Die neue Kinder Permanence hilft bei kleinen Notfällen

Husten, Schnupfen, Bauchschmerzen oder leichtes Fieber – solche Krankheitssymptome, von Ärzten als «Bagatell-Notfälle» bezeichnet, überfüllen seit jeher die Warteräume der Notfallstationen in Kinderspitälern. Die Kinder Permanence am Zürcher Hauptbahnhof möchte eine Alternative bieten. 

Viele Familien haben keinen eigenen Kinderarzt.

Viele Schweizer Eltern müssen ohne Kinderarzt auskommen. Bei Notfällen hilft jetzt die Kinder Permanence. Foto: iStock, gpointstudio, Thinkstock

Ist der Hausarzt nicht erreichbar, sehen viele Eltern bei Krankheitssymptomen keine andere Möglichkeit, als ihr Kind ins Spital zu bringen. Sie nehmen lange Wartezeiten auf sich, um vom behandelnden Arzt oft nicht mehr als das Rezept für einen Hustensaft oder eine mehr oder weniger zufriedenstellende Erklärung zu erhalten. Das Bedürfnis nach Notfallpraxen, die sich ganz bewusst auf kleinere Notfälle spezialisieren, ist gross. Ein breiteres Angebot wäre sowohl im Sinne der Eltern, die den Symptomen ihrer Kinder oft ratlos gegenüber stehen, als auch im Sinne der Notfallärzte in Spitälern, die sich so auf dringendere Notfälle fokussieren können. Das Hauptziel solcher Notfallpraxen ist, rasch und effizient die Schmerzen des Kindes zu lindern und es in einem angenehmen Umfeld zu beruhigen.

Die Kinder Permanence soll nicht an ein Spital erinnern

Die am 1. November eröffnete, in der Schweiz einzigartige Kinder Permanence am geschäftigen Zürcher Bahnhofplatz verfolgt dieses zentrale Ziel offensichtlich. Im vierten Stock eines grossen Bürogebäudes wird jeder Besucher im elegant eingerichteten Empfangsbereich freundlich begrüsst. Die weite Fensterwand zwischen Empfang und Wartesaal eröffnet die Aussicht über den Zürcher Hauptbahnhof und den Zürichberg. Der Besucher merkt sofort, dass die Kinder Permanence mit Lage und Einrichtung eine möglichst spitalferne, gelassene Atmosphäre hervorrufen möchte.

Im Warteraum sitzen kurz nach Öffnungszeit um zwölf Uhr schon zwei Patienten mit ihren Müttern. Die Kinder, die auf ihren Arztbesuch warten, scheinen die Schmerzen fast schon vergessen zu haben, als sie die grosszügige Wandbemalung erblicken, die passend zum Aquarium in der Mitte des Raumes eine Unterwasserwelt mit dem Zeichentrickheld Nemo darstellt. Ein kleiner Junge, der mit seiner Mutter im Wartesaal sitzt, zeigt begeistert abwechselnd auf die lebendigen und auf die gemalten Fische und ruft immerzu: «Nemo!»

Das Wandbild begeistert die kleinen Patienten.

Das Wandbild im Warteraum der Kinder Permanence zieht die kleinen Patienten in den Bann.

«Wandbild und Aquarium sind ganz eindeutig die Highlights für die Kinder», erzählt Michael Meier, Teilhaber und Projektleiter der Kinder Permanence. Sein Geschäftspartner und Chefpädiater Attila Molnar ergänzt: «Letzte Woche wollte ein unter 39 Grad hohes Fieber leidendes Kind nach seinem Arztbesuch nicht nach Hause, weil er die Fische im Aquarium beobachten wollte!» Für die Wandbemalung verantwortlich ist Molnars Cousine, eine ungarische Kinderbuchillustratorin, die sowohl den Warteraum als auch die Behandlungsräume mit Wandbildern verschönert hat.

Wie die Kinder Permanence entstand

Idee und Konzept der Kinder Permanence sind, genau wie die Wandverzierung, irgendwie «Familiensache», erzählt der St. Galler Arzt Molnar. «Vor zwei Jahren traf ich an der Geburtstagsparty meiner Schwester ihre Freunde Michael Meier und Anju Rupal. Beide fragten mich, warum ich keine eigene Arztpraxis eröffnen wolle. Da ich aber den Fokus meiner Karriere bewusst auf die Notfallbehandlung gelegt hatte, war die eigene Arztpraxis lange kein Thema. Die beiden schlugen dann vor, beides zu verbinden und eine Notfallpraxis zu entwickeln.»

Damit war der Grundstein für die Kinder Permanence gelegt. Der Mediziner Michael Meier bot Attila Molnar seine Unterstützung für das Fachärzteteam an und die Unternehmerin Anju Rupal kümmerte sich fortan um das Management und die Informationsarbeit für die privat finanzierte Notfallpraxis. «Innerhalb von zwei Jahren haben wir die Kinder Permanence in die Realität umgesetzt», erzählt Molnar stolz. Lediglich acht Wochen hätten sie für den Umbau der 300 Quadratmeter grossen Räumlichkeiten unmittelbar beim Zürcher Hauptbahnhof gebraucht.

Die Kinder Permanence

Die Kinder Permanence öffnete am 1. November 2011 in Zürich ihre Pforten. Die Notfallpraxis, die von allen Schweizerischen Krankenkassen anerkannt wird, richtet sich an Patienten von 0 bis 16 Jahren und hat derzeit von 12 bis 20 Uhr geöffnet – und dies an 365 Tagen im Jahr. Behandelt werden kleine Notfälle wie Husten oder Erkältungen und leichte Unfälle von einem drei- bis vierköpfigen Kinderarztteam. Die Kinder Permanence befindet sich am Bahnhofplatz 9, 8001 Zürich im vierten Stock.

Telefon: 043 343 00 00.

www.kinderpermanence.com

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