Verschwommen sehen in der Schule: Sehtest bringt Klarheit

Kinder starten oft mit grossen Erwartungen in ihr Schulleben. Ob der Start gut gelingt oder nicht, hängt wesentlich damit zusammen, ob sie gut oder nur verschwommen sehen können. Ein Sehtest hilft.

Kinder, die verschwommen sehen, sollten einen Sehtest machen

Kinder, die verschwommen sehen, haben Nachteile in der Schule. Foto: GeorgeRudy, iStock, Thinkstock

Die Vorfreude darauf, Schreiben und Rechnen zu lernen, ist gross. Doch manchmal folgt schon bald die Enttäuschung. Denn manche Kinder kommen nur schwer mit Buchstaben und Zahlen zurecht. Schnell wird befürchtet, das Kind könne motorisch nicht geschickt genug fürs Schreiben, zu unkonzentriert zum Rechnen oder nur durchschnittlich begabt fürs Lesen sein. Doch oft liegen die Lernschwierigkeiten darin, dass das Kind nur verschwommen sehen kann.

Verschwommen sehen: Augenprobleme bei 20 Prozent der Kinder

Laut Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte haben 20 Prozent der Kinder Probleme beim Sehen. Diese Zahl treffe Experten zufolge auch auf die Schweiz zu, schrieb das Schweizer Migros Magazin. Doch Kinder, die nur verschwommen sehen, sind im Schulleben regelrecht behindert.

Ob Kinder gut und gerne lernen, hängt wesentlich damit zusammen, ob sie klar sehen. Wer aufgrund einer Kurzsichtigkeit nur erahnt, was an der Tafel steht, schreibt allzu häufig Falsches ab und arbeitet mit ungenauen Informationen. Und wer aufgrund einer Weitsichtigkeit kaum Buchstaben und Zahlen im Buch oder auf dem Arbeitsblatt lesen kann, schreibt auch selbst ungenau. «Kinder, die schlecht sehen, müssen sich mehr anstrengen, ermüden dadurch schneller und bleiben nicht selten hinter ihren Möglichkeiten zurück», so das Kuratorium Gutes Sehen in Berlin. «Wenn es dann die ersten dreier hagelt, leiden auch Motivation und Selbstbewusstsein des Kindes.»

Verschwommen sehen: Symptome für Augenprobleme

Zögern Sie nicht, Ihr Kind augenärztlich untersuchen zu lassen, wenn:

  • ein oder beide Augen aussergewöhnlich gross erscheinen
  • eine Pupille gräulich statt schwarz erscheint
  • es schielt
  • es sich oft ungeschickt verhält, stolpert, stürzt oder sich häufig anstösst
  • es oft daneben greift
  • es oft ein oder beide Augen zukneift, oft blinzelt oder den Kopf schief legt
  • es nicht gern Bücher anschaut oder sie sich sehr nahe vors Gesicht hält
  • es Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben hat oder dabei schnell ermüdet
  • es häufig über Kopfschmerzen klagt
  • es sich oft in den Augen reibt, tränende oder brennende Augen hat
  • bei ihnen in der Familie Sehprobleme bekannt sind

Quelle: «Gesund durch die Schule», Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt

Verschwommen sehen? Kleine Alltagstests zu Hause

Wer befürchtet, dass sein Kind nur verschwommen sehen kann, kann im Alltag selbst überprüfen, ob die Ahnung gerechtfertigt ist oder nicht. So lässt sich mit dem Kind zum Beispiel «Ich sehe was, was Du nicht siehst» spielen. Sie sehen sich nach einem Gegenstand um, der weit weg ist, und nennen die Farbe, indem Sie sagen: «Ich sehe was, was Du nicht siehst, und das ist braun …» Während das Kind nun rät, was Sie wohl meinen können, achten Sie darauf, wie gut es Dinge in der Ferne erkennen kann. Kann das Kind die Vögel am Himmel, den Hochstand, die Birke, die Einzelheiten des Werbeplakates sehen? Auch zum Erkennen der Weitsichtigkeit gibt es einen Trick: «Die seltenere Weitsichtigkeit verraten zum Beispiel Probleme beim Erkennen sehr naher Dinge (z.B. in Wimmelbilderbüchern)», erklärt das Kuratorium Gutes Sehen.

Nur Sehtest bringt Klarheit

Wer genau wissen will, ob das Kind nur verschwommen sehen kann, sollte einen Sehtest beim Augenarzt machen lassen. Zwar beinhalten die schulärztlichen Untersuchungen auch Sehtests, doch in den meisten Kantonen finden sie während der Kindergartenzeit und dann erst wieder in der fünften Klasse statt. In diesem langen Zeitraum können nicht erkannte Sehprobleme stärker werden oder neue Fehlsichtigkeiten auftreten. «Sehr viele Kinder werden während der Schulzeit kurzsichtig», so das Kuratorium Gutes Sehen.

Nach dem Sehtest eine coole Brille für das Kind

Wenn ein Kind nur verschwommen sehen kann, bringt eine Brille Klarheit. Bei der Auswahl ist es wichtig darauf zu achten, dass die Brille strapazierfähig ist, denn Kinder wollen auch weiterhin unbesorgt herumtollen können. «Eltern etwas älterer und sehr aktiver Kinder sollten auf besonders strapazierfähige Modelle, etwa aus elastischem Titan, zurückgreifen. Brillen aus diesem extrem flexiblen, dabei aber harten und sehr leichten Werkstoff haben den Vorteil, dass sie nach einer Verformung immer wieder in ihre Ursprungsform zurückspringen», rät das Kuratorium Gutes Sehen. Darüber hinaus sollte die Brille eng am Schläfenrand sitzen. «Gepolsterte Nasenstege sorgen für zusätzliche Sicherheit.» Nur wenn die Brille dem Kind richtig gut gefällt, wird es sie auch regelmässig tragen wollen.

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