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Spartipps für Familien: Wie du am Ende des Monats mehr in der Kasse hast

Wohnen, Steuern, Krankenkasse, Ausgaben für den Haushalt – das Leben kostet Familien viel Geld. Oft wird das Portemonnaie am Monatsende richtig knapp. Für Ferien und Restaurantbesuche bleibt kaum etwas übrig. Mehr in der Kasse hat, wer herausfindet, wo unnötig Geld ausgegeben wird – und wer die grossen Hebel (Fixkosten) von den kleinen Hebeln (Alltag) unterscheidet.

Mit einer Familie muss man oft sparen.
Wenn man eine Familie gründet, kann bald einmal das Geld knapp werden. Bild: GettyImages, Tom Merton

Sobald Paare eine Familie gründen, scheint das Geld wegzurinnen wie Sandkörner zwischen den Fingern. In der Tat: Das Leben mit Kindern hat seinen Preis. Zum einen wird weniger verdient, wenn Eltern einen Teil ihrer Erwerbstätigkeit aufgeben, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Zum anderen steht in der Regel über kurz oder lang auch ein Umzug in eine grössere und damit teurere Wohnung an. Und auch die Kinderbetreuung – sei es durch Tagesmutter oder Kinderkrippe – kostet Geld.

Was vielen Familien hilft: Erst die Fixkosten stabilisieren (das sind laufende, meist vertraglich gebundene Kosten wie Miete, Krankenkasse, Versicherungen, Abos), dann die variablen Ausgaben optimieren (Einkaufen, Freizeit, spontane Käufe). So sparst du spürbar, ohne jeden Tag «Dauerverzicht» zu leben.

Spartipp Nr. 1: Budget für die Familie erstellen

Damit die Kosten nicht unkontrolliert aus dem Ruder laufen, macht es Sinn, dir einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen.
Wie hoch ist das monatliche Familieneinkommen eigentlich genau? Was muss regelmässig bezahlt werden? Wie viel Geld bleibt unterm Strich übrig? Vielleicht lässt sich der eine oder andere Franken einsparen? Wer Klarheit haben will, listet alle Einnahmen und Ausgaben auf. Wie du ein Familienbudget erstellst, liest du hier

Vorlagen für eine solche Auflistung aller Einnahmen und Ausgaben findest du unter www.budgetberatung.ch und unter www.schulden.ch. Diese Muster enthalten alle gängigen Posten, sodass relativ sicher gestellt ist, dass keine grösseren Einnahmequellen oder Ausgabenposten vergessen werden.

Und so geht es: «Ausgaben, die nicht monatlich anfallen, werden auf einen Monat umgerechnet: Beispielsweise werden Jahresbeiträge durch 12, Quartalsbeiträge durch 3 dividiert», erklärt die Budgetberatung Schweiz. «Auf diese Weise kannst du deine durchschnittlichen Monatseinnahmen mit deinen durchschnittlichen Monatsausgaben vergleichen.»

Nicht immer ist es leicht, die einzelnen Posten zu beziffern. Wie hoch die Miete ist, lässt sich leicht im Mietvertrag nachschauen. Wie viel Geld dagegen für Nahrungsmittel oder Wasch- und Pflegemittel ausgegeben wird, wissen Verbraucher in der Regel nicht genau. Bei manchen Punkten gilt es daher, zunächst einmal zu schätzen: «Wieviel kostet Lunas Futter?» – «Wieviel geben wir für den Garten aus?» – «Wie oft tanke ich im Monat?» Damit die Ausgaben genauer erfasst werden können, macht es Sinn, einige Monate lang zu dokumentieren, wie viel Geld für welchen Zweck ausgegeben wird. Schreibwarenläden bieten entsprechende Haushaltshefte an.

Fixkosten senken - die grossen Hebel

Fixkosten sind oft die grössten Positionen – und genau deshalb lohnt sich hier jede Optimierung doppelt. Du musst das nicht alles auf einmal machen: Nimm dir einen Abend, starte mit einem Bereich, und arbeite dich Schritt für Schritt vor.

Krankenkasse: Franchise/Modelle prüfen, Wechsel-Fristen merken

Die Krankenkasse ist für viele Familien ein zentraler Kostenblock. Du kannst dabei an mehreren Stellschrauben drehen: Franchise passend zur erwarteten Gesundheitslage wählen, Versicherungsmodell (z.B. Hausarztmodell oder Telmed) prüfen und Zusatzversicherungen kritisch hinterfragen.

Wichtig für die Praxis: Notiere dir jährlich die relevanten Termine für Anpassungen und Kündigungen – dann wird aus «Wir sollten mal …» ein konkreter Schritt. Und: Wenn sich eure Situation ändert (Baby, neue Therapien, mehr Arztbesuche), lohnt sich eine erneute Einschätzung statt stur beim Vorjahresmodell zu bleiben.

Versicherungen: Doppelspurigkeiten streichen, jährliche Kündigungsfenster

Viele Familien zahlen unbemerkt doppelt: ähnliche Deckungen über mehrere Policen, alte Zusatzbausteine, die nicht mehr zur Lebensphase passen, oder Leistungen, die du realistisch kaum nutzt. Ein schlanker, gut passender Versicherungsschutz kann finanziell entlasten – ohne dass du «unterversichert» sein musst.

So gehst du pragmatisch vor: Nimm alle Policen zur Hand (Hausrat/Haftpflicht, Rechtsschutz, Reiseversicherung, Zusatzversicherungen) und prüfe pro Vertrag: Was ist gedeckt? Was brauchst du wirklich? Was überschneidet sich mit anderen Verträgen? Setze dir dann eine Erinnerung für Kündigungsfenster und Vertragsverlängerungen. Oft ist nicht das «ob», sondern das «wann» der entscheidende Hebel.

Wohnen/Energie/Internet: Vergleich, Optimierung, Tarife

Wohnen ist meist der grösste Fixkostenposten. Nicht jede Familie kann kurzfristig umziehen – aber du kannst trotzdem optimieren: Energieverbrauch senken, Tarife prüfen und vor allem Abos entrümpeln (Internet, Mobile, Streaming, Cloud-Speicher, Apps). Viele Haushalte zahlen für Leistungen, die parallel oder kaum genutzt werden.

Energie ist zu einem erheblichen Kostenfaktor geworden. «Eine vierköpfige Familie kann allein beim Wohnen jährlich mehr als 2.300 Franken Energiekosten sparen. Dies geht ohne Verzicht auf Komfort», so der WWF. Er zeigt, wie es geht: www.wwf.ch

Praktisch im Alltag: Wenn du Abos prüfst, frage nicht «Nutzen wir das manchmal?», sondern «Würden wir es heute neu abschliessen?». Alles, was du nicht klar bejahst, kommt auf eine Streichliste – und wird entweder gekündigt oder auf ein günstigeres Paket umgestellt.

Spartipp Nr. 2: Unnötige Ausgaben streichen

Sinnvoll ist es, das Budget Punkt für Punkt durchzugehen, um zu überlegen, an welchen Stellen gespart werden kann. Sicher gibt es einige Ausgabenpunkte, die sich streichen lassen, ohne dass die Lebensqualität leidet.

Hier einige Gedankenanregungen:

  • Manchmal hat man vor Jahren eine Zeitschrift abonniert, an der heute eigentlich gar kein Interesse mehr besteht. Zu welchem Zeitpunkt lässt sich das Abo kündigen? Möglicherweise kann auch die Mitgliedschaft im Verein, dessen Kurse schon seit längerer Zeit nicht mehr besucht werden, aufgegeben werden.
  • Was angeschafft werden soll, muss nicht immer neu sein: Gleichgültig, ob es sich um Spielzeug, Kinderwagen oder Kleidung handelt: Gebrauchtes lässt sich auf Trödelmärkten, in Second-Hand-Läden und über Internet-Börsen preiswerter erstehen.
  • Vieles, was selten benötigt wird, lässt sich leihen: Spezialwerkzeug in Heimwerkerläden, Haushaltsgeräte von Nachbarn und Freunden, Bücher in der Bücherei, Kunst in Artotheken.
  • Gemeinsam anschaffen: Kosten für teure Geräte wie Rasenmäher oder Auto halbieren sich, wenn sie gemeinsam angeschafft werden – zum Beispiel zusammen mit Nachbarn, Freunden oder Geschwistern.

Wie wäre es mit einer Familienkonferenz? Möglicherweise haben auch die anderen Familienmitglieder gute Ideen, wie sich günstiger einkaufen lässt. Gerade mit Kindern hilft es, «Warum» und «Wozu» zu erklären: Sparen ist kein Verbot, sondern schafft Spielraum für Dinge, die euch wirklich wichtig sind.

Viele weitere Spartipps der Plusminus Budget- und Schuldenberatung finden sich unter: www.schulden.ch

Variable Ausgaben im Alltag 

Bei variablen Ausgaben geht es weniger um Perfektion, sondern um Routinen, die euch entlasten. Schon kleine Regeln können verhindern, dass am Monatsende «unsichtbare» Ausgaben überraschen.

Einkaufen: Wochenplan, Einkaufslisten, Aktionen, Eigenmarken

Lebensmittel und Drogerie sind klassische «schleichende» Kosten: viele kleine Beträge, die sich summieren. Was gut funktioniert, ohne das Familienleben zu verkomplizieren:

  • Wochenplan light: Plane 5 Abendessen, 2 Tage bleiben flexibel (Reste/Einladung/auswärts). Das verhindert teure Last-Minute-Einkäufe.
  • Einkaufsliste: Schreib konsequent auf, was fehlt. Spontankäufe sind oft die teuersten.
  • Aktionen gezielt: Nutze Aktionen für haltbare Basics (z.B. Pasta, Reis, Konserven, Windeln), aber nur, wenn du sie wirklich brauchst.
  • Eigenmarken testen: Viele Produkte sind bei Eigenmarken ähnlich, aber günstiger. Probiert euch durch – Kindertauglichkeit entscheidet.

Wenn du das Thema «Süsses und Snacks» stressfreier machen willst: Lege ein fixes Snackbudget pro Woche fest. So wird aus «Nein» ein «Ja, aber geplant».

Secondhand/Sharing in der Schweiz 

Kinder wachsen schnell, und vieles wird nur kurz genutzt. Secondhand und Sharing sind deshalb besonders wirksam – und oft nachhaltiger. Ein guter Ansatz: Setze für bestimmte Kategorien konsequent «Secondhand first» (z.B. Schneeanzug, Regenkleider, Fasnachtskostüm, Kinderwagenzubehör) und kaufe neu nur, wenn ihr nichts Passendes findet oder wenn Hygiene/Produktsicherheit klar dafürsprechen.

Bei Spielzeug hilft ein Wechselrhythmus: Ein Teil wird sichtbar genutzt, der Rest wird weggeräumt und später wieder hervorgeholt. Das reduziert den Drang nach Neuanschaffungen – und Kinder spielen oft konzentrierter.

Freizeitbudget: Vereinsbeiträge, Lager, Ferien mit kleinem Budget

Freizeit soll guttun, nicht finanziell belasten. Hilfreich ist ein separates Freizeitbudget (monatlich oder pro Saison). So könnt ihr entscheiden: Lieber ein Kurs, der wirklich passt – statt mehrere, die stressen.

Frage bei Lagerangeboten, Kursen oder Vereinen aktiv nach Vergünstigungen für Geschwister, Frühbucherpreise oder Unterstützungsfonds. Viele Angebote haben Möglichkeiten, die nicht gross beworben werden.

Spartipp Nr. 3: Kosten für Mitbringsel und Geschenke planen

«Abgesehen von den Autokosten wird kaum ein Budgetbetrag so unterschätzt wie derjenige für Geschenke und Mitbringsel», darauf weist die Schweizer Budgetberatung hin. «Dass Weihnachten eine teure Sache sein kann, ist nichts Neues. Doch auch das Osternest für das Patenkind und der Nikolaussack sind einzurechnen. Nicht zu vergessen sind Blumensträusse, Weinflaschen und Pralinen, die bei Einladungen mitgebracht werden.» Ausgaben, die sich im Laufe des Jahres auch durch Geburtstage leicht auf mehrere hundert Euro summieren. Hier lässt sich sparen!

Wie das geht? Am besten: Auflisten, wer zu welchem Zeitpunkt ein Geschenk erhalten soll und wie viel die einzelnen Geschenke kosten dürfen. Viele Familien entlastet zusätzlich eine einfache Regel: pro Anlass ein Budget – und eine Idee-Liste mit passenden, bezahlbaren Geschenken (z.B. Buch, gemeinsames Erlebnis, Gutschein für Babysitten, Selbstgemachtes).

So können Schweizer Familien Geld sparen 

ÖV/Familienangebote: Prüfe, ob ihr mit eurer Kombination aus Arbeitswegen, Schulwegen und Freizeitfahrten mit einem ÖV-Abo, einem Halbtax oder Tageskarten besser fahrt. Wenn Kinder regelmässig mitfahren, lohnt es sich, Familien- und Mitfahrangebote bewusst einzuplanen – nicht erst spontan am Schalter.

Krankenkasse: Notiere dir die jährlichen Fristen für Anpassungen und Kündigungen (Grundversicherung/Zusatzversicherung können unterschiedlich sein). Wenn ihr eine Geburt oder einen Therapiebedarf erwartet, kann eine frühzeitige Planung viel Stress vermeiden.

Ferien mit kleinerem Budget: Wenn ihr in der Schweiz unterwegs seid, können vergünstigte Familienangebote, Reka-Lösungen oder Ferien ausserhalb der Hauptreisezeiten helfen, das Budget zu entlasten – ohne dass sich Ferien «zweitklassig» anfühlen.

So spart ihr Fixkosten in nur 30 Minuten 

  • Minute 1–5: Öffne E-Banking und notiere alle monatlichen Fixkosten (Miete, KK, Versicherungen, Abos, Kita/Betreuung, Raten).
  • Minute 6–10: Markiere die 5 grössten Posten. Hier lohnt sich die meiste Energie.
  • Minute 11–15: Liste alle Abos (Mobile/Internet/Streaming/Apps). Streiche alles, was ihr kaum nutzt oder doppelt habt.
  • Minute 16–20: Versicherungscheck: Welche Policen habt ihr? Wo gibt es Überschneidungen? Setze ein Datum für eine vertiefte Prüfung.
  • Minute 21–25: Krankenkasse: Franchise/Modell/Zusatz prüfen – setze dir eine Erinnerung für die Fristen.
  • Minute 26–30: Wähle eine Massnahme, die du diese Woche erledigst (z.B. Abo kündigen, Offerte einholen, Termin setzen).

14-Tage-Plan: so setzt ihr 3 Spartipps sofort um

Wenn du versuchst, alles gleichzeitig zu ändern, wird es schnell zu viel. Dieser 14-Tage-Plan hilft euch, ohne Druck in Bewegung zu kommen.

Tag 1–2: Überblick schaffen

  • Erstelle eine einfache Liste: Fixkosten vs. variable Ausgaben.
  • Setze ein realistisches Ziel (z.B. «pro Monat 100 Franken mehr Spielraum» oder «Schuldenabbau priorisieren»).

Tag 3–5: 1 Fixkosten-Hebel

  • Wähle den grössten Hebel, den du beeinflussen kannst: Krankenkasse, Versicherung oder Abos.
  • Setze dir eine Erinnerung für Kündigungs- und Wechselfristen und sammle die nötigen Unterlagen an einem Ort.

Tag 6–9: 1 Alltags-Hebel

  • Führe einen Wochenplan light ein (5 geplante Essen) und kaufe mit Liste.
  • Lege ein fixes Wochenbudget für Snacks/Spontankäufe fest.

Tag 10–12: Geschenke und Mitbringsel planen

  • Erstelle eine Jahresliste (Geburtstage, Patenkind, Schule, Einladungen).
  • Lege pro Anlass ein Budget fest und notiere 2–3 Ideen, die zu eurer Familie passen.

Tag 13–14: Familienkonferenz und Feinschliff

  • Kurzes Familienmeeting: Was hat funktioniert? Was war zu streng? Was wollt ihr beibehalten?
  • Entscheide über eine dauerhafte Routine (z.B. «1x pro Monat Abo-Check» oder «Sonntag 10 Minuten Wochenplanung»).

Wenn du weiter vertiefen willst: Ein guter nächster Schritt ist ein Überblick über typische Kostentreiber und ein Jahresplan, der unregelmässige Ausgaben sichtbar macht. Dazu passen diese internen Artikel: Familienbudget erstellen, sowie euer Kostentreiber-Guide, Finanzjahr-Planer und der Artikel zu finanziellen Engpässen.

Beim Spielzeug sollte nicht gespart werden

Hier ist Geiz gefährlich: Billigspielzeuge sind schädlich für Kinder. Sie enthalten besonders häufig gesundheitsgefährdende Stoffe. Sonnenlicht und Wärme können Schadstoffe aus Kunststoffen lösen. In den Körper gelangen sie zum Beispiel über Speichel und direkten Hautkontakt.

«Lieber wenig teures, aber hochwertiges Spielzeug kaufen als möglichst viel und billig», so lautet daher der Tipp all derer, denen schadstoffarmes Spielzeug für Kinder am Herzen liegt. Wenn ein neues Spielzeug gekauft werden soll, macht es Sinn, die Untersuchungsergebnisse der deutschen Stiftung Warentest (www.warentest.de) und der Schweizer Zeitschrift K-Tipp (www.ktipp.ch) zu berücksichtigen.

Sicher kostet das Leben mit Kindern viel Geld, der Reichtum an Freude und Erfüllung, den sie bringen, ist dagegen unermesslich. Oft macht es Spass, für Kinder einzukaufen: Spielzeug und Kleidung zum Beispiel. Doch vieles ist nicht notwendig. Eine glückliche Kindheit bemisst sich nicht nach der Fülle des Spielzeuges, sondern an der fröhlichen Zeit, die Kinder mit Eltern verbringen – und daran, dass ihr als Familie finanziell wieder Luft bekommt.

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