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PIMS-Syndrom bei Kindern: PIMS als Folgeerkrankung nach dem Coronavirus?

Die meisten Kinder haben bei einer Corona-Infektion nur milde Symptome. Aber: In einigen Fällen erkranken die Kinder danach am sogenannten PIMS-Syndrom, einer Überreaktion des Immunsystems. Ausschlag, Bauchschmerzen und hohes Fieber sind Symptome von PIMS. Kinder mit PIMS müssen im Spital behandelt werden, denn das Syndrom kann sonst die Organe und das Gewebe angreifen. Zum Glück tritt laut Pädiatrie Schweiz eher selten auf. Was Eltern wissen müssen. 

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Hohes Fieber, Bauchschmerzen und Ausschlag: PIMS greift verschiedene Organe und Gewebe an. Bild: Getty Images, Paul Bradbury

PIMS (PIMS-Syndrom): Das Wichtigste zur Krankheit

  • Das PIMS-Syndrom ist eine Folgekrankheit von Corona, die nur Kinder betrifft. Kinder mit PIMS leiden an hohem Fieber, weitere Symptome sind Hautausschlag und Durchfall. Mehr Informationen.
  • PIMS tritt bis zu 4 Wochen nach der Covid-Infektion auf. So verläuft die Krankheit
  • PIMS greift Organe und Gewebe an und muss darum stationär im Spital behandelt werden. Lesen Sie weiter.
  • Die Covid-Impfung schützt vor den Folgen von Corona. Es ist anzunehmen, dass auch das PIMS-Syndrom vermieden werden kann. Mehr dazu
  • Es handelt sich nicht, wie am Anfang vermutet, um das Kawasaki-Syndrom. Mehr zur Unterscheidung.

Bestimmt haben Sie mittlerweile auch schon von PIMS gehört oder in den Medien davon gelesen. Denn das PIMS-Syndrom ist eine Krankheit, die seit dem Start der COVID-19-Pandemie immer mehr Kinder betrifft. So erkranken einige Kinder Wochen nach einer Corona-Infektion an PIMS. PIMS ist also eine neuartige Krankheit – und sie kann für Kinder gefährlich werden. Darum Vorsicht, wenn Ihr Kind Symptome zeigt. Aber: Zum Glück kommt es laut Pädiatrie Schweiz sehr selten zu PIMS und die Krankheit lässt sich gut behandeln. 

Folgeerkrankung nach Corona: Was ist das PIMS-Syndrom?

Bei PIMS (Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) auch MIS-C (Multisystem Inflammatory Syndrome in Children) genannt, handelt es sich um eine Multi-Entzündungserkrankung, die bei Kindern auftaucht. Das neuartige Krankheitsbild entsteht durch eine Überreaktion des Immunsystems und steht im Verdacht, eine Folgereaktion einer Covid-Infektion zu sein. Denn bei allen betroffenen Kindern wurden Corona-Antikörper festgestellt.

Die Covid-Infektion verläuft bei den meisten Kindern mild. Oft sogar so mild, dass sie unbemerkt bleibt. Nach einigen Wochen dann der Schock: Hohes Fieber, Bauchschmerzen oder gar Durchfall plagen das Kind. Wenden Sie sich in diesem Falle sofort an Ihren Arzt. Denn es handelt sich bei PIMS um eine ernste Erkrankung, die die inneren Organe angreifen kann. Das Syndrom lässt sich aber von Ärzten gut behandeln.

Symptome von PIMS

An diesen Symptomen erkennen Sie eine mögliche Erkrankung am PIMS-Syndrom:

  • Hohes Fieber (mehr als 48 Stunden),
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Ausschlag

Hat mein Kind PIMS? 

Laut der WHO handelt es sich um die Krankheit PIMS, wenn Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre über einen Zeitraum von 48 Stunden an Fieber leiden, die Entzündungswerte erhöht sind und mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind: Das Kind leidet an Hautausschlag, Bindehautentzündung, Entzündungen an Haut oder Schleimhaut, niedriger Blutdruck oder Schock, Myokardiale Dysfunktion, Herzbeutelentzündung, Herzklappenentzündung, koronare Herzkrankheit, Blutgerinnungsstörung, auffälliges Blutbild oder hat Probleme mit der Verdauung (Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdacht auf Blinddarmentzündung).

PIMS greift organisches Gewebe an

Das PIMS-Syndrom kann in folgenden Organen und Geweben auftauchen:

  • Herz-Kreislauf-System
  • Magen-Darm-Trakt
  • Haut
  • Schleimhaut
  • Untere Atemwege
  • Blut, Blutgerinnung, blutbildende Organe
  • Obere Atemwege, HNO
  • Nervengewebe, neuromuskuläre Entzündungen
  • Leber
  • Nieren
  • Skelettmuskulatur

Ist PIMS gefährlich?

Viele Eltern sind besorgt und fragen sich, wie gefährlich das PIMS-Syndrom wirklich ist. Zwar sei die Anzahl der erkrankten Kinder im letzten Jahr gestiegen, heisst es von Seiten des Kinderspitals Zürich, allerdings kommt die Infektion trotzdem relativ selten vor. Auf Seiten von Pädiatrie Schweiz heisst es: «PIMS ist sehr selten, grob geschätzt tritt das Syndrom nach einer von 10'000 Infektionen mit SARS-CoV-2 auf.» In der Schweiz gibt es laut BAG 100 bekannte Fälle. Und es heisst, die Krankheit sei gut behandelbar.

Die Fallzahlen muss man im Verhältnis sehen: Es erkranken viele Kinder (teilweise unbemerkt) an Covid, nur ein sehr kleiner Teil reagiert auch tatsächlich mit PIMS. Todesfälle gab es in der Schweiz bisher keine.

PIMS: Behandlung im Spital nötig

Auch wenn das Risiko klein ist, ist das Kind tatsächlich an PIMS erkrankt, ist ein Spitalaufenthalt nötig. PIMS muss stationär mit einer potenten anti-entzündlichen Therapie behandelt werden. «In 50% der Fälle ist ein Aufenthalt auf der Intensivstation nötig», so die Medienstelle von Pädiatrie Schweiz.

Sorgt PIMS für volle Kinderspitäler?

Die Anzahl von Kindern, die an PIMS erkrankt sind, ist bisher tief. PIMS sorgt nicht für volle Betten auf der IPS, schliesslich kommt das Syndrom äusserst selten vor. Nur wenige Kinder auf der Intensivstation haben das PIMS-Syndrom.

PIMS – Behandlungsmöglichkeiten

Zu PIMS gibt es bislang wenige Studien, deshalb werden erkrankte Kinder intensivmedizinisch überwacht. Die Krankheit lässt sich meist gut behandeln, beispielsweise mit Cortison.

So sieht der Krankheitsverlauf bei PIMS aus

Die Krankheit verläuft zeitversetzt zur Covid-Erkrankung. PIMS tritt bis zu vier Wochen nach Covid-Erkrankung auf. Die Entzündungserkrankung kann unbehandelt gefährlich werden. Die meisten Kinder werden nach ärztlicher Behandlung gesund, vereinzelt treten in Folge von PIMS Herz-Kreislauf-Beschwerden auf. Pädiatrie Schweiz sagt: «Es kann zu Erweiterungen der Herzkranzgefässe kommen, die langfristig kardiologisch nachkontrolliert werden müssen. Die Pumpleistung des Herzens erholt sich unter richtiger Therapie jedoch rasch.»

Hilft die Covid-Impfung auch gegen PIMS?

Die Covid-Impfung schützt vor Spätfolgen einer Corona-Erkrankung. Laut BAG kann man auch davon ausgehen, dass die Impfung Kinder und Jugendliche deshalb auch vor PIMS schützt. Allerdings gibt es dazu noch keine Belege, da die Zahl der an PIMS-Erkrankten so gering ist. Derzeit können sich in der Schweiz nur Kinder ab zwölf Jahren impfen lassen. Mehr dazu.

PIMS, Kawasaki und mehr: Folgeerkrankungen von Corona 

Völlig neu sind die Symptome der Krankheit nicht, es gibt bereits ähnliche Krankheiten. Das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrom ähnelt zum Beispiel inflammatorischen Krankheiten wie dem Kawasaki-Syndrom, das seit Beginn der Corona-Pandemie vermehrt aufgetreten ist oder auch dem Makrophenaktivierungssyndrom. Mehr.

Was ist das Kawasaki-Syndrom?

Ähnlich wie auch PIMS ist das Kawasaki-Syndrom eine Entzündungskrankheit. Beim Kawasaki-Syndrom sind Blutgefässe betroffen. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Herzkranzgefässe angegriffen werden. Die Symptome können denen von PIMS ähneln: Fünftagesfieber, Bindehautentzündung, Schwellungen und Rötungen an Händen und Füssen. An dem Syndrom erkranken in der Regel aber eher unter 5-Jährige. 

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