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Mit Baby ist alles anders - auch Weihnachten!

Ein Baby stellt den Alltag völlig auf den Kopf! Essen, schlafen, trinken - alle Zeitabläufe richten sich nach den Bedürfnissen des süssen Nachwuchses. Kein Wunder, dass auch das erste Weihnachtsfest ganz anders als gewohnt verläuft. Eine Mutter berichtet.

Weihnachten mit Baby: ein neues Erlebnis

Weihnachten mit Baby lässt das Fest in neuem Glanz erscheinen. Bild: franckreporter, Getty Images Plus

Im vergangenen Jahr war Lisa sieben Monate, als Weihnachten näher rückte. In der Adventszeit begannen wir zu überlegen, wie wir das Weihnachtsfest gestalten wollten. Bisher waren doch wir noch die «Kinder» gewesen, die sich bei unseren Eltern gern mit Weihnachtsbaum, Geschenken und Essen verwöhnen liessen. Sollte das nun anders werden – wollten wir nun bei zu Hause ganz traditionell Weihnachten feiern? Gleichzeitig drängelten unsere Freunde: Sie wollten wissen, ob wir den Heiligen Abend bei Ihnen verbringen würden, um gemeinsam zu kochen und zu essen.

Nichts muss sein, wie es immer war

Meiner Mutter hatte dann die Idee: «Feiert doch mit den Freunden am Heiligen Abend. Und am nächsten Tag holen wir den Familien-Heiligabend mit Weihnachtsbaum und Bescherung bei euch nach», schlug sie vor. «Lisa merkt ja nicht, dass nachgefeiert wird.» So wurde es beschlossen.

Der echte Heiligabend war sehr schön. Lisa war zwar erst gegen 21 Uhr in ihrem Reisebett eingeschlafen, sodass ich selbst nicht viel beim gemeinsamen Kochen helfen konnte. Aber viele Köche verderben ja ohnehin bekanntlich den Brei. Dank Babyphon sassen wir entspannt bis tief in die Nacht beieinander. Weil wir alle bei den Freunden übernachteten, konnte Lisa gut durchschlafen.

Leider war sie am ersten Weihnachtstag schon um 6 Uhr wieder wach. Mein Mann machte keine Anstalten aufzustehen. Weil mich das ärgerte und ich so unausgeschlafen war, begann der Tag verstimmt. Zum Glück versprach mein Mann mir nach seinem ersten Kaffee hoch und heilig, dass er am nächsten Tag mit Lisa in aller Herrgottsfrühe Bauklötze stapeln würde – und ich dann ausschlafen dürfte.

Wenn’s Baby weint, muss die Bescherung warten

Am Nachmittag kamen meine Eltern, um dann, wie geplant, klassisch Heiligabend zu feiern. Zur Christmette konnten wir natürlich nicht gehen – die war ja schon am Vortag gewesen. Ich glaube auch nicht, dass sich Lisa in der überfüllten Kirche wohl gefühlt hätte. Während Lisa noch im Nachmittagsschlaf vor sich hin träumte, assen wir den Kuchen, den meine Mutter mitgebracht hatte. Irgendwann krähte Lisa dann aus ihrem Bettchen. Leider braucht sie oft lange, bis sie nach dem Mittagsschlaf zu sich findet. Das war auch an diesem Tag so. Kreischend sass sie auf meinem Schoss in der Küche. Dass die Grosseltern gleich auf sie einstürmten, sie am liebsten sofort auch auf ihren Schoss gezogen und mir ihr gespielt hätten, vertrug sie gar nicht. Da half auch ihr Schoppen nichts. Es dauerte mehr als eine Stunde, bis sie endlich aufhörte zu weinen – und das nur, weil mein Mann sich Lisa schnappte und mit ihr nach draussen ging. An der frischen Luft beruhigte sie sich sofort.

Weihnachtsbaum festgebunden

Dann gingen wir ins Wohnzimmer. Der kleine Weihnachtsbaum mit den Lichtern, der erste in unserer gemeinsamen Wohnung, faszinierte Lisa natürlich sehr. Wir hatten die Kugeln und Lichterketten zwar schon höher gehängt – dennoch unterschätzt, welchen Ehrgeiz Lisa im Laufe der nächsten Tage noch entwickeln würde, um an die schönen Weihnachtskugeln zu kommen! Schliesslich bohrte mein Mann ein Loch für einen kleinen Haken in die Wand, so dass der Weihnachtsbaum nun mit einem Tau an dem Haken fixiert werden konnte. Im nächsten Jahr kaufen wir eine Fichte – die spitzen Nadeln werden Lisa dann hoffentlich vom Baum fernhalten.

Vor der Bescherung sangen wir zusammen ein paar Weihnachtslieder. Dieser Moment war für mich das absolute High-Light des Tages: Wie süss Lisa versuchte mitzusingen, auf ihre ganz eigene, babyhafte Art. Wild ruderte sie mit Armen und Beinen zum Rhythmus! Davon machten wir viele Fotos - schliesslich ist das erste Weihnachtsfest mit Baby doch ein besonderes Fest!

Verpackung interessanter als der Inhalt

Danach kam ein Aha-Erlebnis: Zum ersten Weihnachtsfest sind Geschenke fürs Baby relativ überflüssig! Lisa interessierte sich null für ihr schönes Holz-Puzzle. Das einzige, was sie wirklich begeisterte, war die Verpackung! Vor allem faszinierten sie die bunten, sich kräuselnden Geschenkbänder.

Zum Glück hatten wir mit meinen Eltern vereinbart, dass sie das Geld für ein Geschenk für Lisas nächsten Geburtstag bei Seite legen. Denn dann ist sicher der Moment gekommen, wo teurere Anschaffungen schön wären: ein Puppenwagen zum Schieben und Nachziehen oder ein Schaukelpferd zum Beispiel.

Kein First-Class-Menü

Während meine Eltern mit Lisa (und den Geschenkbändern) spielten, holte ich das Gulasch aus dem Kühlschrank. Das hatte ich schon zwei Wochen vorher vorbereitet und dann eingefroren. Von einer Familie mit kleinem Kind kann niemand ein frisches First-Class-Festtags-Menü erwarten. Die Spätzli dazu machte mein Mann. Als Nachtisch gab es Glace – ebenfalls aus der Tiefkühltruhe.

Lisa hielt an diesem Tag bis 22 Uhr aus! Sie merkte schon sehr deutlich, dass dies ein besonderer Abend war. Dann schlief sie zum Glück auch problemlos ein – und ich mit ihr. Mein Mann und meine Eltern räumten alleine auf. So ist es eben – Weihnachten mit Baby.

Sieben Tipps für ein fröhliches Weihnachtsfest mit Baby:

  • Sinnvoll ist es, mit der Verwandtschaft zu besprechen, das Geld für ein Baby-Geschenk zu sparen – zugunsten eines Geschenkes zum nächsten Geburtstag oder Weihnachtsfest, das dann teurer ausfallen darf.
  • Christmette mit Baby muss nicht sein. In einer überfüllten Kirche kann sich ein Baby sehr unwohl fühlen.
  • Baumschmuck so hoch hängen, dass neugierige Baby-Hände nicht heran reichen können. Ein Weihnachtsbaum mit spitzen Nadeln hält Babys auf Abstand.
  • Fotoapparat bereitlegen: Das erste Weihnachtsfest mit Baby kommt nie wieder!
  • Essen schon Tage vor dem Weihnachtsfest vorbereiten und einfrieren. Das entspannt die Festtage ungemein!
  • Mut, das Weihnachtsfest ganz anders zu feiern als gewohnt. Nichts muss sein, wie es immer war.
  • Nicht das Baby ans Weihnachtsfest anpassen, sondern das Weihnachtsfest an den Rhythmus des Babys. Denn ist das Kind unausgeschlafen, wird es stressig für die Eltern.