Schwangerschaft: Was tun bei hartem Bauch?

Schon in der Mitte ihrer Schwangerschaft bemerken zahlreiche Frauen gelegentlich, dass ihr Bauch hart wird. Oft sind die Schwangeren beunruhigt. Sie wollen wissen, ob der harte Bauch harmlos oder Anlass zur Sorge um die Gesundheit des Babys ist.

Was hat ein harter Bauch in der Schwangerschaft zu bedeuten?

Ein harter Bauch in der Schwangerschaft kann viele Ursachen haben. Foto: Creatas - Thinkstock

Gerade ist Anne B., in der 30. Woche schwanger, ein paar Kilometer Velo gefahren. Gegen Ende der Velotour merkt sie, dass ihr Bauch hart wird. Besorgt fragt sie sich, worin die Ursache für diesen harten Bauch liegt. Hat sie sich überanstrengt?

Ein harter Bauch kann verschiedene Ursachen haben: So kann er von Blähungen, zu schwerem Essen und Lebensmittelunverträglichkeiten hervorgerufen werden. In der Schwangerschaft verursacht oft das Zusammenziehen der Gebärmutter einen harten Bauch. «Schwangerschaftswehen oder Kontraktionen treten in jeder Schwangerschaft in Form einer Verhärtung des Bauches auf. Sie können als Übung der Gebärmutter angesehen werden», erklären Elke Mattern und Angela Schweer in dem Ratgeber «Schwangerschaft, Geburt & Stillzeit».

Wehen machen den Bauch hart

Die Gebärmutter ist ein Muskel, der sich anspannen und entspannen kann wie jeder andere Muskel auch. Kontraktionen dieses Muskels in der Schwangerschaft machen Sinn. Sie haben zum Beispiel zur Folge, dass die Muskulatur des Uterus, also der Gebärmutter, gut durchblutet und für die Geburt trainiert wird. Solche Gebärmutter-Kontraktionen werden dementsprechend oft «Übungswehen» genannt.

In der fortgeschrittenen Schwangerschaft, etwa ab der 36. Woche, sorgen die Wehen dafür, dass der Gebärmutterhals verkürzt wird. Ausserdem rutscht das Kind tiefer ins Becken in Richtung Geburtskanal. Weil die Wehen den Bauch senken, werden sie oft «Senkwehen» genannt. Senkwehen haben für die Mutter den befreienden Effekt, wieder leichter atmen zu können, da die Lungen wieder mehr Platz haben.

Vorwehen und damit ein harter Bauch können auch durch körperliche Anstrengung ausgelöst oder verstärkt werden. Schwangere bemerken deshalb oft beim Velofahren, Einkaufen oder Staubsaugen einen harten Bauch. Sogar das Baby selbst kann Kontraktionen der Gebärmutter auslösen, wenn es wild im Bauch herumtobt.

Vorwehen und Geburtswehen: die Unterschiede

Viele Frauen erschrecken, wenn sie Vorwehen spüren, weil sie fürchten, Geburtswehen könnten bereits den Muttermund öffnen und die Geburt einleiten. Vorwehen und Geburtswehen lassen sich in der Regel leicht unterscheiden. Vorwehen treten in unregelmässigen Abständen auf, manchmal liegen Tage zwischen ihnen, dann wiederum treten sie mehrmals am Tag auf. Sie sind meist schmerzlos, manchmal werden sie von einem Ziehen im Kreuz begleitet.

Geburtswehen sind dagegen durch sehr regelmässige Abstände gekennzeichnet und oft mit stärkeren Schmerzen verbunden. «Wenn Sie die Unterhaltung mit Ihrem Partner unterbrechen müssen, weil Sie sich auf die Atmung zur Schmerzverminderung konzentrieren, haben Sie wahrscheinlich kräftige Wehen und die Geburt hat angefangen», so Elke Mattern und Angela Schweer.

Das hilft bei hartem Bauch

Wird der harte Bauch als unangenehm empfunden, ist es sinnvoll, sich eine Auszeit zu nehmen und genau das zu tun, was am besten entspannt. Wer zum Beispiel die Füsse hochlegt, eine Tasse Schwangerschaftstee trinkt oder einen gemütlichen Spaziergang an frischer Luft macht, löst die unangenehme Anspannung im Bauch. Auch ein warmes Bad hilft. Werden die Wehen beim Baden dagegen stärker, handelt es sich wahrscheinlich um Geburtswehen.

Grundsätzlich gilt: Im Zweifel ärztlichen Rat einholen! Spätestens, wenn der harte Bauch von Ausfluss, Schmerzen, Ziehen im Unterleib, Fieber oder Übelkeit begleitet wird, sollte ein Arzt die Ursache genau abklären

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