Wahre Liebe: Das Rezept für die Ewigkeit

Was ist das Geheimnis wahrer Liebe, die ein Paar auf ewig zusammenhält? Wir haben bei drei Paaren nachgefragt, die schon über mehrere Jahrzehnte verheiratet sind und Antworten erhalten!

Wahre Liebe: So hält sie ewig

Wahre Liebe: am 11. Juli 1970 heirateten Rosmarie und Ignaz Schneble. Foto: Ignaz Schneble

Wahre Liebe: Sich nehmen wie man ist

61 Jahre ist es her, dass Josy Birchler ihren Eugen als Serviererin in seinem Stammlokal kennenlernte. Im August 2015 feierten die beiden Diamanthochzeit. Welches Rezept hat die beiden als Paar durch die sechs Jahrzehnte getragen? «Wir haben das Leben genommen, wie es ist», resümiert die 83-Jährige. «Zusammen haben wir die Höhen genossen und sind zusammen mit den Tiefen fertig geworden». Dabei half es, dass es – ausgehend vom anfänglich geringen Verdienst - materiell stets aufwärts ging.

Geny und Josy Birchler

Eugen & Josy Birchler feierten Diamanthochzeit. Foto: Fam. Birchler

So, wie die beiden das Leben genommen haben, haben sie sich auch gegenseitig gelassen, wie sie sind. «Es bringt nichts, den anderen ändern zu wollen», da ist sich Josy Birchler sicher. Der Freiraum, den sie und ihr Mann sich stets liessen, half ihnen bei dieser gegenseitigen Toleranz. So war Eugen Birchler im Jodelclub engagiert und mit diesem in seiner Freizeit oft auf Reisen. «Als die Kinder grösser waren, habe ich mir dann mit einer Kollegin eine gute Zeit gemacht», erzählt Josy Birchler. Zusammen freuen sich die beiden heute über viele Nachkommen: Zwei Söhne, sieben Enkelkinder und ein Urenkelkind.

Ewige Liebe: Gleiche Interessen verbinden

Gleiche Interessen verbinden und halten wahre Liebe frisch. Ignaz und Rosmarie Schneble, die heute gemeinsam in Zug leben, lernten sich einst in Vancouver kennen. Noch heute lieben sie es, zusammen im Camper durch Kanada zu reisen, die Natur zu geniessen und alte Bekannte zu treffen. Gleichzeitig, das betonen die Grosseltern von zwei Enkelinnen aber auch nach 45 Jahren Ehe, ist es wichtig, sich Freiraum zu lassen. So ging der 73-Jährige Ignaz Schneble stets mit Begeisterung seinem Sport nach, dem Biken, Joggen und Skifahren – Zeit, die Rosmarie Schneble gerne mal mit einer Kollegin nutzte.

«Partnerschaft ist nicht immer nur Honiglecken. Sie verläuft in Wellen, mal geht es hoch, mal geht es runter», sagt die 69-Jährige. Wichtig aber sei es, nicht zu vergessen, dass nach einem Tief auch wieder ein Hoch kommen kann. Dabei helfe das Vertrauen, das sich über die Jahre einstellt. Eifersucht mache dagegen die Beziehung kaputt. «Den anderen ändern zu wollen, bringt nichts», da sind sich beide sicher. «Mein Mann muss mit meinen Macken leben und ich mit seinen», lacht Rosmarie Schneble. Ihr Mann: «Man muss die Menschen nehmen, wie sie sind, dann ist schon vieles gut!»

«Die Jungen geben oft zu schnell auf», glaubt die 69-Jährige. Doch ein neuer Partner sei oft kein Freifahrtschein für eine nun glücklichere Partnerschaft und wahre Liebe. «Auch mit dem neuen Partner wird das Prickeln vergehen und der Alltag einkehren». Und was tun bei Meinungsverschiedenheiten? «Manchmal gilt es auch nachzugeben, in anderen Fällen, sich durchzusetzen – je nachdem, sagt Rosmarie Schneble».«Oft ist der Mittelweg der richtige!» In einem sind sie sich aber einig: «Schön, dass es mit uns beiden funktioniert!»

Wahre Liebe: «Eheleute waren früher mehr aufeinander angewiesen»

Franz und Emmy Betschart

Franz und Emmy Betschart tanzen seit 50 Jahren gemeinsam durchs Leben.

Dieses Jahr haben sie Goldene Hochzeit gefeiert: Emmy und Franz Betschart aus Allschwil (BL). «Wir haben uns durch meine Schwester kennengelernt», berichtet die 69-jährige. Auf die Frage, warum sie und ihr Mann so lange ein Paar sind, während in der Schweiz heute fast jede zweite Ehe wieder geschieden wird, weiss sie Antwort: «Wer früher geheiratet hat, hatte in der Regel wenig Geld, man konnte sich nur wenig leisten. Ehepartner waren aufeinander angewiesen». Während Franz Betschart als Telefonmonteur das Geld verdiente, zog Emmy Betschart die beiden Kinder gross, die das Paar zusätzlich zusammen schweissten. Heute freuen sich die beiden gemeinsam über drei Enkelkinder. «Wer heute heiratet, hat in der Regel genügend Geld», so Emmy Betschart. Die finanzielle Selbstständigkeit mache es Paaren leichter, bei Schwierigkeiten aufzugeben und sich zu trennen, findet auch ihr Mann.

 

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