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Fünf Wege, an Silvester Umweltverschmutzung zu vermeiden

Silvesterfeiern belasten die Umwelt, vor allem Feuerwerk und Bleigiessen sind problematisch. Dabei gibt es gute Alternativen, um Umweltverschmutzungen zu vermeiden und das neue Jahr für die Natur schonend zu begrüssen.

Eine Personengruppe steht nachts um ein Feuer.
Eine umweltfreundliche Alternative zum Silvesterfeuerwerk: Eine Personengruppe steht um ein Feuer, das sie im Freien entzündet haben. (Bild: Jupiterimages/Thinkstock)

An Silvester begrüsst du vielleicht mit deiner Familie das neue Jahr laut, bunt und mit viel Vorfreude. Gleichzeitig merken viele Eltern: Genau in diesen Stunden fallen besonders viele Emissionen, Abfälle und Stress für Tiere an. Die gute Nachricht: Mit ein paar bewussten Entscheidungen kannst du die Umweltbelastung deutlich senken, ohne dass euch die Feierfreude verloren geht.

Die folgenden Ideen helfen dir, typische «Silvester-Klassiker» so umzubauen, dass sie besser zu einem familienfreundlichen und naturverträglichen Start ins neue Jahr passen. Du musst nicht perfekt sein: Schon ein oder zwei Veränderungen machen einen Unterschied.

Feuerwerk: weniger Knall, weniger Feinstaub – und was Kinder daran verstehen können

Feuerwerk sieht spektakulär aus, hat aber einen hohen Preis: In kurzer Zeit entstehen viel Abfall, Lärm und Luftschadstoffe. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) weist darauf hin, dass beim Abbrennen von Feuerwerk in der Schweiz erhebliche Mengen Feinstaub freigesetzt werden, die die Luftqualität kurzfristig stark verschlechtern können. Auch das deutsche Umweltbundesamt hat gezeigt, dass rund um den Jahreswechsel Spitzenwerte bei der Luftbelastung auftreten können. Wenn du diese Belastung reduzieren möchtest, ist der wirksamste Schritt: kein eigenes Feuerwerk anzünden.

Wenn du trotzdem nicht ganz darauf verzichten willst, hilft eine klare Priorität: weniger, kürzer, leiser. Das bedeutet zum Beispiel: nur ein kleines, gemeinsames Element (z.B. Wunderkerzen unter Aufsicht) statt vieler einzelner Knaller. Für Kinder ist dabei nicht nur das «Dürfen», sondern auch das «Warum» wichtig.

Kindgerecht erklären: 3 Sätze, die funktionieren

Du kannst es einfach, ehrlich und ohne Angstbilder erklären. Diese drei Sätze funktionieren in vielen Familien gut:

  • «Wir feiern Silvester so, dass die Luft sauberer bleibt und weniger Müll entsteht.»
  • «Knallen erschreckt viele Tiere und auch manche Menschen – wir machen es heute leiser.»
  • «Wir suchen uns etwas, das genauso schön ist, aber ohne Rauch und ohne Abfall.»

Mit Kindern reden – Wortwahl nach Alter

  • 2–4 Jahre: «Heute machen wir leise Lichter. Knall macht Ohren aua.»
  • 5–8 Jahre: «Feuerwerk macht Rauch und Dreck. Wir nehmen Lichter und Musik – das ist besser für Tiere und die Luft.»
  • 9+ Jahre: «Feuerwerk verursacht kurzzeitig viel Feinstaub und Abfall. Wir feiern so, dass es weniger schadet – und suchen Alternativen.»

Leise Alternativen 

Viele Kinder lieben an Silvester vor allem das «Ritual»: Countdown, etwas Besonderes, gemeinsam draussen oder am Fenster stehen. Genau das kannst du beibehalten – ohne Knall.

Ideen, die leise und familienfreundlich sind:

  • Lichter statt Knaller: LED-Teelichter im Glas, Lichterketten am Balkon, Taschenlampen-«Lichtshow» oder selbstgebastelte Laternen.
  • Musik statt Krach: Eine kurze Tanzparty um Mitternacht, draussen oder im Wohnzimmer.
  • Papier-Konfetti: Aus Altpapier stanzen oder schneiden und danach direkt zusammenwischen (kein Plastik-Konfetti, das in der Natur landet).
  • Wunderkerzen: Nur draussen, mit genügend Abstand, unter Aufsicht und mit Wasser bereitstellen.
  • Feuer im Hof oder Garten: Wenn es erlaubt und sicher ist: ein kleines, kontrolliertes Feuer als Treffpunkt (Abstand zu Gebäuden und Vegetation einhalten).

Checkliste: «Leises Silvester zuhause» 

  • LED-Teelichter oder Lichterkette, Streichhölzer/Feuerzeug nur für Erwachsene
  • Papier-Konfetti (oder Alternativen wie Bänder), Besen und Kehrschaufel
  • Warme Kleidung/Decken, heisses Getränk in Thermosflasche
  • Playlist, Box, Countdown-Idee (z.B. Papier-Uhr oder Timer)
  • Ohrenwärmer oder Kindergehörschutz für geräuschempfindliche Kinder
  • Ein Plan für den Heimweg ohne Auto, falls ihr unterwegs feiert

Silvester ohne Auto

Dass der Verkehr punkto Umweltbelastung ein Thema ist, ist bekannt. Der WWF Schweiz weist darauf hin, dass der Verkehr in der Schweiz einen wesentlichen Anteil an den CO2-Emissionen hat. Für viele Familien ist Silvester zudem ganz praktisch: Wenn Alkohol im Spiel ist oder Kinder müde sind, wird das Auto schnell zur komplizierten Option.

Du kannst das Auto bewusst stehen lassen, indem du früh planst: mit ÖV, zu Fuss, mit dem Velo (Kinder gut eingepackt und sichtbar, z.B. mit Reflektoren) oder per Fahrgemeinschaft. Wenn ihr als Familie auswärts feiert, lohnt sich eine klare «Heimfahr-Logik» vor Mitternacht: Wer geht wann? Wer ist für die Kinder zuständig? So wird es für alle entspannter – und du sparst am Ende auch Geld und Nerven.

Anstossen auf die Korkeichen

Knallende Korken gehören für viele zu Silvester. Wenn du Wert auf Umweltaspekte legst, kann die Wahl des Verschlusses eine Rolle spielen: Naturkork stammt aus der Rinde der Korkeiche und steht in Verbindung mit traditionellen Kulturlandschaften. In der Praxis hilft es, bewusster einzukaufen: lieber ein Getränk wählen, das ihr wirklich trinkt, statt mehrere Flaschen «für den Moment» zu öffnen. Das reduziert Food Waste und Verpackungsabfall am einfachsten.

Falls Kinder mit anstossen möchten: Eine alkoholfreie Alternative (z.B. Tee im Sektglas, Wasser mit Fruchtstücken) fühlt sich für Kinder oft genauso festlich an – und reduziert Druck in Situationen, in denen Erwachsene nicht noch «eine Runde» öffnen möchten.

Hering und Karpfen statt Rotbarsch und Alaska-Seelachs

Ein festliches Essen gehört für viele Familien dazu. Wenn Fisch auf dem Menü steht, ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Punkt: Der WWF Schweiz weist seit Jahren darauf hin, dass ein erheblicher Anteil der Bestände überfischt ist und empfiehlt Orientierung an anerkannten Labels sowie an Arten, die als bessere Wahl gelten. Für Eltern ist oft auch der Alltagsaspekt entscheidend: Was ist machbar, bezahlbar und kindertauglich?

Praktisch heisst das: Plane lieber ein Fischgericht, das ihr wirklich gern esst, statt exotische Arten «für Silvester» zu kaufen. Wenn du unsicher bist, kannst du im Laden gezielt nach Herkunft, Fangmethode oder Zuchtbedingungen fragen und Produkte mit anerkannten Umwelt- und Bio-Standards bevorzugen. Und: Ein vegetarisches Silvester-Menü ist ebenfalls eine wirksame Option, um Umweltbelastung zu senken.

Tiere an Silvester: So reduziert ihr Stress 

Nicht nur die Umwelt leidet unter der Knallerei – viele Tiere geraten in Angst oder Panik. Lärm und Lichtblitze können bei Heim- und Wildtieren starken Stress auslösen. Mit ein paar Vorkehrungen kannst du viel abfedern, selbst wenn in deiner Umgebung Feuerwerk gezündet wird.

Hund & Katze 

  • Rückzugsort vorbereiten: Ein ruhiges Zimmer, gedimmt, mit Decke, Wasser und vertrauten Gerüchen. Türen und Fenster schliessen.
  • Geräusche dämpfen: Vorhänge zuziehen, leise Musik oder «weisses Rauschen» laufen lassen.
  • Spaziergang früh planen: Mit Hund möglichst vor dem grossen Knallzeitfenster rausgehen und danach drin bleiben. Leine und (bei Bedarf) Sicherheitsgeschirr nutzen.
  • Keine «Mutprobe»: Tiere nicht ans Fenster zwingen und nicht «zum Zuschauen» mitnehmen. Angst ist keine Ungezogenheit.
  • Vorsicht bei offenen Türen: Viele Tiere entlaufen an Silvester. Kontrolliere Balkon- und Haustüren besonders konsequent.

Wildtiere 

  • Abstand halten: Wenn ihr draussen unterwegs seid, bleibt auf Wegen und respektiert Rückzugsräume.
  • Kein Feuerwerk in der Nähe von Wald, Feldern und Gewässern: Dort halten sich viele Wildtiere auf, und es besteht zusätzlich Brandgefahr.
  • Leise Rituale bevorzugen: Laternen-Spaziergang oder ein ruhiger Countdown draussen sind oft genauso stimmungsvoll.

Bleigiessen ersetzen: Wachs giessen – sicher & ungiftig

Nach dem Essen kommt in vielen Familien das Orakeln. Klassisches Bleigiessen ist aus Gesundheits- und Umweltgründen keine gute Idee: Blei ist giftig und gehört als Schadstoff nicht in Kinderhände oder in den Hausmüll. Eine einfache Alternative ist Wachsgiessen, das das Ritual erhält, ohne Schwermetalle freizusetzen.

So kannst du es kindersicherer gestalten:

  • Nur mit Aufsicht: Heisses Wachs kann spritzen. Eine erwachsene Person übernimmt das Erhitzen.
  • Stabile Unterlage: Kerze auf feuerfester Unterlage, lange Haare zusammenbinden, Ärmel hoch.
  • Wasser-Schale standsicher: Ausreichend Abstand, damit niemand umstösst.
  • Hände waschen: Danach wie nach jeder Bastelaktion.

Das Prozedere bleibt gleich: Ein Metalllöffel mit einem Stück Wachs wird über eine Kerze gehalten, bis es schmilzt. Dann kippst du das Wachs vorsichtig in eine Schale mit kaltem Wasser, wo es sofort erstarrt.

Cleanup am 1. Januar: gemeinsam sammeln & richtig entsorgen

Ein sehr wirksamer Familienmoment ist der 1.-Januar-Spaziergang mit «Cleanup-Fokus»: kurz raus, frische Luft, und dabei liegengebliebene Reste einsammeln. Das ist nicht nur Umweltschutz, sondern auch ein starkes Signal an Kinder: Wir übernehmen Verantwortung – ohne zu beschämen.

Was gehört wohin? 

  • Restmüll: stark verschmutzte Abfälle, nasse Papiere, Zigarettenstummel (am besten in ein dichtes Behältnis).
  • Papier/Karton: nur trocken und sauber (z.B. Verpackungen ohne Essensreste).
  • Glas: Flaschen und Gläser nach Farben trennen, wenn eure Sammelstelle das verlangt.
  • Alu/Metall: Aludosen und saubere Aluschalen gemäss lokaler Sammlung.

Wenn ihr Feuerwerksreste findet: Nicht in Kinderhände geben. Ungezündete oder verdächtige Teile liegen lassen und, wenn nötig, der Gemeinde oder Polizei melden.

In der Schweiz: Wo du Regeln/Verbote findest 

Regeln zu Feuerwerk, Ruhezeiten, Verbotszonen (z.B. in der Nähe von Spitälern, Tierheimen, Wäldern oder Altstädten) und das Abbrennen auf öffentlichem Grund sind in der Schweiz je nach Gemeinde unterschiedlich. Am zuverlässigsten findest du Informationen kurzfristig bei:

  • der Website deiner Gemeinde oder Stadt (Rubriken «Sicherheit», «Polizei», «Abfall/Entsorgung»),
  • der Stadtpolizei bzw. Kantonspolizei,
  • lokalen Hinweisen zu offiziellen Veranstaltungen (oft mit klar geregelten Sicherheitszonen).

So startest du entspannter ins neue Jahr: mit einem Plan, der zu euch passt, und mit möglichst wenig Rauch, Müll und Stress für Tiere.

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