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Was tun, wenn die Katze erkältet ist?

Nicht nur wir Menschen, sondern auch Katzen können sich in der kalten Jahreszeit «erkältet» fühlen: Sie niesen, haben Nasen- oder Augenausfluss und wirken plötzlich müde. Gleichzeitig zeigen Katzen Beschwerden oft erst spät oder sehr subtil. Damit du schneller einschätzen kannst, ob du dein Büsi zu Hause unterstützen kannst oder ob ihr rasch in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik müsst, findest du hier einen sicheren, alltagstauglichen Leitfaden.

Erkältung bei Katzen: Tipps was Sie dagegen tun können
Ausfluss bei den Augen der Katze sind meist Anzeichen für eine Erkältung. (Foto: Dragoncello/Thinkstock,iStock)

Katzen haben sprichwörtlich sieben Leben. Trotzdem sind sie natürlich nicht vor Krankheiten gefeit – besonders Atemwegsinfekte kommen vor. Wichtig zu wissen: «Erkältung» ist bei Katzen ein Sammelbegriff. Dahinter können harmlose Reizungen stecken, aber auch Infektionen aus dem Katzenschnupfen-Komplex. Je früher du Warnzeichen erkennst, desto besser lässt sich deiner Katze helfen.

Sofort-Check: Wann musst du sofort zum Tierarzt?

Bei den folgenden Zeichen solltest du nicht abwarten, sondern noch am selben Tag eine Tierarztpraxis kontaktieren – oder bei deutlicher Verschlechterung direkt eine Tierklinik/Notfallstelle:

  • Atemnot (schnelle, angestrengte Atmung, Maulatmung, deutliches Pumpen mit dem Bauch, bläuliche Schleimhäute)
  • Starke Apathie, Kollaps, deine Katze reagiert kaum
  • Frisst oder trinkt nicht oder nur minimal – besonders, wenn das länger als 24 Stunden dauert
  • Dehydrierungszeichen (z.B. sehr trockene Schleimhäute, deutlich weniger Urin, stark klebriges Zahnfleisch)
  • Hohes Fieber-Verdacht oder deutliche Verschlechterung innerhalb weniger Stunden
  • Gelb-grüner, stark eitriger oder blutiger Ausfluss aus Nase oder Augen
  • Junge Kätzchen, sehr alte Katzen, trächtige Tiere oder Katzen mit chronischen Erkrankungen (z.B. Herz-, Nierenkrankheit) und gleichzeitig Atemwegssymptomen
  • Verdacht auf Fremdkörper (plötzliches, heftiges Niesen, einseitiger Nasenausfluss, Pföteln an der Nase, Würgen)

Ist die Katze erkältet? Typische Symptome

Grundsätzlich ähneln Atemwegsbeschwerden bei Katzen dem, was wir als Erkältung kennen. Typisch sind:

  • Niesen, gelegentlich Husten
  • Nasenfluss (klar, wässrig – oder zäher, verfärbt)
  • Augenausfluss, tränende oder gerötete Augen
  • Heisere Stimme, «verstopfte» Atemgeräusche
  • Müdigkeit, Rückzug, weniger Spielfreude
  • Appetitverlust (weil Geruchssinn eingeschränkt ist)

Viele Katzen versuchen, Schwäche zu verbergen. Du erkennst Veränderungen deshalb oft eher indirekt: Dein Tier schläft mehr, putzt sich weniger, wirkt gereizt oder sucht ungewöhnlich stark Nähe.

Zum Thema Fieber: Eine trockene Nase allein ist kein verlässliches Fieberzeichen. Fieber lässt sich sicher nur mit einem geeigneten Thermometer messen. Wenn du unsicher bist oder deine Katze sich nicht stressfrei messen lässt, ist das ein guter Grund, die Temperatur in der Tierarztpraxis prüfen zu lassen.

Mögliche Ursachen: Nicht jeder «Schnupfen» ist harmlos

Hinter Niesen und Nasenausfluss können sehr unterschiedliche Auslöser stecken. Das ist wichtig, weil die Behandlung davon abhängt:

  • Infektionen der oberen Atemwege: Häufig beteiligt sind Erreger aus dem Katzenschnupfen-Komplex (z.B. felines Herpesvirus, felines Calicivirus). 
  • Bakterielle Sekundärinfektionen: Sie können sich auf einen viralen Infekt draufsetzen – dann wird Ausfluss oft zäher und verfärbt, und das Allgemeinbefinden leidet stärker.
  • Reizstoffe: Zigarettenrauch, Duftsprays, Räucherstäbchen, aggressive Putzmittel, staubige Katzenstreu oder trockene Heizungsluft können Symptome auslösen oder verstärken.
  • Allergien: Eher seltener, aber möglich – besonders, wenn Symptome wiederkehrend sind.
  • Fremdkörper in der Nase (z.B. Grashalm): Oft plötzlich, einseitig und sehr heftig.
  • Zahnprobleme oder Entzündungen im Maul-Rachen-Raum: Können ebenfalls zu Nasenausfluss und Fressproblemen beitragen.

Darum gilt: Wenn die Symptome stark sind, länger als ein paar Tage anhalten oder immer wiederkommen, sollte eine Tierärzt:in die Ursache abklären.

Warum Antibiotika nicht «standardmässig» helfen

Im ursprünglichen Sprachgebrauch wird bei Erkältung schnell an Antibiotika gedacht. Bei Katzen gilt wie beim Menschen: Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Ob ein Antibiotikum sinnvoll ist, hängt davon ab, ob eine bakterielle Beteiligung wahrscheinlich ist und wie krank deine Katze wirkt. Fachleitlinien betonen deshalb, dass Antibiotika gezielt und nach tierärztlicher Beurteilung eingesetzt werden sollen. 

Wenn deine Tierärzt:in ein Antibiotikum verschreibt, dann bitte exakt wie angeordnet geben und die Behandlung nicht vorzeitig abbrechen – auch wenn es deinem Tier schneller besser geht.

Was du zu Hause tun kannst 

Wenn deine Katze insgesamt stabil wirkt (keine Red Flags) und deine Tierärzt:in kein sofortiges Vorbeikommen verlangt, kannst du sie zu Hause wirksam unterstützen:

1) Ruhe, Wärme, Stress reduzieren

Richte einen warmen, zugluftfreien Rückzugsort ein. Stress schwächt die Abwehr und kann Symptome verstärken. Achte auch darauf, dass deine Katze nicht friert, aber sich jederzeit wegbewegen kann, wenn es ihr zu warm wird.

2) Trinken erleichtern

Stelle mehrere Wassernäpfe bereit, biete wenn möglich auch einen Trinkbrunnen an oder ergänze mit etwas Wasser im Nassfutter. Ausreichende Flüssigkeit unterstützt die Schleimhäute und die Genesung.

3) Futter appetitlicher machen

Wenn die Nase verstopft ist, schmeckt Futter weniger – weil Geruch fehlt. Du kannst:

  • Nassfutter leicht anwärmen (körperwarm, nicht heiss)
  • intensiver riechende, für Katzen geeignete Zusätze in kleinen Mengen anbieten (z.B. etwas Thunfisch im eigenen Saft) – ohne zu stark zu salzen
  • mehrere kleine Portionen über den Tag anbieten

Wichtig: Wenn deine Katze länger nicht frisst, ist das bei Katzen besonders kritisch. Schon nach relativ kurzer Zeit kann es zu ernsthaften Stoffwechselproblemen kommen. Deshalb gilt: bei anhaltender Futterverweigerung zeitnah abklären lassen.

4) Augen und Nase sanft reinigen

Du kannst getrockneten Ausfluss vorsichtig mit einem weichen, sauberen, leicht angefeuchteten Tuch entfernen. Nimm dafür am besten lauwarmes Wasser und verwende für jedes Auge ein separates Tuchstück, damit du nichts verschleppst. Nicht reiben, nicht «abkratzen».

5) Luftfeuchtigkeit verbessern – aber ohne riskante Hausmittel

Angenehme Luftfeuchtigkeit kann das Atmen erleichtern. Ein Luftbefeuchter kann helfen, wenn er hygienisch betrieben wird (regelmässig reinigen, Wasser täglich wechseln). Mit Inhalationen oder Dampfbädern solltest du sehr vorsichtig sein: Verbrühungsgefahr und massiver Stress sind reale Risiken. Wenn deine Tierärzt:in Inhalation empfiehlt, lass dir genau zeigen, wie es sicher geht.

Bitte vermeide ätherische Öle (z.B. Eukalyptus, Teebaum, Pfefferminze) in der Raumluft: Viele ätherische Öle können für Katzen problematisch sein, weil sie bestimmte Inhaltsstoffe nur eingeschränkt abbauen können. Das gilt besonders in schlecht gelüfteten Räumen.

6) Das solltest du niemals geben

Gib deiner Katze keine Humanmedikamente (z.B. Schmerzmittel, Erkältungssaft, Nasensprays) ohne klare tierärztliche Anweisung. Viele Wirkstoffe sind für Katzen ungeeignet oder sogar gefährlich. 

Katzenschnupfen: Warum Impfen und frühe Abklärung so wichtig sind

Der Begriff «Katzenschnupfen» beschreibt meist keine banale Erkältung, sondern eine Gruppe hochansteckender Atemwegsinfektionen. Gerade bei jungen Katzen, ungeimpften Tieren oder in Mehrkatzenhaushalten kann das rasch schwerer verlaufen. Impfungen können das Risiko für schwere Verläufe deutlich senken, auch wenn sie nicht jede Infektion vollständig verhindern. 

Wenn du unsicher bist, ob der Impfstatus deines Büsis aktuell ist, sprich beim nächsten Praxisbesuch gezielt darüber.

Schutz für die Familie: Hygiene im Haushalt mit Kindern

Wenn ein Tier krank ist, möchten Kinder oft besonders viel trösten und kuscheln. Das ist schön – braucht aber klare Regeln:

  • Hände waschen nach jedem Kontakt mit der Katze, ihrem Futter, Näpfen oder Taschentüchern/Tüchern zum Reinigen.
  • Näpfe, Liegeplätze und Decken regelmässig reinigen (möglichst getrennt von Küchenutensilien).
  • Mehrkatzenhaushalt: kranke Katze nach Möglichkeit separieren, eigene Näpfe/Klo, bis Symptome abklingen.
  • Besondere Vorsicht, wenn im Haushalt immungeschwächte Personen leben (z.B. nach Chemo, mit schweren chronischen Erkrankungen): Dann ist eine frühe tierärztliche Einschätzung besonders sinnvoll.

Wichtig für die Einordnung: Viele «Katzenschnupfen»-Erreger sind auf Katzen spezialisiert. Trotzdem ist Hygiene sinnvoll, weil Sekrete und Stress im Haushalt zunehmen – und weil es generell gut schützt, wenn mehrere Menschen und Tiere zusammenleben.

So bereitest du den Tierarztbesuch vor

Wenn du in die Tierarztpraxis gehst, helfen ein paar Infos, schneller zur richtigen Diagnose zu kommen:

  • Seit wann bestehen die Symptome? Werden sie besser oder schlechter?
  • Wie sieht der Ausfluss aus (klar, gelb-grün, blutig)? Ein- oder beidseitig?
  • Frisst und trinkt deine Katze? Wie viel im Vergleich zu sonst?
  • Ist sie Freigängerin? Kontakt zu anderen Katzen?
  • Impfstatus (falls bekannt)
  • Wenn möglich: kurzes Video von Atmung/Husten/Niesen (ohne Stress zu machen)

Für den Transport: Transportbox mit vertrauter Decke auslegen, rutschfest sichern und Wartezeiten möglichst ruhig gestalten.

Beugen sie Krankheit vor

Wie beim Menschen verbreiten sich auch bei Katzen Atemwegsinfekte durch engen Kontakt. Wenn du mehrere Katzen hast, trenne ein krankes Tier nach Möglichkeit von den anderen, bis es wieder stabil ist. Falls deine Katze Freigängerin ist, kann es sinnvoll sein, sie bei besonders nasser und kalter Witterung vorübergehend drinnen zu behalten. Auch im Haus gilt: keine Zugluft, angenehme Temperatur, und Reizstoffe (Rauch, Duftsprays) vermeiden.

Manche Katzen sind anfälliger für Atemwegsprobleme – dazu zählen auch Rassen mit sehr kurzer Nase. Bei ihnen solltest du Atemgeräusche und Belastungszeichen besonders ernst nehmen und eher früher abklären lassen.

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