Hohes Fieber: Das sollten Sie wissen

Das Fieberthermometer zeigt 40 Grad Celsius an. Wenn die Temperatur des Kindes plötzlich steigt, bekommen Eltern Angst. Wie gefährlich ist hohes Fieber? Lesen Sie hier, wie Sie Fieber senken können und wann Sie sofort zum Arzt müssen.

Hohes Fieber bei Kindern muss nicht immer ein Grund für einen Arztbesuch sein.

Wenn das Thermometer 38,5 Grad Celsius oder mehr anzeigt, spricht man von Fieber: nicht immer ein Grund, zum Arzt zu gehen. Foto: Elena Schweitzer, iStock, Thinkstock

Vor einer Stunde stand die Anzeige des Fieberthermometers noch bei 38,7 Grad Celsius, jetzt zeigt sie schon 40 Grad Celsius Körpertemperatur an. Der Kopf des Kindes wird immer heisser, die Augen glänzender, Hände und Füsse sind kalt, der Körper klappert, das Kind fantasiert. Mit dem Fieber wächst auch die Sorge der Eltern.

Fieber ist keine Krankheit

Fieber ist zwar keine Krankheit, sie zeigt aber eine Infektion an. «Fieber ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers gegen Krankheitserreger», so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Der Körper heizt auf, um Viren und Bakterien schlechtere Bedingungen für ihre Vermehrung zu bieten.

Hohes Fieber ab 39°C

Fieber ist hoch, wenn es 39 Grad Celsius Körpertemperatur überschreitet. Von Fieber allgemein sprechen Ärzte ab 38,5°C. Zwischen 37,5 und 38,5°C gilt die Körpertemperatur lediglich als erhöht.

Hohes Fieber beim Kind: Darauf müssen Sie achten!

Hohes Fieber verbraucht Flüssigkeit durch starkes Schwitzen. Wichtig ist deshalb, dass Eltern eines Kindes mit hohem Fieber dafür sorgen, dass es viel trinkt. Löschen Sie die Hitze! Bei einem Baby mit hohem Fieber mit Muttermilch oder dem gewohnten Schoppen Milch. Bei Kleinkindern mit hohem Fieber und bei älteren Kindern mit Wasser. Doch manche Kinder wollen nicht trinken. Probieren Sie Tee, der auch etwas gesüsst werden darf oder eine Fruchtsaftschorle aus einem Drittel Saft und zwei Drittel Wasser.

Hohes Fieber – In manchen Fällen sofort zum Arzt

Allein das hohe Fieber ist kein Grund, das Kind sofort ärztlich untersuchen zu lassen. Hohes Fieber kann zwar Körperfunktionen belasten, doch schadet in der Regel nicht – vorausgesetzt, das Kind trinkt genug. Fieber kann auch nicht unbegrenzt steigen, «Im Gegensatz zu einer Überhitzung, die zum Beispiel durch heisse Umgebung entstehen kann, steigt das Fieber nie höher als auf einen Wert zwischen maximal 41 und 42 Grad», informiert der Kinder- und Jugendarzt Dr. Elmar Veh aus Cham. Meist sind es die Symptome der Infektion wie starker Durchfall, Erbrechen, Husten und Halsschmerzen, die einen Arztbesuch sofort notwendig machen. Hält hohes Fieber aber länger als einen Tag an, sollten Eltern das Kind ärztlich untersuchen lassen, um die Ursache des Temperaturanstiegs abzuklären.

In manchen Fällen von hohem Fieber ist es wichtig, dass Eltern ihr Kind sofort zum Arzt bringen. «Wenn das Bewusstsein verändert ist und das Kind nicht mehr so auf die Eltern reagiert wird sonst, bei roten und blauen Hautflecken, wenn das Kind berührungsempfindlich oder lichtscheu ist, wenn das Kind einen Fieberkrampf hat, der länger als drei Minuten dauert», zählt das Ostschweizer Kinderspital die Gründe auf, nicht zu zögern, einen Arzt aufzusuchen. In der Nacht sind Notfallambulanzen geöffnet; auch lässt sich der Rettungsdienst unter der Nummer 144 anrufen.

Hohes Fieber beim Baby

Hohes Fieber beim Baby kann schnell gefährlich werden. Hat Ihr Baby mehr als 38°C Fieber und ist jünger als sechs Monate? In diesem Fall sollten Sie direkt einen Arzt aufsuchen. Viele der nur wenige Monate alten Kinder verfügen noch nicht über ausreichend Abwehrmechanismen, um sich gegen Infektionen zu wehren. Sie brauchen ärztliche Unterstützung.

Hohes Fieber senken: Fieberzäpfchen und Fiebersaft

Meist verschreibt der Kinderarzt nicht nur Mittel gegen die eigentliche Ursache des Fiebers, also gegen die Infektion, sondern auch Fieberzäpfchen. Ein Zäpfchen senkt das Fieber um ein halbes bis ein Grad und entlastet auf diese Weise den Kreislauf des Kindes. In der Regel empfehlen Kinderärzte, ein Fieberzäpfchen ab 39°C zu geben. Am Abend hilft das Zäpfchen, gut ein- und weiter zu schlafen. Es vergehen allerdings 60 bis 90 Minuten, bis das Medikament seine maximale Wirkung erreicht hat. Fragen Sie Ihren Kinderarzt nach einem Fiebersaft, wenn sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter gegen das Zäpfchen wehrt oder es Durchfall hat.

Hausmittel wie Wadenwickel helfen ebenso das Fieber zu senken: Tauchen Sie einen Lappen in lauwarmes Wasser und wickeln diesen um die Wade des Kindes und erneuern Sie den Wickel nach etwa 20 Minuten, wenn sich dieser erwärmt hat.

Richtig Fieber messen

Ohrthermometer wirken praktisch, bieten aber oft nur einen ersten Anhaltspunkt, da das Ohrenschmalz das Ergebnis verfälschen kann. Wer die Temperatur genau messen will, misst im Darmausgang. Eine flexible Spitze verhindert Verletzungen. Bestreichen Sie die Spitze des Thermometers mit Vaseline, damit sie leicht in den After hinein rutscht. Mit einer kleinen Geschichte können Sie das Warten auf das Signal des Thermometers besser überbrücken. Bei älteren Kindern lässt sich die Temperatur auch im Mund messen. Die Spitze des Thermometers gehört dann unter die Zunge, der Mund wird geschlossen.

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