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Familienbudget berechnen: So haben Sie die Finanzen im Griff

Monatsende – und wieder ist das Geld knapp? Besonders in kinderreichen Familien ist Geld ein allgegenwärtiges Thema. Ein Familienbudget hilft, die Finanzen im Blick und im Griff zu haben sowie Geld einzusparen. Wir geben Tipps für ein gelungenes Budget. 

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Kinder kosten viel Geld. Wir zeigen, wie Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben im Griff haben und sparen können. Bild: Hispanolistic, Getty Images

Wenn aus zwei Erwachsenen eine kleine oder auch grosse Familie wird, wird oft auch das Geld knapp. Kein Wunder – Kinder kosten eine Menge Geld. Baby- und Kinderausstattung, Babynahrung, Windeln, Spielzeug, Schulausflüge, Kinderbetreuung und alles, was die kleinen und grösseren Kinder sonst noch brauchen, schlagen zu Buche. Und wenn ein Elternteil nicht mehr oder nur noch Teilzeit arbeitet, fällt auch noch ein Gehalt weg. Oft fragt man sich am Ende des Monats, wo das Geld überhaupt abgeblieben ist.

Ein Haushaltsbudget hilft, den Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu behalten sowie mögliches Sparpotenzial zu erkennen. Es lohnt sich also allemal, zu wissen, wohin das Geld genau fliesst. Ein solches Budget zu erstellen, ist zwar aufwändig, doch mit unseren Tipps geht es gleich leichter. 

6 Tipps für Ihr persönliches Familienbudget

1 Zahlen erfassen und Überblick verschaffen

Zuerst ist es wichtig, die Einnahmen und die monatlichen Ausgaben zu erfassen. Alle Zahlungen über einen längeren Zeitraum zu notieren, schafft bereits ein erstes Gefühl für den neuen bewussten Umgang mit Geld. Die Budgetberatung Schweiz hilft mit ihrer Budgetvorlage, keine Posten zu vergessen. Zu den Einnahmen gehören unter anderem Netto-Einkommen, Familien- und Betreuungszulagen, 13. Monatslohn, Alimente oder Unterhaltsbeiträge.

Das erwirtschaftete Geld wird ausgegeben für Wohnen, Kommunikation und Energie, Steuern, Versicherungen und Vorsorge, Mobilität, Medien, Mitgliedschaften, Schulgeld, Computer & Co., Hobbys, Kinderbetreuung, Haushaltshilfe und Abzahlungsraten. Dazu kommen die Posten Haushalt, Kleidung, auswärtige Verpflegung, Arztkosten, Geschenke, Spenden, Freizeit und Urlaub.

Tipp: Sinnvoll ist es, ein Konto für Rückstellungen zu eröffnen. Mit diesem Geld lassen sich Rechnungen begleichen, die unregelmässig anfallen – etwa Arztkosten oder Anschaffungen wie ein neues Kindervelo.

Wenn Sie mit Ihrem Dokument fertig sind, zeigt sich vielleicht, dass die Einnahmen sogar höher als die Ausgaben und finanzielle Spielräume vorhanden sind. Möglicherweise aber offenbart die ausgefüllte Vorlage, dass das Geld gar nicht reichen kann. Das ist ernüchternd, lässt sich aber ändern.

2 Kosten streichen

Der erste Schritt, ein Budget auszugleichen, ist, Kosten zu streichen Auf welche Ausgaben lässt sich leicht verzichten? Lässt sich die Mitgliedschaft im Fitnessclub streichen, um stattdessen im Wald ganz kostenfrei joggen zu gehen?

Und sicher, einmal im Monat mit der Familie essen zu gehen, ist ein nettes Erlebnis. Doch wer stattdessen mit den Kindern Restaurant zu Hause spielt, kann aufs Jahr gerechnet eine nette Summe einsparen. Sich gegenseitig bei der Kinderbetreuung auszuhelfen, statt eine Tagesmutter zu engagieren, hilft erheblich, Kosten einzusparen.

Auch beim Einkauf besteht Einsparpotenzial: Spielzeug, Möbel, Haushaltsgeräte und Kleidung gibt es gebraucht auch preiswert in Secondhandläden und Internetbörsen. Darüber hinaus macht ein Versicherungscheck Sinn. So lassen sich auf comparis.ch Krankenkassen- und Versicherungsprämien miteinander vergleichen.

Beispielrechnungen für das Familienbudget

Familie mit einem Kind

Eine Familie mit einem Kind verdient ohne 13. Monatslohn 6.000 Franken netto im Monat. Für Wohnen, Steuern, Krankenkasse, Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung, Festnetz, Internet, TV und Handys, Energie, Fahrkosten, Medien-Abos und Mitgliedschaften gibt die Familie 3.410 Franken aus. Der Haushalt kostet etwa 1.050 Franken. Für Kleider, Schuhe, Taschengeld stehen 520 Franken zur Verfügung.

Auf einem Extra-Konto spart die Familie für Jahresfranchise, Selbstbehalt, Arzt, Geschenke, Freizeit, Schule und Unvorhergesehenes 420 Franken. Für Kinderbetreuung, auswärtige Verpflegung, Zusatzversicherung, PC, Haustiere, Sparen, Auto und Ferien bleiben weitere 600 Franken. So ist das Budget ausgeglichen. 

Familie mit zwei Kindern

Vielleicht hat die Familie aber auch zwei Kinder bei gleichem Einkommen. Kosten für Wohnen, Steuern, Krankenkasse, Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung, Festnetz, Internet, TV und Handys, Energie, Fahrkosten und Medien-Abos und Mitgliedschaften belaufen sich hier auf 3.370 Franken. Der Haushalt verschlingt etwa 1.170 Franken. Für Kleider, Schuhe, Taschengeld stehen 570 Franken zur Verfügung – so muss das zweite Kind vielleicht auch die Kleidung vom ersten Kind weiter tragen.

Auf einem Extra-Konto legt die Familie für Jahresfranchise, Selbstbehalt, Arzt, Geschenke, Freizeit, Schule und Unvorhergesehenes 420 Franken zurück. Mit zwei Kindern kann die Familie für Kinderbetreuung, auswärtige Verpflegung, Zusatzversicherung, PC, Haustiere, Sparen, Auto und Ferien immerhin noch 470 Franken sparen.

Quelle: Budgetberatung Schweiz

3 Einnahmen erhöhen 

Ist auch durch Einsparungen das Familienbudget nicht auszugleichen, lassen sich möglicherweise die Einnahmen steigern. Das heisst konkret: Mehr arbeiten oder eine Gehaltserhöhung veranlassen. Wie verändert sich das Budget, wenn wieder beide Elternteile arbeiten? Und welche Differenzen zwischen den Einnahmen und Ausgaben entstehen, wenn die Mutter und/oder der Vater 20 Prozent, 50 Prozent oder Vollzeit arbeiten? Wichtig ist, die Kinderbetreuungskosten, die durch eine höhere Erwerbstätigkeit entstehen, abzuziehen. 

4 Lassen Sie sich beraten

Nicht immer fällt das Erstellen eines Familienbudgets leicht. Hilfe von Fachleuten hilft effizient weiter. Die Budgetberatung Schweiz bietet über 30 Standorten konkrete Hilfe an, um die finanzielle Situation besser einschätzen zu können.

Eine Risikoanalyse durchführen

Wenn plötzlich ein Elternteil verunfallt oder verstirbt, gerät auch oft die finanzielle Basis ins Wanken. Vorsorge ist daher ein wichtiges Thema für Familien. Eine gute Massnahme ist eine Risikoanalyse mit einem Kundenberater der Bank. Dabei werden Vorsorgelücken aufgezeigt und Lösungsvorschläge gemacht, zum Beispiel Konten der Säule 3a und Risikoversicherungen.

Absicherungen im Scheidungsfall schaffen

Im Falle einer Scheidung ist der Güterstand massgeblich. Wenn nichts Anderweitiges vereinbart wurde, gilt die Errungenschaftsbeteiligung: Beide Ehepartner behalten, was vor der Ehe vorhanden war, sofern es das Vermögen noch gibt. Das Vermögen, das während der Ehe dazu gekommen ist, wird aufgeteilt, auch die Pensionskasse. Nebst der Errungenschaftsbeteiligung kann auch die Gütergemeinschaft oder Gütertrennung gewählt werden. Dafür ist ein Notar vonnöten.

An die Zukunft denken – die Säule 3a

Wenn Sie genug Geld am Monatsende übrig haben, sollten Sie über eine private Altersvorsorge mit der Säule 3a nachdenken. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie sich damit befassen desto besser. Sobald es Ihr Budget zulässt, sollten Sie dies abwägen. Die Einzahlung auf das 3a-Konto kann von den Steuern abgezogen werden und ist deshalb steuertechnisch attraktiv. Allerdings ist zu beachten, dass Sie die 3a-Gelder nicht mehr frei verwenden können. Ein Bezug ist beispielsweise für einen Eigenheimkauf oder fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung möglich.

5 Ausgaben kontrollieren

Ihr Familienbudget, das die finanzielle Situation stabilisiert, ist fertig? Prima! Jetzt geht es darum, die Ausgaben zu kontrollieren. Die Budgetberatung Schweiz bietet auch eine Vorlage für die Einnahmen-Ausgaben-Kontrolle, die Platz für die Buchhaltung eines Jahres bietet. 

6 Die richtige App nutzen

Eine App macht die Buchhaltung noch leichter. Die App der Budgetberatung Schweiz liefert dabei auch Vergleichswerte, sodass es leichter fällt, die Höhe von Ausgaben in neun verschiedenen Bereichen einzuschätzen. Sehr übersichtlich ist auch die App Budget-Alarm, erstellt von mehreren Konsumentenzeitschriften wie Saldo, Bon à Savoi, Ktipp und Tout Compte Fait.

Finanzen verstehen – Finanzen erklären

Die Rubrik «Finanzen» wird präsentiert von jugendbudget.ch. Der Elternratgeber bietet hilfreiche Tipps rund ums Thema Kinder und Geld.

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