Babyphone App im Praxistest

«Babyphone Duo»

Babyphone App Duo

Vorteile:
Die App «Babyphone Duo» von Kirstin Hofkens ist einfach zu bedienen. Gleich beim Einstieg wird man gefragt, welche Funktion das Gerät innenehmen soll – Sender im Kinderzimmer oder Empfangsstation der Eltern. In den allgemeinen Einstellungen lässt sich dies jederzeit wieder ändern. In einem zweiten Schritt kann man einstellen, ab welchem Geräuschpegel der Alarm an das Empfangsgerät gesendet werden soll – vom leichten Murren bis zu lauthals Schreien. Schliesslich wird man in der Bedienhilfe aufgefordert, beim zweiten Gerät den mehrstelligen Zahlencode einzugeben, der auf dem ersten Smartphone angezeigt wird. So kann man sicher sein, dass man nicht versehentlich auf ein fremdes Handy sendet. Nun sind die Geräte miteinander gekoppelt.

Nachteile:
Geht es um den eigentlichen Kern der App, so folgt bald einmal Ernüchterung. Denn die Verbindung ist relativ instabil, oft verlieren die zwei Geräte den Kontakt zueinander und müssen wieder neu gekoppelt werden. Damit man die Verbindung wieder herstellen kann, muss man nochmals beide Smartphones zur Hand nehmen. Wenig förderlich, wenn das Kind in Ruhe schlafen soll und die Eltern einen entspannten Abend geniessen wollen. Zudem dauert es relativ lang, bis man am Empfangsgerät über den Verbindungsabbruch informiert wird. In der Regel nicht matchentscheidend, aber trotzdem erwähnenswert ist auch die Verzögerung, wenn es im Kinderzimmer laut wird. Laut der deutschen «Stiftung Warentest», welche die App 2015 ebenfalls getestet hat (ganzer Artikel online nicht frei verfügbar), unterdrückt das Baby-Handy zudem die eingehenden Anrufe auf dem Gerät nicht automatisch.

«Babyphone Deluxe»

Babyphone App Deluxe

Die erweiterte App «Babyphone Deluxe» (ebenfalls von Kirstin Hofkens) hat nebst der Smartphone zu Smartphone-Übertragung auch die Möglichkeit, den Alarm auf eine definierte Zielnummer zu melden. Allerdings macht die Herstellerin im App-Store darauf aufmerksam, dass die App mit der neusten Version des Apple-Betriebssystems (iOS 10.3) aus Sicherheitsgründen seitens Apple nicht mehr richtig funktioniert. Der Praxistest zeigte denn auch, dass dieser Fehler aktuell noch nicht behoben ist: Zwar reagierte die Applikation auf das weinende Kind und versuchte, die Festnetznummer anzurufen. Doch es brauchte eine manuelle Bestätigung am Sende-Gerät, damit der Anruf getätigt wurde. Somit ist diese Funktion in der jetzigen Form unbrauchbar. Es wäre wünschenswert, dass die Programmierer an diesem Punkt Verbesserungen anbringen.

 

«Babyphone Annie»

Babyphone App Annie

Vorteile:
Die App «Babyphone Annie» des Entwicklers Master App Solutions erhält man die erste halbe Stunde kostenlos zur Verfügung gestellt, danach ist sie mit 9 Franken eine der teuersten Applikationen auf dem Markt. Gut an der App ist, dass man einen sogenannten Kind-Nachtmodus einschalten kann, der eingehende Anrufe oder Nachrichten unterdrückt. Zudem kann man den Bildschirm auf dem Baby-Sender auf komplett dunkel stellen.

Nachteile:
Auf den ersten Blick gut gelöst ist, dass das Empfängergerät meldet, wenn die Verbindung zum Sender unterbrochen ist. Theoretisch kann man in den Einstellungen festlegen, nach wie vielen Sekunden die App einen alarmieren soll. In der Praxis funktioniert dies aber schlecht. Wir haben diesen Alarm auf 30 Sekunden festgelegt, tatsächlich dauerte es aber gut 5 Minuten, bis die Information auf dem Empfangsgerät angezeigt wurde. Ein weiteres Feature ist die Möglichkeit, neben Geräuschen auch Videos aus dem Kinderzimmer zu senden. Wenn man jedoch bedenkt, dass das Handy kein Nachtsichtgerät ist und es im Zimmer meist schummrig bis zappenduster ist, macht diese Funktion wenig Sinn.

«WiFi Baby Monitor»

Babyphone App «WiFi Baby Monitor»

Vorteile:
Sehr stabil ist der «WiFi Baby Monitor» von Papenmeier Software UG. Die App ist einfach zu bedienen und meldet zuverlässig, wenn ein Gerät sich nicht mehr im Funkbereich des WLANs oder einer Handyantenne befindet.  Der Entwickler Frank Papenmeier ist zudem bemüht, auf die Inputs der Nutzer einzugehen. Im Google Apps-Store beantwortet er Fragen oder Kritik umgehend und bietet den Kunden Lösungen an.

Nachteile:
An der Qualität des übertragenen Tones könnte Papenmeier noch arbeiten – die Stimmen wirken über die App extrem blechern und verzerrt. Kleiner Wermutstropfen für alle iPhone-Besitzer: Die App gibt es vorläufig nur für Android.

Besonnen mit Babyphone-App umgehen

Der Praxistest zeigt, dass viele der im Internet und bei den Bewertungen in den App-Stores hoch gepriesenen Applikationen Mängel aufweisen. Allen gemeinsam ist zudem, dass sie ziemliche Akku-Fresser sind. So kann ein voll geladener Akku bereits nach etwas mehr als einer Stunde praktisch leer sein. Wer die beiden Geräte aber an ein Stromnetz anschliessen kann und zu Hause oder am gewünschten Verwendungsort ein garantiert stabiles WLAN- oder Handynetz hat, dem kann eine Babyphone-App sehr nützlich sein. Denn ob die Geräusche nun scheppernd oder klar übermittelt werden, spielt in diesem Bereich keine so grosse Rolle. Weniger empfehlenswert sind die Apps aber dann, wenn man sich über die Verbindungsqualität zwischen den beiden Geräten unsicher ist. Dann wiegen sich die Eltern womöglich im falschen Glauben, das Kind schlafe seelenruhig, während es in Wirklichkeit wach ist.

Wer sich trotzdem entscheidet, einer Babyphone App und dem Internet zu trauen, sollte auf jeden Fall diese Tipps beachten:

  • Wichtig ist, das Smartphone, das beim Kind bleibt, auf stumm zu schalten, damit es von eingehenden Anrufen nicht geweckt wird.
  • Wer per Pre-Paid telefoniert, muss bei der Lösung mit dem Anrufalarm auf eine Telefonnummer über ausreichendes Guthaben verfügen.
  • Der Akku sollte voll aufgeladen sein, wenn das Gerät nicht an einer Steckdose angeschlossen ist.

Daten im Netz

Ein Punkt, der Eltern möglicherweise Sorgen bereitet, sind die Daten, die man aus dem Kinderzimmer ins Netz übermittelt. Die deutsche Stiftung Warentest hat in ihrem Artikel zu Babyphones das Datensendungsverhalten der Apps getestet. Die Stiftung kommt zum Schluss, dass keine der Applikationen unnötige Daten sendete. Allerdings sei trotzdem Vorsicht geboten. Gross angelegte Hackerangriffe wie die Cyberattacke «Wanna cry» im Frühling 2017 zeigten, dass man sich selbst als unscheinbarer Normalbürger mit durchschnittlichem Internetnutzungsverhalten bezüglich Daten nicht in falscher Sicherheit wiegen sollte.

Strahlenbelastung

Eltern haben möglicherweise Bedenken ein Smartphone direkt neben ihr Kind zu legen. Wie gesund ist es für das Kind, wenn ein Gerät neben ihrem Säugling ständig «auf Sendung» ist? Die gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf den Menschen sind noch nicht restlos geklärt. Eine 2010 von der Weltgesundheitsorganisation WHO durchgeführte Studie kam denn zu keinem eindeutigen Schluss, ob die Strahlen gesundheitsgefährdend sind. Ratsam ist dennoch, auf einen geringen SAR-Wert beim Smartphone zu achten. Er gibt Auskunft über die Absorption von elektromagnetischen Feldern. Als mittlerer Wert gilt eine Strahlung ab 0,60 Watt pro Kilogramm, als hohe Strahlung werden Werte von über 1,0 Watt /kg bezeichnet. Das Smartphone mit der geringeren Strahlung kommt ins Kinderzimmer.

 

HiPP

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