • Muss mein Kind mündlich oder schriftlich antworten?
  • Kennt es die Lernziele?

Dieser Aufwand wirkt zu Beginn etwas mühsam und der Nutzen ist nicht direkt ersichtlich. Sobald sie jedoch diese Fragen geklärt haben und ein gezieltes Lernen möglich ist, erspart es Zeit. Alles wird zielgerichtet ausgeführt, womit die Aussicht auf die gewünschten Resultate steigt.

Versuchen Sie es!

Michael Berger gezielt lernen

Michael Berger ist Schulischer Heilpädagoge und in seiner ersten Ausbildung Kindergartenlehrperson. Mittlerweile hat er auf jeder Schulstufe unterrichtet und ist nun auf der Oberstufe tätig. Auf seiner Online-Plattform gezielt-lernen.ch wendet er sich an Eltern und andere Interessierte und gibt auf dem dazugehörigen Blog Tipps rund ums Lernen. Mit seiner Lernberatung unterstützt er Eltern und Lehrer rund ums Lernen und im sonderpädagogischen Bereich.