Weihnachtsgedichte in Mundart und Hochdeutsch

Die Adventszeit ist eine Zeit der Besinnung und Vorfreude aufs Fest. Überall riecht es nach Guetzli und Glühwein und viele Kinder können es kaum mehr abwarten bis endlich Weihnachten ist. Familienleben hat für Sie die schönsten Advents- und Weihnachtsgedichte in Mundart und Hochdeutsch zur Einstimmung auf Weihnachten gesammelt.

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Schöne Gedichte in Mundart stimmen Gross und Klein auf Weihnachten ein. Foto: iStock, Andreja Donko, Thinkstock

Weihnachtsgedichte in Mundart

Advänt

Jede Tag isch jetz es Warte
uf die schöni, stilli Nacht,
wo mit ihrem liebe Lüüchte
D'Möntsche guet u glücklich macht.

A'Auge glänzen immer heisser,
d'Härze wärde liecht u froh.
Alli gspüre's z'innerscht inne:
Gly muess ds grosse Wunder cho...

Jede Tag isch jetz e Sunntig,
gschänkt u gschickt vom liebe Gott -
Tüet ihm d'Türe nit vermache,
wenn er zue nech yne wott!

Jede Abe

I drück jeden Abe
we d'Sunne untergeit
ar chalte Fänschterschybe
mys Gwundernäsi breit.

I luegen allne Lüte
mit grossen Augen nah,
wo dusse uf em Srässli
am Hus verdüre gah.

U trybt es wysses Flöckli
am Fänschterglas verby,
de düecht es mi scho lengschte
sött's Heiligabe sy...

Schneeflöckli, Wiissröckli

Schneeflöckli, Wissröckli, du härzige Stärn,
chumm, sitz a mis Fänschter, mir hend di so gärn.

Schneeflöckli, Wissröckli, da chunnsch du ja gschneit.
Du chunnsch us de Wulche, din Wäg isch so wiit.

Schneeflöckli, Wissröckli, du decksch d Blueme zue,
de schlafe sie sicher in himmlischer Rueh.

Schneeflöckli, Wissröckli, du härzige Stärn,
chumm, sitz a mis Fänschter, mir hend di so gärn.

Advänt Advänt

Advänt, Advänt, es Liechtli brännt.
Zerscht eis, dänn zwei, dänn drü, dänn vier,
dänn staht s Christchindli vor der Tür.

Es het es Glöggli glüütet

Es het es Glöggli glüütet,
I weiss, was das bedüütet,
I darf i d'Stube gah.

Jetz steit es Böimli da.
Mit vielne guete Sache,
Wie tuet mr s Härzli lache!

S liebe Wiehnachtschind isch cho,
Drum bin i halt so froh.

E. Wuethrich, Waldmann Verlag, Zürich

Liebs Wiehnachtschindli

O wie das Böimli glitzeret
Und wien es fründlich lacht,
ds Christchindli hets vom Himmel här
I üüsi Stube bracht.

Was hanget doch nid alles dra,
Schläkzüüg vo jeder Art.
Sogar e chlyne Samichlaus
Mit längem wyssem Bart.

Und Chugle rot und blau und grüen
Und Gold- und Silbernüss,
Und 's het uf ds Böimli abe gschneit,
I glaub es emel gwüss.

Und Himmelschtärnli lüüchte häll
Und d'Liechtli glänze froh,
Es dunkt mi grad sie thüie mir
Ganz tief i ds Härzli cho.

Liebs Wiehnachtschindli, tuused Dank,
Für alls, was du hesch bracht,
Du weisch geng was de Chinder gfallt,
Und was se glücklich macht.

Chehr doch i alli Hüüser y,
I Dörfer und i Stedt,
Damit es jedes Möntschechind
E schöni Wiehnacht het.

E. Wuethrich, Waldmann Verlag, Zürich

Weihnachtsgedichte in Hochdeutsch

Mein Lebkuchenhaus

Schnupper mal, wie gut es duftet,
mein braunes, mein süsses, mein Lebkuchenhaus.
schau doch nur, die Zuckerwatte
kräuselt sich hell aus dem Schornstein heraus.
Aus Kuchen die Wände,
Schokolade als Weg,
aus Zucker die Fenster
und Mandeln als Steg.
Locken dich die bunten Kringel,
die Nüsse, die Sterne, die Marzipanmaus?
Schnupper mal, wie gut es duftet,
mein braunes, mein süsses, mein Lebkuchenhaus.

Der Adventskalender

Über meinem Bette hängt
ein Kalender zum Advent.

Kaum mach ich die Augen auf,
fällt mein erster Blick darauf.

Welches Türchen ist heute dran?
Fang gleich zu zählen an.

Und was wird dahinter sein?
Viele Wünsche fall'n mir ein.

Ob ich es erwarten kann,
bis die grosse Tür ist dran?

Denn die ist die allerbeste -
dann feiern wir das Weihnachtsfest!

Die Wichtelbäckerei

Jedes Jahr zur gleichen Zeit
war's in der Wichtelbäckerei soweit
Ein wundervoller süsser Duft
lag in der Stube in der Luft
Rasch wird da der Teig verrührt
ab und zu auch mal probiert
Wer zu langsam ist hat Pech
der Rest der landet auf dem Blech
Mutter Wichtel die passt auf
das alles nimmt hier seinen Lauf
Das Wichtel Kind kommt angeflitzt
und hat schon wieder Teig stibitzt
Für jeden ist hier was dabei
von dieser schönen Leckerei
Duftend steh'n die Plätzchen da
es ist so schön wie jedes Jahr!

Die Maus, der Fuchs und das Häschen

Am Weihnachtsabend gingen aus, die Maus, der Fuchs, das Häschen.
Sie gingen durch den Winterwald und kalt war bald ihr Näschen.

Sie kamen an ein Herbergshaus, die Maus, der Fuchs, das Häschen.
Da rief der Wirt zum Fenster 'raus: «Kommt trinkt mit mir ein Gläschen!»

Ein alter Mann mit weissem Bart lag schnarchend unterm Fässchen.
«Ist das dort nicht der Weihnachtsmann?», schrien Maus und Fuchs und Häschen.
«So weckt ihn doch! So weckt ihn doch! Sein Weg ist noch so weit.
Oh weh! Durch Wald und Feld und Gässchen!»

Dass er noch leidlich pünktlich kam, zu Onkel, Tanten, Bäs’chen,
verdanken wir in diesem Jahr (und das ist wahr) der Maus, dem Fuchs, dem Häschen.

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