Kinder, heute gibt's indisch: vier einfache Rezepte

Wer sich einmal mit den exotischen Zutaten des indischen Essens vertraut gemacht hat, merkt, dass sich viele Gerichte rasch zubereiten lassen. Mild gewürzt, mit satten Farben und exotischen Aromen begeistert die indische Küche auch Kinder!

Von Sigrid Schulze im Januar 2017

Gesund und bunt: In der indischen Küche findet sich eine Vielzahl Gerichte, die sich auch für Kinder eignen. Denn indisches Essen besteht mit seinem hohen Anteil an Gemüse und Hülsenfrüchten aus vielen Vitaminen und Mineralstoffen. «Die indische Hausmannskost ist meist frisch, schlicht und schnell zubereitet», erklärt Meera Sodha, Autorin des Kochbuchs «Original Indisch». Was nicht im Supermarkt erhältlich ist, gibt es beim Gemüsehändler, im Asiashop oder Bioladen oder im Internet.

Ein kleiner Tipp: Zum indischen Kochen gehört ein bisschen Schärfe dazu. Wer sie mit seinen Kindern langsam angehen will, wählt für den Anfang etwas weniger Chili und Ingwer als angegeben.

Gemüse-Paneer-Bällchen in Joghurtcurry

Die saftigen Bällchen enthalten Gemüse und indischen Frischkäse aus geronnener Kuhmilch: Paneer, auch «Panir» genannt. Gekaufter Paneer erinnert von seiner Konsistenz her ein wenig an Halloumi, denn er ist ebenso fest und kann gebraten werden. Gewürzt ist er nicht. «Am besten brät man ihn rundum goldbraun an, bevor man ihn in eine Sosse gibt», rät Meera Sodha.

Gemüse-Paneer-Bällchen in Joghurtcurry

Bild: Gräfe und Unzer/Fotograf: Wolfgang Schardt.

Zubereitungszeit: 1 Stunde

Das brauchen Sie für vier Personen

  • 375 g Blumenkohl
  • 250 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
  • Salz
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 1 Stück Ingwer (10 g)
  • 1 grüne Chilischote
  • 100 g Paneer
  • 70 g Kichererbsenmehl (aus dem Asiashop oder Bioladen)
  • 1 TL Garam Masala
  • 3/4 l Öl zum Frittieren

Für die Sauce:

  • 50 g Cashewkerne
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL neutrales Öl
  • 1 TL Kurkumapulver
  • 500 g Joghurt

So geht es

Für die Bällchen den Blumenkohl putzen, waschen und in Röschen teilen. Die Kartoffeln schälen und würfeln. Beides zusammen in einem Topf mit Salzwasser rund zehn Minuten weich kochen. In ein Sieb abgiessen und gut abtropfen lassen. Dann durch die Kartoffelpresse drücken und abkühlen lassen.

Den Koriander waschen und trocken schütteln, die Blätter abzupfen. Die Hälfte der Blätter grob hacken, die restlichen beiseite legen. Den Ingwer schälen und hacken. Die Chilischote waschen, vom Stielansatz befreien und mitsamt den Kernen hacken. Den Paneer in Würfel schneiden und mit gehacktem Koriander, Ingwer und Chili mit dem Stabmixer fein pürieren. Paneermischung mit Kartoffelmasse, Kichererbsenmehl und Garam Masala vermengen. Die Masse mit Salz abschmecken und mit den Händen zu Tischtennisball grossen Kugeln formen.

Für die Sauce die Cashewkerne fein mahlen. Die Zwiebel schälen und sehr fein würfeln. Das Öl in einem weiten Topf erhitzen. Cashewkerne und Zwiebel darin bei mittlerer Hitze unter Rühren rund zehn Minuten braten. Kurkumapulver dazu geben und kurz mit braten. Den Joghurt und 150 ml Wasser angiessen. Die Sauce offen und unter gelegentlichem Umrühren rund zehn Minuten köcheln lassen.

Inzwischen das Öl zum Frittieren in einem Topf erhitzen und die Bällchen darin nach und nach portionsweise rundum goldbraun frittieren. Fertige Bällchen mit einem Schaumlöffel aus dem Topf heben, gut abtropfen lassen und auf Küchenpapier entfetten. Auf einer Platte verteilen und mit Sauce überziehen. Die beiseite gelegten Korianderblätter grob schneiden und darauf streuen. Sofort servieren.

Rezept: «Indisch kochen: Highlights aus Bollywood», von Cornelia Schinharl, Gräfe und Unzer Verlag.

Garam Masala

«Garam Masala» heisst übersetzt «Gewürzmischung». In Indien stellt in der Regel jede Familie eine eigene Gewürzmischung zusammen, die dem Geschmack der Kleinen und Grossen am nächsten kommt. Sie besteht zum Beispiel aus Kardamon, Kreuzkümmel und Koriander, Zimt, Pfeffer, Fenchel und Gewürznelken. Solche Gewürzmischungen lassen sich im Asiashop auch fertig zusammengestellt kaufen.

 

Mung Dal mit Rosinen

Dal ist ein typisch indisches Alltagsgericht aus geschälten Hülsenfrüchten. Mung Dal liegen Mungobohnen zugrunde. Sie ergeben hier einen nahrhaften, gut gewürzten Brei mit geballter Hülsenfruchtpower!

Mung Dal mit Rosinen

Bild: Gräfe und Unzer/Fotograf: Wolfgang Schardt.

Zubereitungszeit: 35 Minuten

Garzeit: 30 Minuten

Das brauchen Sie für vier Personen

  • 1/2 Aubergine (ca. 150 g)
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stück Ingwer (10 g)
  • 1 kleine rote Chilischote
  • 1 EL Curryblätter
  • 1 EL neutrales Öl
  • 2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1 TL Garam Masala
  • 250 g Mung Dal (halbierte geschälte Mungobohnen, aus dem Asiashop)
  • 2 EL Rosinen
  • 1 1/2 EL Rosinen
  • 1 1/2 EL Ghee
  • 4 EL Kokosraspel
  • Salz

So geht es

Die Aubergine waschen, putzen und klein würfeln. Die Paprikaschote längs halbieren, entkernen, waschen und klein würfeln. Die Zwiebel sowie den Ingwer schälen und klein würfeln. Die Chilischote waschen, vom Stielansatz befreien und mitsamt den Kernen fein hacken. Die Curryblätter in sehr feine Streifen schneiden.

Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin bei mittlerer Hitze unter Rühren rund fünf Minuten andünsten. Aubergine, Paprika, Ingwer, Chili sowie Curryblätter dazu geben und rund fünf Minuten mit andünsten. Die Kreuzkümmelsamen und das Garam Masala dazugeben und kurz mit anbraten. Mung Dal, Rosinen und 750 ml Wasser hinzufügen und unterrühren. Alles zum Kochen bringen und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten garen, bis die Mungobohnen weich sind.

Ghee in einer Pfanne erhitzen und die Kokosraspel darin unter Rühren leicht braun braten. Das Dal mit Wasser abschmecken und in tiefe Teller verteilen. Mit den gerösteten Kokosraspeln bestreut servieren. Dazu passt besonders gut Basmati-Reis.

Rezept: «Indisch kochen: Highlights aus Bollywood», von Cornelia Schinharl, Gräfe und Unzer Verlag

Ghee

Ghee ist geklärte Butter, also ein Butter-Reinfett, das im Asiashop oder Bioladen erhältlich ist. «Geklärte Butter verbrennt nicht, man kann sie also gut zum Braten nehmen. Sie hat dennoch den feinen Buttergeschmack», erklärt Cornelia Schinharl, Autorin des Kochbuchs «Indisch kochen: Highlights aus Bollywood». Alternativ ist die Verwendung von Butterschmalz oder Öl möglich, die aber weniger Aroma bieten.

 

Gebackenes Hähnchen Tikka

Seinen Ursprung hat das Gericht im Nachkriegs-Grossbritannien. Entstanden ist es aus dem Versuch, indische Küche mit britischem Geschmack zu kombinieren. Das Experiment war von nachhaltigem Erfolg gekrönt: Bis heute findet sich Hähnchen Tikka aus mariniertem Hähnchenfleisch in vielen indischen Restaurants.

Gebackenes Hähnchen Tikka

Bild: © Dorling Kindersley Verlag.

Das brauchen Sie für vier bis sechs Personen

  • Rapsöl
  • 600 g Hähnchenkeulen (ohne Haut und Knochen)
  • 1 Stück Ingwer (4 cm), geschält und grob gehackt
  • 4 Knoblauchzehen, grob gehackt
  • 1 grüne Chilischote, grob gehackt
  • Salz
  • 130 g Joghurt
  • 1/2 Cayennepfeffer
  • 1/2 gemahlener Kurkuma
  • 1/2 Kreuzkümmelsamen, zerstossen
  • 3/4 TL Zucker
  • 1 TL edelsüsses Paprika
  • 1 TL Garam Masala 
  • Zitronenschnitze zum Servieren

So geht es

Den Backofen auf 200 Grad Celsius vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und dünn mit Öl einfetten.

Die Hähnchenkeulen von überschüssigem Fett befreien, dann in etwa drei mal zwei Zentimeter grosse Stücke schneiden und in einer Schüssel beiseite stellen.

Ingwer, Knoblauch und Chili mit 1 Prise Salz im Mörser zu einer Paste zerstossen. Die Paste mit den übrigen Zutaten und 1 1/4 TL Salz zum Hähnchenfleisch geben. Gründlich mischen und abdecken. Mehrere Stunden, aber mindestens 15 Minuten marinieren (je länger, desto besser).

Überschüssige Marinade vom Fleisch abstreifen und die Teile gleichmässig und mit Abstand auf die beiden Bleche verteilen. 20 Minuten backen, dabei nach 10 Minuten wenden, damit sie gleichmässig garen.

Die Hähnchen Tikka auf Salatblättern und mit einem Zitronenschnitz servieren.

Tipp: Dazu passen ein Salat und ein Minze-Joghurt-Chutney.

Rezept: «Original Indisch», Meera Sodha, f.d.dt. Ausgabe Dorling Kindersley Verlag. 

 

Bengalische Fischstäbchen

Fenchel, Kreuzkümmel, Senf, Schwarzkümmel und Bockshornklee ergeben zusammen das duftende Gewürzpulver Panch Phoron. Es verleiht diesem Gericht seinen einzigartigen Geschmack.

Bengalische Fischstäbchen

Bild: © Dorling Kindersley Verlag.

Das brauchen Sie für vier bis sechs Personen

  • Rapsöl
  • 2 TL Fenchelsamen
  • 2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 2 TL Senfsamen
  • 2 TL Schwarzkümmelsamen
  • 1 TL Bockshornkleesamen
  • 25 g Weizenmehl
  • 10 g Kichererbsenmehl (Besan, aus dem Asia-Laden)
  • 2 TL Cayennepfeffer
  • 6 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 1 Stück Ingwer (6 cm), geschält und gerieben
  • 1 1/2 TL Salz
  • 4 Eier
  • 600 g Lachsfilet oder fester Weissfisch (ohne Haut und Gräten)

Für die Panade:

  • 200 g Brotbrösel, gekauft oder selbst gemacht (aus Brot vom Vortag)
  • Abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
  • 2 EL Koriandergrün, fein gehackt
  • 1 Prise Salz

So geht es

Den Backofen auf 200 Grad Celsius vorheizen und ein Backblech dünn einölen.

Für die Panade die Brotbrösel auf einen flachen Teller geben und mit Zitronenschale, Koriander und Salz vermengen. Beiseite stellen.

Für den Teig Fenchel, Kreuzkümmel, Senf, Schwarzkümmel und Bockshornklee in der Mühle oder im Mörser zu einem feinen Pulver zermahlen. Weizenmehl und Kichererbsenmehl in eine Schüssel geben und gründlich mit dem Gewürzpulver, Cayennepfeffer, Knoblauch, Ingwer und Salz vermengen. In einer zweiten Schüssel die Eier mit der Gabel verquirlen und nach und nach unter die Mischung rühren.

Den Fisch in zwei Zentimeter breite und sechs bis acht Zentimeter lange Streifen schneiden.

Fisch, Teig und Panade in einer Reihe bereitstellen. Einen Fischstreifen nehmen, in den Teig tauchen, abschütteln und dann in den Semmelbröseln wenden, um ihn rundum zu panieren. Mit dem übrigen Fisch ebenso verfahren.

Die Fischstäbchen auf das Backblech legen und 12 bis 15 Minuten backen. Zwischen zwei Weissbrotscheiben servieren.

Tipp: Dazu passen Masal-Fritten und Tomaten-Chutney.

Buchempfehlungen

«Indisch Kochen»

Cornela Schinharl liebt die bunte und abwechslungsreiche indische Küche. In «Indisch kochen: Highlights aus Bollywood», erschienen im Gräfe und Unzer Verlag, zeigt sie eine Bandbreite an indischen Köstlichkeiten, die sich durch die Verwendung heimischer Zutaten und durch zurückhaltendes Würzen dem hiesigen Geschmack anpassen.

 

 

«Original Indisch»

«Original Indisch» heisst das Buch aus dem Dorling Kindersley Verlag, das mehr als 130 Familienrezepte enthält. Hier finden sich unkomplizierte Rezepte für typische Hausmannskost, beliebtes Streetfood, duftende Currys, bunte Beilagen und feine Nachspeisen. Viele der Rezepte, die Foodbloggerin Meera Sodha liebevoll erklärt, entstammen alter Familientradition.

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