Knigge für Kinder: Benehmen lernen

Wer weiss, wie man sich richtig benimmt, hats einfacher im Leben. Das ist gar nicht so schwierig, denn gute Manieren sind lernbar. Tipps und Tricks zum Knigge für Kinder finden Sie hier.

Gute Umgangsformen können Kinder von Eltern lernen.

Wenn Eltern ein gutes Vorbild sind, dann lernen auch Kinder schnell, sich zu benehmen. Foto: Digital Vision, Marc Debnam, Thinkstock

Höflichkeit und gutes Benehmen lernen Kinder am einfachsten am guten Vorbild: Die Eltern sollten sich so verhalten, wie sie es auch vom Kind erwarten – und diesem erklären, weshalb Umgangsformen wie Rücksichtsnahme und Hilfsbereitschaft für das Zusammenleben so wichtig sind.

Natürlich sind ganz kleine Kinder noch zu unreif, um perfekte Manieren an den Tag zu legen. Es braucht seine Zeit, bis bestimmte Benimmregel zur Selbstverständlichkeit geworden sind und ganz gewohnheitsmässig – und natürlich – angewendet werden.

 

Das sind die 12 wichtigsten Benimm-Regeln für Kinder

  1. «Bitte» und «danke» sagen sind eine Selbstverständlichkeit – das gilt natürlich auch für die Eltern den Kindern gegenüber. Damit kann man schon anfangen, bevor das Kind richtig sprechen kann.
  2. Wird man von einer bekannten Person gegrüsst, so muss der Gruss freundlich erwidert werden. Es gibt allerdings Phasen, in denen Kinder sehr schüchtern und zurückhaltend sind, manchmal ist das auch eine Charakterfrage. In diesem Fall braucht das Kind nicht unbedingt die Hand zu geben, aber zumindest verbal sollte es zurückgrüssen. Was ganz wichtig ist: Küssen ist immer freiwillig!
  3. Leider ist es auch für viele Erwachsene keine Selbstverständlichkeit, trotzdem gilt: Nach jedem Gang zur Toilette und vor dem Essen werden die Hände gründlich gewaschen. Beim Niesen oder Husten hält man sich ein Taschentuch oder notfalls die Hand vor den Mund.
  4. Esswaren sind kein Spielzeug. Wenn das Kind satt ist und mit den Resten nur noch herumspielt, sollte man den Teller wegnehmen. Das gilt allerdings nicht für ganz kleine Kinder, die Essen erst auf spielerische Art und Weise entdecken, bevor sie richtig «essen». Ausserdem sollte das Kind in der Lage sein, ab etwa drei mit Löffel und Gabel zu essen, ab Schulalter mit Gabel und Messer. Und natürlich sitzt man dazu gerade und stützt sich nicht mit dem Ellbogen auf.
  5. Fluchen und Kraftausdrücke gehören nicht in den Familienalltag. Auch hier sind Eltern beste Vorbilder, denn wenn diese auf eine einigermassen gewählte Sprache achten, werden die Kinder dies auch eher tun. Kraftausdrücke, die sie von ihren Spielkameraden gelernt haben, verwenden sie natürlich trotzdem gerne – auch zu Hause. Dies erst recht, wenn sie damit mehr oder weniger heftige Reaktionen der Eltern provozieren können. Eltern sollten dem also nicht allzu viel Beachtung schenken, aber strikt fordern, dass solche Ausdrücke in der Familie nicht verwendet werden.
  6. Erwachsenen begegnet man mit ein bisschen Respekt, überlässt also beispielsweise im Tram seinen Platz einer älteren Person oder bückt sich, wenn jemandem etwas herunter gefallen ist. Auch das ist eine Tugend, die leider mehr und mehr verloren geht und deshalb von den Eltern besonders gefördert werden sollte.
  7. Politiker sind da schlechte Vorbilder, Eltern hoffentlich nicht: Wenn man sich unterhält, hört man sich auch gegenseitig zu und redet einander nicht ständig drein. Und man akzeptiert, dass es noch andere Meinungen als nur gerade die eigene gibt.
  8. Grenzen und Freiräume von Eltern, Geschwistern bzw. Spielkameraden sollten respektiert werden. Besteht man also beispielsweise darauf, dass das Kind anklopft, ehe es das Elternschlafzimmer betritt, sollte man es beim Kinderzimmer ebenso handhaben, wenn es dies wünscht.
  9. Nasebohren, sich ständig kratzen, in den Zähnen herumstochern, an den Zehennägeln rumpulen und andere Unarten gehören, wenn überhaupt, ins stille Kämmerlein.
  10. Respekt gebührt nicht nur Menschen, sondern auch Tieren, Pflanzen und dem Eigentum von anderen Leuten.
  11. Littering ist heutzutage eine grosse Plage, deshalb sollte man Kindern schon früh beibringen: Abfall wird ordnungsgemäss entsorgt und nicht einfach auf die Strasse oder in fremde Gärten geschmissen.
  12. Rechthaberei ist zwar gang und gäbe, aber ein Kind kann durchaus lernen, Fehler zuzugeben und sich auch mal für etwas zu entschuldigen, ohne dass deswegen die Welt untergehen muss.

 

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