Lesen lernen mit Hirntraining

Schon im Vorschulalter können Kinder mithilfe eines Trainings schnell lesen lernen. Ihr Hirn erkennt Schrift etwa so schnell wie das eines Erwachsenen. Forscher am Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich haben das jetzt herausgefunden.

Erwachsene verarbeiten Schrift schnell und unbewusst. Ein Netzwerk im Hirn, das sich während des Lesenlernens auf die Verarbeitung von Schrift spezialisiert, ist dafür verantwortlich. Diese Spezialisierung für Schrift entwickelt sich bereits sehr schnell im Vorschulalter, wenn Kinder die Verknüpfungen von Sprachlauten und Buchstaben gezielt trainieren.

Für die Untersuchung haben über 30 Kindergartenkinder mit und ohne familiäres Risiko für eine Leseschwäche mit dem Computer-Lernprogramm «Graphogame» trainiert. Es wurde an der finnischen Universität in Jyväskylä entwickelt. Die Kinder übten innerhalb von zwei Monaten insgesamt drei bis vier Stunden mit dem Programm. Dabei wurden sie genau beobachtet und untersucht. So wurden Hirnstrommessungen und funktionelle Magnetresonanztomographie durchgeführt, um zu sehen, wie sich das Lesenlernen entwickelt.

Fast alle Kinder konnten unabhängig vom familiären Risiko ihre Buchstabenkenntnisse verbessern. Nur gerade eine Viertelsekunde nachdem die Kinder ein geschriebenes Wort gesehen hatten, konnte das Hirn bereits zwischen geschriebenen Wörtern und Symbolreihen unterscheiden. Diese Aktivität im Hirn für Schrift gleicht derjenigen von Erwachsenen oder Kindern, die lesen können.

Für Kinder mit einer genetischen Veranlagung zu Leseschwäche könnte es also förderlich sein, wenn sie schon früh und gezielt mit einem Lernprogramm das Lesen üben.

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