Hohes Fieber bei Kindern und Babys: Was Eltern wissen müssen

Wenn das Fieber beim Kind oder Baby plötzlich steigt, steigt auch die Sorge vieler Eltern. Doch nicht immer steckt hinter hohem Fieber eine gefährliche Krankheit, oft verläuft es harmlos. Wie Sie Fieber senken können und wann Sie sofort zum Arzt müssen.

Erst wenn das Thermometer bei Kindern 38,5 Grad Celsius oder mehr anzeigt, spricht man von Fieber

Erst wenn das Thermometer bei Kindern 38,5 Grad Celsius oder mehr anzeigt, spricht man von Fieber. Bild: iStock

Vor einer Stunde stand die Anzeige des Fieberthermometers noch bei 38,5 Grad Celsius, jetzt zeigt sie schon 39,1 Grad Celsius Körpertemperatur an. Der Kopf des Kindes ist heiss, die Füsse kalt und Schüttelfrost lässt Ihr Kind oder Baby zittern. Mit ansteigendem Fieber wächst auch die Sorge der Eltern. Aber nicht immer steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter, die sofort von einem Arzt untersucht werden muss. Es gibt aber Ausnahmen. Beispielsweise, wenn zusätzliche Symptome zu beobachten sind, wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemnot oder Apathie. «Säuglinge unter 3 Monate mit Fieber ≥ 38°Celsius sollten unverzüglich einem Arzt vorgestellt werden», erklärt das Kinderspital Zürich in seinem Fieber-Ratgeber.

Fieber ist ein Indikator

Fieber ist zwar keine Krankheit an sich, sie zeigt aber häufig eine an. Wie hoch das Fieber ist oder wie schnell es ansteigt, sagt dabei nichts darüber aus, wie schwer eine Krankheit ist. Die Ursache von hohem Fieber bei Babys und Kindern ist in der Regel eine Infektion. Meist ist diese viral verursacht, seltener bakteriell.

Durch das Fieber schützt sich der Körper gegen Krankheitserreger. Der Körper heizt auf, um Viren und Bakterien schlechtere Bedingungen für ihre Vermehrung zu bieten. Eine hohe Körpertemperatur sei deshalb zunächst ein «Zeichen der aktiven Immunabwehr des Körpers», die sich wieder normalisiere, sobald die Infektion überstanden sei, erklärt das Kinderspital Zürich.

Ab wann spricht man von hohem Fieber?

Allgemein sprechen Ärzte bei Kindern ab 38,5°C von Fieber. Zwischen 37,5 und 38,5°C gilt die Körpertemperatur lediglich als erhöht. Erst wenn die Körpertemperatur 39°C überschreitet, spricht man von hohem, ab 40°C von sehr hohem Fieber. Ein Sonderfall ist eine erhöhte Körpertemperatur bei Säuglingen.

Fieber bei Säuglingen sollte immer ärztlich begleitet werden

Hohes Fieber beim Baby kann eine gefährliche Infektion anzeigen. Hat Ihr Baby mehr als 38°C Fieber und ist jünger als drei Monate? In diesem Fall sollten Sie direkt einen Arzt aufsuchen. Säuglinge verfügen oft noch nicht über ausreichend Abwehrmechanismen, um sich gegen Infektionen zu wehren. Sie brauchen ärztliche Unterstützung.

Wann Sie bei hohem Fieber zum Arzt müssen

Hohes Fieber ist erstmal kein Grund, ein Kind sofort ärztlich untersuchen zu lassen. Hohes Fieber kann zwar ein Kind schlapp, müde und empfindlich machen, doch es schadet in der Regel nicht – vorausgesetzt, das Kind trinkt genug.

Fieber kann auch nicht unbegrenzt steigen. «Im Gegensatz zu einer Überhitzung, die zum Beispiel durch heisse Umgebung entstehen kann, steigt das Fieber nie höher als auf einen Wert zwischen maximal 41 und 42 Grad», erklärt Kinder- und Jugendarzt Dr. Elmar Veh aus Cham. 

Meist sind es die Symptome der Infektion wie starker Durchfall, Erbrechen, Husten und Halsschmerzen, die einen Arztbesuch notwendig machen. Auch wenn hohes Fieber länger als einen Tag anhält, sollten Eltern das Kind ärztlich untersuchen lassen, um die Ursache des Temperaturanstiegs abzuklären.

In manchen Fällen von hohem Fieber ist es wichtig, dass Eltern ihr Kind sofort zum Arzt bringen. «Wenn das Bewusstsein verändert ist und das Kind nicht mehr so auf die Eltern reagiert wie sonst, bei roten und blauen Hautflecken, wenn das Kind berührungsempfindlich oder lichtscheu ist oder wenn das Kind einen Fieberkrampf hat, der länger als drei Minuten dauert», sollten Eltern mit dem Kind umgehend einen Arzt aufsuchen, rät das Ostschweizer Kinderspital. In der Nacht sind Notfallambulanzen geöffnet; auch lässt sich der Rettungsdienst unter der Nummer 144 anrufen.

Treten folgende Symptome zum Fieber hinzu, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf:

  • Das Kind ist weniger als drei Monate und hat eine Körpertemperatur von 38 Grad Celsius und höher
  • Das Kind hat Kopfschmerzen, einen steifen Nacken und ist lichtempfindlich
  • Das Kind zeigt einen Ausschlag am Körper mit roten Punkten oder Flecken
  • Das Kind erbricht sich wiederholt und will nichts trinken
  • Das Kind wird zunehmend teilnahmslos und passiv
  • Das Fieber sinkt nicht, obwohl das Kind regelmässig Paracetamol erhält
  • Das Kind hat Atemnot 
  • Das Kind hat einen Fieberkrampf 

Quelle: Notfall Elterninformation Fieber des Universitätsspitals Zürich

Wie Sie hohes Fieber senken und lindern können

1 Viel trinken

Hat ein Kind hohes Fieber, verbraucht es viel Flüssigkeit. Wichtig ist deshalb, dass Eltern dafür sorgen, dass das Kind jetzt viel Wasser trinkt. Alternativ können Sie auch Tee oder Saftschorle reichen. Bei Babys sollten Sie jetzt häufiger stillen oder den gewohnten Schoppen reichen. Auch Wasser oder Baby-Tee aus dem Fläschchen oder vom Löffel helfen, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wenn das Kind gar nicht trinken will, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

2 Entkleiden

Weil Kinder mit Fieber oft eine Erkältung haben, neigen Eltern dazu, sie warm einzupacken. Das erhöht die Körpertemperatur aber zusätzlich. Bei Fieber aber sollte ein Kind nur leicht bekleidet und nur dünn zugedeckt werden, damit sich der Körper abkühlen kann. Auch Bäder können helfen. Starten Sie mit einem Bad in Körpertemperatur und giessen sie immer wieder etwas kaltes Wasser dazu, bis das Wasser etwa lauwarm ist.

3 Fieberzäpfchen und Fiebersäfte

Wirkt das Kind zufrieden (es spielt, ist fröhlich und hat Appetit), muss das Fieber nicht unbedingt mit Medikamenten gesenkt werden. Wenn Sie aber beobachten, dass das Kind in einem schlechten Allgemeinzustand ist (es ist müde, schlapp, empfindlich, antriebslos) können Sie mit Fieberzäpfchen das Fieber senken und die Symptome lindern.

Ein Zäpfchen senkt das Fieber etwa um ein halbes bis ein Grad und entlastet auf diese Weise den Kreislauf des Kindes. In der Regel empfehlen Kinderärzte, ein Fieberzäpfchen ab 39°C und maximal alle sechs Stunden pro Tag zu geben. Am Abend hilft ein Zäpfchen, gut ein- und weiterzuschlafen. Es vergehen allerdings 60 bis 90 Minuten, bis das Medikament seine maximale Wirkung erreicht hat. Fragen Sie Ihren Kinderarzt nach einem Fiebersaft, wenn sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter gegen das Zäpfchen wehrt oder es Durchfall hat. 

Als Medikament hat sich dabei vor allem Paracetamol bewährt, Ibuprofen sollte nur in Ausnahmefällen gegeben werden, da es den Magen belastet. Aspirin ist für Kinder nicht geeignet.

4 Wadenwickel

Hausmittel wie Wadenwickel helfen ebenso, das Fieber zu senken: Tauchen Sie einen Lappen in lauwarmes Wasser und wickeln diesen um die Wade des Kindes und erneuern Sie den Wickel nach etwa 20 Minuten, wenn sich dieser erwärmt hat.

So messen Sie Fieber richtig

Ohrthermometer wirken praktisch, bieten aber oft nur einen ersten Anhaltspunkt, da das Ohrenschmalz das Ergebnis verfälschen kann. Wer die Temperatur genau messen will, misst im Darmausgang bzw. After. Dies ist vor allem bei Babys unter 12 Monaten zu empfehlen. Eine flexible Spitze verhindert Verletzungen. Bestreichen Sie die Spitze des Thermometers mit Vaseline, damit sie leicht in den After hineinrutscht. Mit einer kleinen Geschichte können Sie das Warten auf das Signal des Thermometers besser überbrücken. Bei älteren Kindern lässt sich die Temperatur auch unter der Achsel oder im Mund messen. Die Spitze des Thermometers gehört dann unter die Zunge, der Mund wird geschlossen.

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