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Ufzgi, Lernen und Hobbys: So hat alles Platz im Alltag - ohne Stress

Zeitmanagement - ein Thema mit dem auch Erwachsene hadern. Wie also soll es einem Kind gelingen, die Zeit für Hausaufgaben, fürs Lernen und für Freizeitaktivitäten richtig einzuteilen, so dass kein Stress aufkommt? Der schulische Heilpädagoge Michael Berger verrät Ihnen, wie Sie in fünf Schritten einen Wochenplan erstellen, indem alles Platz hat. 

Zeitmanagement Uhr STress

Zu wenig Zeit? Fixieren Sie klare Zeitfenster - und stellen Sie, wenn nötig auch den Wecker, damit Sie diese einhalten. Bild: Getty Image Plus, kool99

Wir alle kennen Stress. Stress bei der Arbeit und Stress zu Hause – überall kommt es immer wieder zu Stress und zwar genau dann, wenn man es sich eigentlich nicht leisten kann. Auch Ihr Kind ist immer wieder Stress ausgesetzt. Die Schulzeit ist diesbezüglich keine Oase. Prüfungen, Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten sind oft nur schwer vereinbar. Von den Kindern wird einiges erwartet. Und wenn schon den Erwachsenen ein stressfreier Alltag kaum gelingt, wie soll es denn ein Kind besser können?

Ein Urinstinkt, der unseren Körper bis heute schützt

Doch, was genau ist Stress? Stress bedeutet vereinfacht gesagt Druck oder Spannung. Er ist im eigentlichen ein Schutzmechanismus. Der Körper bereitet sich auf eine Gefahr vor und nutzt dafür die vorhandene Energie, um entweder zu flüchten oder zu kämpfen. In unserer Zeit ist das nicht mehr direkt lebensbedrohlich, aber wir verspüren diesen Stress trotzdem und nehmen die Situation als Bedrohung war. Oftmals hat dies mit der Zeit zu tun, in welcher wir etwas erledigen möchten sowie mit der eigenen Erwartungshaltung. Die Zeit ist hierbei sicherlich einfacher zu kontrollieren als die eigene Erwartungshaltung.

Das Problem ist, dass du glaubst, du hast Zeit. 

Dieses Zitat von Buddha beschreibt das Hauptproblem voll und ganz. Oftmals wissen wir frühzeitig, was zu erledigen ist, oder was wir tun möchten. Wir könnten also stressfrei unser Ziel erreichen. Da wir annehmen, genügend Zeit zu haben, schieben wir die Aufgaben oftmals heraus oder wir unterschätzen den Aufwand. Wir kennen es aus allen möglichen Bereichen des Lebens: Abgabetermine im Beruf oder der Schule, wie auch Haushaltsarbeiten oder Versprechen anderen gegenüber.

Doch warum geben wir erst richtig Gas, wenn die Zeit knapp wird und der Stresspegel am höchsten ist? Mit der vollen Zeit zur Verfügung wäre es doch deutlich einfacher und angenehmer. Was also können wir tun, um diesen Stressfaktor möglichst gut zu kontrollieren? Das Zauberwort heisst: Planung.  

Arbeitszeit und Freizeit klar trennen

"Ich habe keine Zeit für eine Planung!" Wie oft habe ich das schon gehört? Egal, ob von Schülern oder Freunden. Meine Antwort ist immer dieselbe: "Du hast keine Zeit, nicht zu planen!" Planung wird von vielen als Zeitfresser angeschaut und unter Druck ist es eine zusätzliche Aufgabe, welche man nicht auch noch bewältigen möchte. Trotzdem ist sie unglaublich hilfreich. Die fehlende Zeit ist nämlich vielfach nur ein Vermischen von Zeiten. Anstatt klare Arbeitszeiten und Freizeiten zu definieren, verlieren wir uns viel zu oft in "Müllzeiten".

Müllzeiten sind die Zeitabschnitte, welche ich nicht richtig nutze, in welcher sich die Arbeitszeit und die Freizeit vermischt. Ich unterlasse meine Arbeit und habe dabei ein schlechtes Gewissen, weil ich am Smartphone spiele und dadurch den Fokus verliere. Die Arbeit verlängert sich und während ich arbeite, sehne ich mich nach Freizeit. Diese Zeit ist verschwendet, da ich weder meine Arbeit erledige, noch meine Freizeit geniessen kann. Die klare Trennung gilt es zu versuchen. Hierfür benötige ich eine Planung, ich muss wissen was zu tun ist, damit ich auch zu meiner wohlverdienten Erholung komme.

Da diese strukturierte Arbeitsweise auch für Erwachsene schwierig ist, benötigt Ihr Kind Hilfe dabei.

Diese fünf Tipps haben sich im Alltag bewährt:

1 Alles aufschreiben was es zu tun gibt

Notieren Sie alle Aufgaben, welche Ihr Kind zu erledigen hat. Schauen Sie auch voraus, gibt es grössere Arbeiten, die zu einem späteren Zeitpunkt abgegeben werden müssen und viel Zeit in Anspruch nehmen?

2 Benötigte Zeit abschätzen

Schätzen Sie den Aufwand. Wie umfangreich ist diese Aufgabe? Rechnen Sie grosszügig und planen sie Reservezeit ein pro Aufgabe (ca. 5-10 min)

3 Prioritäten setzen

Überlegen Sie sich, was dringend zu tun ist. Was muss alles an einem Tag erledigt werden?

4 Mögliche Zeitfenster herausfinden

Ein Tages- oder Wochenplan ist hierbei hilfreich. Notieren Sie dabei auch, wenn Ihr Kind weitere Termine (Musikunterricht, Sport etc.) hat. Diese sind wichtig für Ihr Kind, sie rauben aber auch Zeit. Trotzdem werden sie merken, dass es selten an der Zeit mangelt und bestimmt nicht nötig ist, die Freizeitaktivitäten zu streichen. Die Planung ermöglicht Freizeit und erledigte Aufträge, zudem reduziert sie den Stress. Ein Beispiel eines solchen Wochenplans können Sie gerne bei gezielt-lernen.ch anfordern

5 Die Zeiten klar definieren

Teilen Sie die offenen Zeitfenster aus Punkt 4 gut ein. Und halten Sie sich daran. Stellen Sie zum Beispiel einen Wecker, welcher Sie daran erinnert, dass es jetzt Zeit ist, zu lernen oder zu arbeiten.

Ja, beim ersten Mal sind diese Schritte aufwändig. Besonders der vierte Punkt, herauszufinden, welche Zeitfenster sich eignen, benötigt einiges an Zeit. Es lohnt sich aber, diese Zeit zu investieren. Wenn Sie Ihre Zeitfenster kennen, planen Sie Aufgaben bewusster. Sie werden staunen, was sie alles erledigen können und wie viel Freizeit dabei noch bleibt!

Michael Berger gezielt lernen

Michael Berger ist Schulischer Heilpädagoge und in seiner ersten Ausbildung Kindergartenlehrperson. Mittlerweile hat er auf jeder Schulstufe unterrichtet und ist nun auf der Oberstufe tätig. Auf seiner Online-Plattform gezielt-lernen.ch wendet er sich an Eltern und andere Interessierte und gibt auf dem dazugehörigen Blog Tipps rund ums Lernen. Mit seiner Lernberatung unterstützt er Eltern und Lehrer rund ums Lernen und im sonderpädagogischen Bereich.