Die richtige Trinkmenge für das Baby

«Bekommt mein Baby genügend Milch?» - «Warum spuckt mein Kind - trinkt es zu viel?» Solche Fragen beschäftigen alle Eltern irgendwann einmal. Zwar lässt sich die Trinkmenge für Säuglinge nicht beziffern, doch gibt es einige Anhaltspunkte, die zeigen, ob Babys bekommen, was sie brauchen.

Die richtige Trinkmenge: Wie viel braucht ein Baby?

Trinkt mein Baby genug? Wird es dick von zu viel Milch? Solche Fragen stellen sich Eltern oft, doch keine Angst: Das Baby trinkt meist nur, was es braucht. Foto: Hemera, Thinkstock

Eben noch wurde das Baby gestillt – nun schreit es schon wieder. «Bekommt es an der Brust zu wenig Milch?» fragen sich die Eltern beunruhigt. Auch andere Mütter und Väter machen sich Sorgen: «Trinkt das Kind zu viel – kann es zu dick werden?» überlegen sie irritiert, wenn ihr Säugling gerade einen ganzen Schoppen ausgetrunken hat – und nun noch mehr will. Sie alle wollen wissen, welche Trinkmenge für das Baby angemessen ist.

Beziffern lässt sich der Bedarf an Milch, den Säuglinge haben, nicht. Zu unterschiedlich sind die Babys – und zu sehr variiert ihr Appetit von Tag zu Tag. Zum Glück kennen Säuglinge selbst die richtige Trinkmenge. Mütter können sich von ihren Kindern leiten lassen – sie spüren, wie oft und wie viel Milch sie brauchen.

«Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage: Je häufiger die Mutter anlegt, umso mehr Milch wird gebildet», erklärt die La Leche League Schweiz. Und das bedeutet: Das Baby sollte von Anfang an dann Milch bekommen, wenn es danach verlangt. Im Lauf der Wochen findet es seinen Rhythmus. Die Abstände werden immer länger, bis vier, fünf oder sechs Stunden zwischen den Milchmahlzeiten liegen.

Stillen: die richtige Trinkmenge für das Baby

Eltern, die sich sorgen, ihr Baby könne zu wenig Milch bekommen, können beruhigt sein: «Sie haben ganz bestimmt genug Milch. Sollten Sie plötzlich den Eindruck haben, dass Ihnen an Milch fehlt, legen Sie Ihr Kind häufiger an, aber immer nach seinem Bedarf», erklärt Muriel Jaquet, Autorin der Broschüre «Mutter und Kind. Ernährung während Schwangerschaft, Stillzeit und im 1. Lebensjahr», herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Je häufiger eine Mutter stillt, desto mehr regt sie die Milchproduktion an. Sobald sie wieder genug Milch für das Baby hat, normalisiert sich der Stillrhythmus.

Doch Vorsicht: nicht jedes Schreien heisst Hunger! Muriel Jaquet sagt: «Manchmal braucht der Säugling statt Milch ganz einfach Schlaf oder Trost.»

Genügend Milch fürs Baby

Das Baby gedeiht gut (bekommt genügend Milch), wenn:

  • es mindestens innerhalb von 24 Stunden fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat. Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, die nichts ausser Muttermilch (kein Wasser, keinen Tee, Saft usw.) erhalten.

  • es in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen hat (später werden seltenere Darmentleerungen normal).

  • seine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme mindestens 110 Gramm pro Woche, ausgehend vom niedrigsten Gewicht, beträgt. (Mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme.)

  • seine Haut eine gute Farbe und eine gute Spannung aufweist.

  • es in die Länge wächst und sein Kopfumfang zunimmt.

  • es in den Wachphasen aufmerksam und lebhaft ist.

Quelle: La Leche League Schweiz

 
 

Wenn das Baby ersten Babyspeck ansetzt, fragen sich manche Eltern, ob ihr Säugling zu dick werden könnte. «Sie brauchen keine Angst zu haben, dass Ihr Säugling zu viel Milch trinkt. Er wird nur die Menge trinken, die er braucht», beruhigt Muriel Jaquet.

Säuglingsnahrung: die richtige Trinkmenge für das Baby

Auch für Eltern, die ihr Kind mit Muttermilchersatzpräparaten füttern, gilt: Sinnvoll ist es, den Bedürfnissen des Säuglings zu vertrauen. Wird die Trinkmenge seinem Appetit angepasst, bekommt er genau das, was er braucht. Diese einfache Regel gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass er Pre-Nahrung bekommt.

Pre-Nahrung ist in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch am besten angepasst. «Wie die Muttermilch enthält sie als Kohlenhydrat ausschliesslich Milchzucker», erklären Elke Mattern und Angela Schweer in ihrem Ratgeber «Schwangerschaft, Geburt & Stillzeit» (Humboldt). «Diese Säuglingsanfangsnahrung deckt den Nährstoffbedarf Ihres Kindes im ersten Lebenshalbjahr.» Die Pre-Nahrung muss nicht nach einer bestimmten Zeit durch eine andere Milchnahrung ersetzt werden. Stattdessen lässt sie sich im zweiten Lebenshalbjahr mit Beikost ergänzen.

Wer dennoch auf die Folgemilch mit der Nummer 1 umsteigt, muss dagegen aufpassen, das Kind nicht zu überfüttern. Deshalb sollte hier die auf der Packung angegebene Tagestrinkmenge nicht überschritten werden. «Die 1-Nahrung unterscheidet sich in ihrer Zusammensetzung mehr von der Muttermilch als die Pre-Nahrung. Sie ist nur zum Teil der Muttermilch angepasst. Oft enthält sie zusätzlich zum Milchzucker weitere Kohlenhydrate wie zum Beispiel Stärke, was leicht zu einer Überfütterung des Kindes führen kann», so Elke Mattern und Angela Schweer. Völlig überflüssig: Folgemilchnahrung mit der Bezeichnung 2, 3 und 4. Der hohe Anteil an Eiweiss, Stärke und Mineralstoffen ist belastend für den Stoffwechsel des Säuglings.

Gleichgültig, ob es sich um Pre-Nahrung oder Folgemilch der Stufe 1 handelt: Bei der Zubereitung der Milchersatzprodukte ist es wichtig, dass das Mengenverhältnis von Milch und Wasser, das auf der Verpackung angegeben ist, genau eingehalten wird. Daher sollten Eltern nur den vorgesehenen Messlöffel verwenden und überschüssiges Pulver mit einem Messer abstreifen. Dem Wasser grössere Mengen Milchpulver als angegeben beizumischen, sei problematisch, so Muriel Jaquat: «Zu energiereiche Schoppen können zu einer Überernährung führen, die sich negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirkt.»

Wer dennoch wissen will, wie viel Milch Babys durchschnittlich brauchen, schaut auf die Verpackung des gewählten Produkts. «Doch bedenken Sie, dass es sich nur um Durchschnittswerte handelt», so Muriel Jaquat. «Der Appetit des Säuglings kann sich von einem Tag zum anderen oder von einer Mahlzeit zur anderen verändern.» Bleiben Zweifel, hilft ein Gespräch mit dem Kinderarzt. Ist der Kinderarzt mit der Gewichtszunahme zufrieden, können Eltern sicher sein, dass der Säugling die richtige Trinkmenge erhält.

Weiterführende Links zum Thema Stillen und Trinkmenge beim Baby

  • Mutter und Kind. Ernährung während Schwangerschaft, Stillzeit und im 1. Lebensjahr. Herausgeber: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung. 4. Vollständig überarbeitete Auflage 2011: www.sge-ssn.ch

  • La Leche League Schweiz: www.stillberatung.ch

  • Schweizerischer Hebammenverband: www.hebamme.ch

 

Haben Sie Fragen zur optimalen Trinkmenge? Wie viel trinkt Ihr Baby? Schreiben Sie einen Kommentar.

HiPP

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