Konzentration steigern: Schlau durch Brainfood?

Das richtige essen und schlau werden – das klingt verlockend, nicht nur für Schüler und Studenten. Mit Brainfood soll das angeblich möglich sein. Doch kann man Weisheit tatsächlich mit Löffeln essen?

Bananen als Zwischenverpflegung haben sich bewährt

Bananen sind Brainfood für zwischendurch - und machen sogar glücklich! Foto: fpwing, iStock, Thinkstock

Die Anforderungen sind hoch: Egal ob Schule, Lehre oder Studium – heute wird von Jugendlichen viel erwartet. Der Bücher-Berg wird immer grösser, oft wissen sie gar nicht mehr, wo anfangen mit Lernen. Wie praktisch wäre es jetzt, dem Gehirn einen Energie-Schub zu verpassen, um die Konzentration zu fördern. Oft fällt in diesem Zusammenhang der Begriff «Brainfood», also Gehirnnahrung. Sogar intelligenter soll man werden, wenn man nur das richtige isst. Fakt ist: Unser Gehirn braucht viel Energie. Obwohl es nur rund zwei Prozent des Körpergewichts ausmacht, beansprucht es fast einen Fünftel unseres gesamten Energiebedarfs für sich.

Eine ausgewogene Ernährung ist gut fürs Gehirn

Für Steffi Schlüchter von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE ist klar: «Brainfood bezieht sich auf die ausgewogene Mischkost gemäss Schweizer Lebensmittelpyramide», sagte sie der «Schweiz am Sonntag». Eine ausgewogene Ernährung unterstützt unser Wohlbefinden und sorgt auch für einen gut funktionierenden Gehirnstoffwechsel. «Durch diese Ernährungsweise sind alle notwendigen Nährstoffe abgedeckt, die Leistungsfähigkeit ist gewährleistet und der Mensch fühlt sich fit und wohl», sagt Schlüchter weiter. Eine ausgewogene Ernährung kann also Konzentration und Ausdauer fördern, weil sie leistungsfähiger macht.

Oft greifen Jugendliche im Lerntief aber zu Traubenzucker. Tatsächlich sorgt der Zucker für ein Hoch – aber nach rund 20 Minuten folgt ein umso tieferes Energie-Loch. Genauso verhält es sich mit Süssigkeiten. Besser ist eine Handvoll Nüsse zwischendurch. Auch komplexe Kohlenhydrate, wie sie zum Beispiel Vollkornprodukte oder Haferflocken liefern, sorgen für eine gleichmässige und langanhaltende Energieversorgung.

Gesunde Fette schmieren das Gehirn

Genauso wichtig für das Gehirn sind Fette wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren. Ein dauerhafter Mangel kann etwa Alzheimer begünstigen. Diese wertvollen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt werden, also müssen wir sie über die Nahrung aufnehmen. Sie kommen unter anderem in pflanzlichen Ölen wie Leinsamen- oder Rapsöl, in Algen, fettem Fisch wie Lachs, in Walnüssen und Blattgemüsen vor. Gute Eiweisslieferanten sind Fisch, mageres Fleisch, Milchprodukte und Hülsenfrüchte wie Linsen. Denn auch Eiweiss ist für eine ausgewogene Ernährung unabdingbar.

Eine gute Zwischenmahlzeit während Prüfungen oder in hektischen Zeiten sind Bananen. Sie enthalten viel Magnesium und stärken so die Nerven. Ausserdem liefern sie Serotonin – ein Stoff, der glücklich macht.

Auch Trinken gehört zum Brainfood

Zu grosse Mahlzeiten sollten zu jeder Tageszeit vermieden werden, denn sie machen träge und erschweren das Lernen. Kleinere und leichte Mahlzeiten hingegen unterstützen eine optimale Gehirnfunktion.
Genau so wichtig wie die Nahrung ist aber auch genügend Flüssigkeit. Doch besser als zucker- und koffeinhaltige Energydrinks ist Wasser. Wem das zu langweilig ist, der kann auf Saftschorlen und Tee ausweichen oder dem Wasser mit Zitrone und frischer Pfefferminze Geschmack verleihen. Ein volles Glas auf dem Tisch hilft, das Trinken auch an hektischen Tagen nicht zu vergessen. Auch eine Trinkflasche für unterwegs erinnert immer wieder daran. Denn eigentlich sollte Sie nie Durst verspüren, sondern immer so viel trinken, dass es gar nicht so weit kommt. Rund 2 Liter täglich sollten es sein, empfiehlt die SGE. 

Mit der richtigen Ernährung wird man also nicht schlauer – aber man kann länger und konzentrierter lernen und arbeiten und unterstützt das Gehirn in all seinen Funktionen.

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