Dreikönigstag: Der Brauch und die Legende hinter dem Dreikönigskuchen

Ein König sein für einen Tag: in der Schweiz ist dieser Wunsch am Dreikönigstag erfüllbar. Jährlich findet am 6. Januar bei vielen Familien der feierliche Wettkampf um den Plastikkönig statt. Doch was steckt hinter dem Brauch des Dreikönigskuchens?

Dreikönigstag: Schweizer Dreikönigskuchen

Der Dreikönigskuchen erfreut sich in der Schweiz an grosser Beliebtheit. Jährlich werden am 6. Januar 1.5 Millionen Kuchen verkauft. Bild: kochtopf, Flickr, cc-Lizenz (by-nc).

Der Dreikönigstag, auch als Epiphanie, Theophanie oder Erscheinung des Herrn bekannt, ist ein christlicher Feiertag, der am 6. Januar (beziehungsweise am 19. Januar nach orthodoxem Glauben) gefeiert wird.

Besonders in der Schweiz ist der Brauch, diesen Tag mit einem Dreikönigskuchen zu feiern, ein grosses Phänomen.

Dreikönigstag - Die Legende der drei Könige

Laut westlichem Glauben bezieht sich der Dreikönigstag auf die drei Weisen aus dem Morgenland (später auch Heilige drei Könige genannt), die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden.

Der 6. Januar ist als der Tag bekannt, an dem sie den Jungen in Betlehem fanden. Der Legende nach hiessen die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Jesus bekam je ein Geschenk von ihnen: Weihrauch von Caspar, Gold von Melchior und Myrrhe von Balthasar.  

Der Bohnenkönig im Römischen Reich

Die Idee, diesen Tag der Epiphanie mit dem Dreikönigskuchen zu feiern, findet ihren Ursprung bei den Römern. Im Römischen Reich gab es einen Festtag, an dem der Ackergott Saturn geehrt wurde.

Zu seinen Ehren wurde ein Kuchen gegessen, der eine Bohne beinhaltete und derjenige, der sie fand, wurde als Bohnenkönig gefeiert. Dieses Fest fand später Anklang in anderen Ländern und passte gut zum Dreikönigstag. So wurde der römische Brauch mit dem christlichen Fest vereint.

Dreikönigstag: Die drei Könige

Die Weisen aus dem Morgenland folgten dem Stern von Betlehem. (Bild: Rawpixel Ltd, iStock, Thinkstock)

Der Dreikönigskuchen in der Schweiz

Der Brauch des Dreikönigskuchens ist in kaum einem anderen Land so stark verbreitet wie in der Schweiz. Jährlich werden im Durchschnitt 1,5 Millionen Kuchen verkauft, was ungefähr einem Kuchen pro Haushalt entspricht.

Es ist das meistverkaufte Spezialgebäck im Land – mit steigender Tendenz. Diese Beliebtheit ist dem Kunsthistoriker Max Währen zu verdanken, welcher den Brauch mit Hilfe des Schweizerischen Bäcker- und Konditorenverbandes Ende der 1950er Jahre wiederbelebte. Mittlerweile wird das Fest nicht mehr nur zu Hause, sondern oft auch im Büro gefeiert.

Die Kuchen werden mit Hefeteig gebacken und haben eine runde Form. In der Mitte befindet sich die Krone, welche die Person aufsetzen darf, die das Kuchenstück mit dem Plastikkönig findet. Die Belohnung besteht bei Familien oft darin, dass der Gewinner oder die Gewinnerin an dem Tag keine Hausarbeiten erledigen muss.

Der Dreikönigstag in anderen Ländern

Während man in Frankreich, Belgien und Spanien auch den Dreikönigskuchen kennt, sieht es beispielsweise in Irland schon ganz anders aus. Dort ist der Feiertag als «Weihnachten der Frauen» bekannt, an dem alle Frauen der Tradition nach keine Hausarbeiten leisten müssen, sondern mit ihren Freundinnen zusammen ein Essen geniessen können.

In Bulgarien wird am 6. Januar von einem Priester ein hölzernes Kreuz in einen See, Fluss oder Meer geworfen und junge Männer rennen um die Wette, um es wiederzuholen. Die Epiphanie ist also weltweit als christlicher Festtag bekannt, aber gefeiert wird sie überall anders – der Dreikönigskuchen nach Schweizer Rezeptur bleibt demnach eine nationale Besonderheit.

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