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Fieber oder Grippe? Wann Schwangere zum Arzt sollten

Eine Grippe mit Fieber in der Schwangerschaft lässt sich gut behandeln. Wie Sie das Fieber selbst senken können, unter welchen Umständen es gefährlich für Ihr Baby werden kann – und wann Sie unbedingt zum Arzt gehen sollten.

Fieber in der Schwangerschaft kann auch mit Hausmitteln bekämpft werden.

Vorsicht bei Fieber über 38,5 Grad Celsius in der Schwangerschaft. Foto: FlyMint Agency, iStock, Getty Images Plus

Wer einmal eine Grippe hatte oder erhöhtes Fieber hatte, weiss, wie stark das auf den gesamten Körper wirkt und wie schlapp sich der Betroffene fühlt. Dabei sind schwangere Frauen besonders anfällig für die Influenza, weil ihre Immunabwehr herabgesetzt ist. Deshalb kann es vorkommen, dass eine Schwangere häufiger als sonst eine Grippe oder schwere Erkältung mit leicht erhöhter Temperatur bekommt. 

Eine Grippe während der Schwangerschaft stellt jedoch keine zwangsläufige Gefahr für das Baby dar. Dennoch ist es zwingend erforderlich, dass die Schwangere bei einer solchen Erkrankung einen Arzt aufsucht, insbesondere dann, wenn sich die erhöhte Temperatur in ein echtes Fieber wandelt. Alles ab 38,5 Grad aufwärts gilt nicht mehr als normal und sollte unbedingt von einem Hausarzt behandelt werden.

Was tun bei erhöhter Temperatur und Anzeichen einer Infektion

Keine Sorge! Der Grippevirus lässt sich keinesfalls auf das Ungeborene übertragen. Komplikationen sind dennoch möglich. Auch bei leichtem Fieber während der Schwangerschaft mit Temperaturen bis 38,5 Grad Celsius besteht im Normalfall kein Grund zur Beunruhigung. Bei Werten über 38,5 Grad Celsius kann es für das Kind jedoch gefährlich werden. Hier gilt es, dringend einen Arzt aufzusuchen und nicht gleich selbst das hohe Fieber mit Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen senken zu wollen. Eventuell kann der Grund für die Temperatur auch anderswo liegen. Falls Sie noch zusätzliche Schmerzen haben, sollten Sie sich als Erstes unbedingt an Ihren Hausarzt wenden.

Wadenwickel senken das Fieber 

Sie brauchen pro Wade drei Lagen:

  • Befeuchten Sie ein Leinentuch. Die Wassertemperatur sollte zwischen 16 und 20 Grad betragen. Wringen Sie das Tuch aus und legen Sie es um Ihre Wade.
  • Als zweite Lage wickeln Sie ein saugfähiges Frotteetuch herum.
  • Als dritte Lage wählen Sie ein Moltontuch. Es soll verhindern, dass Feuchtigkeit austritt, und sorgt dafür, dass die Temperatur niedrig bleibt.

Erneuern Sie die Wadenwickel, sobald die Tücher Hauttemperatur haben. Die Wickel können das Fieber nach merhmaliger Anwendung um 0,5 bis 1 Grad Celsius senken. Weitere Tipps, um Erkältungen mit Fieber vorzubeugen, finden Sie bei uns.

Die Influenza kann nämlich unbehandelt zu Früh- oder Fehlgeburten führen. So begünstigt eine Grippe in der Schwangerschaft beispielsweise eine Lungenentzündung bei der Schwangeren oder zu Früh- oder Fehlgeburten führen. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass eine Grippe während der Schwangerschaft beim Baby Störungen wie Autismus auslösen kann. Unbehandeltes hohes Fieber in der Frühschwangerschaft kann beim Kind Fehlbildungen wie beispielsweise Herzfehler begünstigen. Gerade aus diesen Gründen ist der Arztbesuch unverzichtbar, denn je länger die Infektion andauert, desto grösser ist auch die Gefahr möglicher Risiken.

Von Paracetamol bis Ibuprofen: Diese Medikamente dürfen Sie zu sich nehmen

Der Arzt kann bei Grippe oder Fieber in der Schwangerschaft Medikamente verschreiben, welche den Krankheitsverlauf lindern und für Schwangere geeignet sind. Denn bei einigen Medikamenten ist Vorsicht geboten.

Wirksam ist Paracetamol. Paracetamol darf bei einer Erkältung in der Schwangerschaft zur Senkung des Fiebers eingesetzt werden, sofern es vom Arzt verordnet wurde. Schwangere Frauen sollten sich bei der Einnahme unbedingt an die Dosierungsempfehlungen für Schwangere auf dem Beipackzettel oder an die Empfehlungen des Arztes halten. Ist Paracetamol nicht gefährlich in der Schwangerschaft?! Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen konnten laut dem Institut Embryotox nicht belegen, dass die Einnahme von Paracetamol dem Kind schadet. Dennoch wird empfohlen, das Medikament nur im Ausnahmefall und nach Absprache mit dem Arzt einzunehmen.

Genauso verhält es sich übrigens mit Homöopathischen Mitteln oder ätherischen Ölen, die genau wie Paracetamol nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden sollten. Wer also an Halsschmerzen, Schmerzen generell in den Gelenken oder am Körper sowie an Magen-Darm-Infekt leidet, sollte versuchen, diese Beschwerden mit einfachen Hausmitteln in Griff zu bekommen.

Impfung ist zu empfehlen

Experten empfehlen zudem, dass sich jede werdende Mutter spätestens ab dem vierten Monat der Schwangerschaft einer Impfung gegen Grippe unterzieht, wobei bei Frauen, welche gesundheitlich besonders stark gefährdet sind, bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel eine entsprechende Grippe-Impfung ratsam ist. Allgemein sind diese Impfungen sehr gut verträglich, da die eigentlichen Impfstoffe keine Krankheiten verursachen können. Sollte die Schwangere nach der Grippeimpfung dennoch an der Grippe erkranken, verläuft die Erkrankung in der Regel ungefährlicher und die Genesung somit schneller.

Damit Sie gar nicht erst Fieber bekommen

Was tun, wenn die nächste Erkältungswelle kommt? Mit diesen Tipps stärken Sie Ihr Immunsystem:

  • Achten Sie auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung
  • Frisches Obst ist besser als fertige Smoothies
  • selbst gekochte Gerichte enthalten mehr wichtige Nährstoffe als Fertigprodukte
  • Regelmässige Besuche in der Sauna stärken das Immunsystem und sind auch während der Schwangerschaft erlaubt
  • Wechselduschen mit kaltem und warmem Wasser stärken das Immunsystem ebenfalls
  • Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft
  • Schwangeren wird eine Grippeimpfung empfohlen
  • Halten Sie in der Erkältungszeit Abstand von hustenden und niesenden Mitmenschen. Im Zweifelsfall sollten Sie Erkälteten nicht die Hand schütteln und sie nicht umarmen.

Magen-Darm-Grippe bei Schwangeren

Sie leiden nicht unter Fieber, sondern an einer Magen-Darm-Grippe? Hier gilt das Gleiche wie bei einer Erkältung. Das Baby ist hinreichend geschützt, und zwar auch dann, wenn die Mutter unter Durchfall und Übelkeit leidet. Auch in diesem Fall ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, welcher Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem viel Ruhe verordnet. Wichtig ist auch, ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, wobei sich Wasser und Tee am besten eignen. Fruchtsäfte dagegen blähen und reizen den Magen durch ihren hohen Säuregehalt. Wenn sich der Appetit zurückmeldet, sind kleine Mahlzeiten geeignet, um Magen und Darm wieder zu fordern. Geben Sie Ihrem Körper die Zeit, die er für die Genesung benötigt.