Wassergeburt: die sanfte Alternative

Natürlich wünscht sich jede Frau eine sanfte und angenehme Geburt. Eine Wassergeburt kann dies möglich machen, denn das warme Wasser macht es der Gebärenden leichter, sich zu entspannen. Lesen Sie, was bei einer Wassergeburt alles anders ist und welche Vor-, aber auch Nachteile es gibt. 

Eine Wassergeburt kann angenehmer sein.

Eine Wassergeburt kann einen entspannteren Beginn ins Leben für Ihr Baby bedeuten. Foto: B. Baltimore Brown, flickr (CC-Lizenz, by-nc-sa)

Wenn Sie in Ihrer Schwangerschaft ab und zu schwimmen waren oder Wassergymnastik gemacht haben, dann wissen Sie schon, dass man sich mit dickem Babybauch im Wasser leicht und schwerelos fühlt. Auch bei der Geburt ist dies so und das kann dabei helfen, den Wehenschmerz besser zu ertragen.

Die Geburtswannen haben dabei wenig Ähnlichkeit mit Ihrer Badewanne daheim. Sie sind grösser und tiefer als eine normale Badewanne. Das Wasser fliesst von unten ein, sodass Sie kein Wasserhahn behindert. Die Wanne ist zudem von allen Seiten gut zugänglich. Die Geburtshelfer werden Sie von aussen unterstützen. Das Wasser hat eine Temperatur zwischen 32 und 37 Grad Celsius, wobei Sie die genaue Temperatur selbst bestimmen können. Falls Sie eine Hausgeburt planen, können Sie sich übrigens auch ein Geburtsbecken ausleihen.

Die Vorteile einer Wassergeburt

Sicher kennen Sie das: Nach einem langen Tag ist es sehr entspannend, in der warmen Badewanne zu liegen. Das gleiche Prinzip gilt bei einer Wassergeburt. Viele Frauen finden ein Bad in der Eröffnungsphase oder während der ganzen Geburt sehr entspannend. Das wiederum kommt dem Geburtsverlauf zugute, denn wenn die werdende Mutter entspannt ist, öffnet sich der Muttermund in der Regel leichter und schneller. Auch der Wehenschmerz wird weniger stark empfunden. So werden bei Wassergeburten im Normalfall weniger Schmerzmittel verabreicht als bei einer Geburt im «Trockenen».

Für die Frau ist es ausserdem leichter, bei der Geburt ihre Position zu verändern, da das Wasser schwerelos macht. Auch Dammverletzungen treten im Wasser weniger häufig auf. Falls tatsächlich ein Dammschnitt nötig werden sollte, kann Ihr Geburtshelfer das auch im Wasser tun.

Für das Baby bedeutet eine Wassergeburt ein sanfter Übertritt von der Mutter in die Welt draussen. Schliesslich ist es aus dem Mutterleib bereits warmes Fruchtwasser gewöhnt. Manche werdende Eltern befürchten, dass das Baby bei einer Wassergeburt ertrinken kann. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der sogenannte Tauchreflex sorgt dafür, dass sich der Kehlkopf unwillkürlich schliesst. Erst wenn das Neugeborene aus dem Wasser auftaucht und Luft an seine Haut kommt, beginnt es zu atmen.

Wassergeburt nicht für alle Schwangerschaften ideal

Nicht für alle Schwangerschaften ist eine Wassergeburt jedoch ratsam. Bei vielen Risikoschwangerschaften wird Ihnen Ihr Arzt wahrscheinlich von vornherein von einer Geburt im Wasser abraten. Dazu gehören zum Beispiel Bluthochdruck bei der Mutter, eine Mehrlingsschwangerschaft oder Beckenendlage. Auch bei einer Frühgeburt, wenn das Fruchtwasser grünlich ist oder es bei einer früheren Geburt Komplikationen gab, wird man Ihnen keine Wassergeburt empfehlen.

Auch wenn Sie schon einen Kaiserschnitt hatten und jetzt gern eine Wassergeburt hätten, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme unterhalten. Manche Ärzte sind der Meinung, dass die Narbe im Wasser weicher wird und raten deshalb von einer Wassergeburt ab. Die Narbe kann allerdings auch bei einer natürlichen Geburt «im Trockenen» wieder aufgehen. An Land kann Ihr Geburtshelfer besser beurteilen, ob dies passieren könnte.

Auch im Wasser werden die Herztöne Ihres Babys überprüft. Hierzu wird ein spezielles CTG-Funk-Gerät benutzt. Wenn bei der Geburt die Herztöne schlechter werden, wird man Sie bitten, die Wanne zu verlassen. Hierin liegt auch ein entscheidender Nachteil der Wassergeburt: Falls es während der Geburt zu Komplikationen kommt und beispielsweise ein Kaiserschnitt nötig wird, kann wertvolle Zeit vergehen, in der die Gebärende aus der Wanne kommt.

Das Spital muss mitmachen

Wenn Sie gern eine Wassergeburt hätten und kein Gesundheitsrisiko dagegen spricht, dann sollten Sie sich vorher bei Ihrem Spital erkundigen, ob dies möglich ist. In vielen Gebärsälen gibt es heute Geburtswannen. Dies muss aber nicht heissen, dass es auch viele Wassergeburten gibt. In manchen Spitälern benutzt man die Wannen hauptsächlich in der Eröffnungsphase, um den Wehenschmerz zu erleichtern. Wenn es nicht genügend Personal gibt, die Erfahrungen mit Wassergeburten haben, wird man Sie bitten, zur eigentlichen Geburt aus der Wanne zu kommen. Am Besten erkundigen Sie sich vorher, ob und wie viele Wassergeburten es an Ihrem Spital gibt. Ein kleiner Trost, falls es in Ihrer Nähe wirklich kein Spital gibt, das Wassergeburten regelmässig durchführt: Manche Frauen haben sich eine Wassergeburt gewünscht und fanden das Wasser im akuten Wehenschmerz dann alles andere als angenehm. Manche Frauen berichten von Kreislaufbeschwerden und Verstärkung der Wehen, die dann ganz unerträglich wurden. 

Mehr Informationen zum Thema Wassergeburt:

  • Fragen Sie Ihre Hebamme oder im Geburtsvorbereitungskurs nach mehr Informationen.
  • Unterhalten Sie sich mit Müttern, die schon eine Wassergeburt hinter sich haben. Vielleicht haben Sie Freundinnen, die ihr Baby im Wasser bekommen haben? Oder schauen Sie doch bei uns im Forum vorbei.
  • Buchtipp: Erlebnis Wassergeburt. Ratgeber für Eltern und Geburtshelfer von Cornela Enning (Februar 2003) 
  • Ein Geburtsbecken können Sie sich zum Beispiel bei www.aquabirth.ch mieten.

Haben Sie Erfahrungen mit einer Wassergeburt? Schreiben Sie uns. Hier geht es zum Kommentarbereich.

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Swica

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