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Sich selbst Wünsche erfüllen – durch ein Familienbudget

Monatsende – und wieder ist das Geld knapp. Wo ist es nur geblieben? Ein Familienbudget vermittelt nicht nur Überblick über die Finanzen, es hilft auch, Geld einzusparen.

Ein Familienbudget zu erstellen ist sinnvoll.

Wofür reicht das Geld wirklich? Ein Familienbudget hilft, den Überblick zu behalten. Foto: Mehaniq, iStock, Getty Images Plus

Spätestens seitdem aus zwei Erwachsenen eine kleine Familie geworden ist, ist das Geld knapp geworden. Das liegt nicht nur daran, dass oft ein Gehalt einfach wegfällt. Auch Babyausstattung, Babynahrung und die Windeln schlagen zu Buche.

Ältere Kinder kosten gar noch mehr: Kinderbetreuung und eine Kinderzimmer-Einrichtung, Spielzeug und Sportgeräte, Kurse und Klassenfahrten. Doch wo das Geld ganz genau bleibt, weiss nur, wer sich die Mühe macht, ein Familienbudget aufzustellen.

Zum Familienbudget in sieben Schritten

1 Zahlen erfassen

Zuerst ist es wichtig, die Einnahmen und die monatlichen Ausgaben zu erfassen. Alle Zahlungen über einen längeren Zeitraum zu notieren, schafft bereits ein erstes Gefühl für den neuen bewussten Umgang mit Geld. Auch die Budgetberatung Schweiz hilft mit ihrer Budgetvorlage, keine Posten zu vergessen. Zu den Einnahmen gehören unter anderem die Netto-Einkommen, Familien- und Betreuungszulagen, 13. Monatslohn, Alimente oder Unterhaltsbeiträge.

Das erwirtschaftete Geld wird ausgegeben für Wohnen, Kommunikation und Energie, Steuern, Versicherungen und Vorsorge, Mobilität, Medien, Mitgliedschaften, Schulgeld, PC, Hobbys, Kinderbetreuung, Haushaltshilfe und Abzahlungsraten an. Dazu kommen die Posten Haushalt, Kleidung, auswärtige Verpflegung, Arztkosten, Geschenke, Spenden, Freizeit und Urlaub.

Sinnvoll ist es, ein Konto für Rückstellungen zu eröffnen. Mit diesem Geld lassen sich für Rechnungen begleichen, die unregelmässig anfallen – etwa Arztkosten oder Anschaffungen wie ein neues Kindervelo.

2 Überblick verschaffen

Schon der erste Blick auf das erstellte Dokument ist spannend. Halten sich Einnahmen und Ausgaben die Waage? Vielleicht zeigt sich, dass die Einnahmen sogar höher als die Ausgaben und finanzielle Spielräume vorhanden sind.

Möglicherweise aber offenbart die ausgefüllte Vorlage, dass das Geld gar nicht reichen kann. Das ist ernüchternd, lässt sich aber ändern. Wenn das Geld nicht reicht, gibt es im Wesentlichen zwei Schritte, die Kosten zu decken.

3 Kosten streichen

Der erste Schritt, ein Budget auszugleichen, heisst: Kosten streichen. Auf welche Ausgaben lässt sich leicht verzichten? Lässt sich die Mitgliedschaft im Fitnessclub streichen, um stattdessen im Wald ganz kostenfrei joggen zu gehen?

Und sicher, einmal im Monat mit der Familie essen zu gehen, ist ein nettes Erlebnis. Doch wer stattdessen mit den Kindern Restaurant zu Hause spielt, kann aufs Jahr gerechnet eine nette Summe einsparen. Sich gegenseitig bei der Kinderbetreuung auszuhelfen, statt eine Tagemutter zu engagieren, hilft erheblich, Kosten einzusparen.

Und auch beim Einkauf besteht Einsparpotenzial: Spielzeug, Möbel, Haushaltsgeräte und Kleidung gibt es gebraucht auch preiswert – in Secondhandläden und Internetbörsen. Darüber hinaus macht ein Versicherungscheck Sinn. So lassen sich auf comparis.ch Krankenkassen- und Versicherungsprämien miteinander vergleichen. 

4 Einnahmen erhöhen

Ist auch durch Einsparungen das Familienbudget nicht auszugleichen, lassen sich möglicherweise die Einnahmen steigern. Das heisst konkret: Mehr arbeiten oder eine Gehaltserhöhung veranlassen. Wie verändert sich das Budget, wenn wieder beide Elternteile arbeiten?

Und welche Differenzen zwischen den Einnahmen und Ausgaben entstehen, wenn die Mutter und/oder der Vater 20 Prozent, 50 Prozent oder Vollzeit arbeiten? Wichtig ist, die Kinderbetreuungskosten, die durch eine höhere Erwerbstätigkeit entstehen, abzuziehen. 

Beispielrechnungen für das Familienbudget

Familie mit einem Kind

Eine Familie mit einem Kind verdient ohne 13. Monatslohn 6.000 Franken netto im Monat. Für Wohnen, Steuern, Krankenkasse, Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung, Festnetz, Internet, TV und Handys, Energie, Fahrkosten, Medien-Abos und Mitgliedschaften gibt die Familie 3.410 Franken aus. Der Haushalt kostet etwa 1.050 Franken. Für Kleider, Schuhe, Taschengeld stehen 520 Franken zur Verfügung.

Auf einem Extra Konto spart die Familie für Jahresfranchise, Selbstbehalt, Arzt, Geschenke, Freizeit, Schule und Unvorhergesehes 420 Franken. Für Kinderbetreuung, auswärtige Verpflegung, Zusatzversicherung, PC, Haustiere, Sparen, Auto und Ferien bleiben weitere 600 Franken. So ist das Budget ausgeglichen.

Familie mit zwei Kindern

Vielleicht hat die Familie aber auch zwei Kinder bei gleichem Einkommen. Kosten für Wohnen, Steuern, Krankenkasse, Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung, Festnetz, Internet, TV und Handys, Energie, Fahrkosten und Medien-Abos und Mitgliedschaften belaufen sich hier auf 3.370 Franken. Der Haushalt verschlingt etwa 1.170 Franken.

Für Kleider, Schuhe, Taschengeld stehen 570 Franken zur Verfügung – so muss das zweite Kind vielleicht auch die Kleidung vom ersten Kind weiter tragen. Auf einem Extra Konto legt die Familie für Jahresfranchise, Selbstbehalt, Arzt, Geschenke, Freizeit, Schule und Unvorhergesehenes 420 Franken zurück.

Mit zwei Kindern kann die Familie für Kinderbetreuung, auswärtige Verpflegung, Zusatzversicherung, PC, Haustiere, Sparen, Auto und Ferien immerhin noch 470 Franken sparen.

Quelle: Budgetberatung Schweiz

5 Persönlich beraten lassen

Nicht immer fällt das Erstellen eines Familienbudgets leicht. Hilfe von Fachleuten hilft effizient weiter. Die Budgetberatung Schweiz bietet an 34 Standorten konkrete Hilfe an, um die finanzielle Situation besser einschätzen zu können.

6 Ausgaben kontrollieren

Herzlichen Glückwunsch! Ein Wirtschaftsplan ist entstanden, der die finanzielle Situation stabilisiert. Jetzt geht es darum, die Ausgaben zu kontrollieren. Die Budgetberatung Schweiz bietet auch eine Vorlage für die Einnahmen-Ausgaben-Kontrolle, die Platz für die Buchhaltung eines Jahres bietet. Buchhaltung leicht gemacht!

7 Mit der App durch den Alltag 

Eine App macht die Buchhaltung noch leichter. Die App der Budgetberatung Schweiz liefert dabei auch Vergleichswerte, sodass es leichter fällt, die Höhe von Ausgaben in neun verschiedenen Bereichen einzuschätzen. Sprachlich lässt sie sich auf Deutsch, Französisch und Italienisch einstellen. Manko: Nur Ausgaben lassen sich eintragen.

Sehr übersichtlich ist auch die App Budget-Alarm, erstellt von mehreren Konsumentenzeitschriften wie Saldo, Bon à Savoi, Ktipp und Tout Compte Fait, daher. Auch hier sind drei Spracheinstellungen möglich. Einnahmen und Ausgaben lassen sich auflisten, monatliche Übersichten erstellen.