Der Unterricht beginnt

In der Waldschule lernen Primarschüler und Kindergartenkinder gemeinsam.

Der Wald bietet viel Platz für das alltägliche Begrüssungsritual.

Der Morgen in der Waldschule beginnt mit einem Ritual. Zur Begrüssung stellen sich Lehrerinnen und Schüler in einen Kreis. Gemeinsam singen sie ein Lied. Danach beginnt schon der Unterricht. Noch im Kreis stehend stellt Sibylle Egloff den Kindern einige Fragen. Es ist der «Ameisentag» und so dreht sich auch das kleine Quiz um die geschäftigen Tierchen.

Nach der Einführung geht die Schulstunde in Gruppen von acht bis zehn Schülern weiter, die sich in dem weitläufigen Waldgebiet verteilen. Kindergarten- und Schulkinder lernen dabei immer gemeinsam. Ganz wie in einer normalen Schule erklären die Lehrerinnen den Lernstoff mit Hilfe von Büchern und Bildern.

Das Besondere an dem «Klassenzimmer Wald» ist jedoch, dass die Schüler zudem Anschauungsmaterial direkt um sich herum haben. So kann jeder der Schüler direkt an dem Ameisenhaufen am Rande des «Klassenzimmers» die kleinen Tiere erforschen.

Unterricht im Wald: In der Waldschule gibt es viel zu entdecken.

Im Wald lernen die Kinder ihre Umgebung anhand Anschauungsmaterial kennen. (Bild: zVg/naturspielwald)

Kindern macht das Wetter nichts aus

Dass der Unterricht im Wald – trotz guter Kleidung – nicht immer angenehm ist, gibt Lehrerin Sibylle Egloff unumwunden zu. «Am schlimmsten sind Tage, an denen es kalt ist und dann auch noch regnet», erzählt Lehrerin Sibylle Egloff. «Das ist aber für die Betreuerinnen meist eine grössere Herausforderung als für die Schüler. Die stecken das locker weg.»

Genau wie in einer öffentlichen Schule müssen die Kinder der Waldschule aufpassen und lernen.

Gegen Wind und Wetter geschützt. (Bild: zVg)


Die Schule fällt aufgrund des Wetters nur sehr selten aus. Bei starkem Wind oder Sturm sezt die Waldschule aber auf Sicherheit: «Das wäre zu gefährlich für die Kinder, da Äste von den Bäumen herunterfallen und sie verletzen könnten.» In solchen Tagen greift man dann zu einem Alternativprogramm.

Spezielles Notfalltraining für Lehrerinnen

Für den Notfall sind die Lehrerinnen gerüstet. Ihre genauen Koordinaten liegen bei der Unfallrettung vor, damit die Einsatzkräfte nicht suchen müssen. Und ein möglicher Landeplatz für einen Rettungshelikopter ist auch ganz in der Nähe. «Bis jetzt ist aber noch nie etwas passiert», sagt Egloff. «Gut vorbereitet müssen wir trotzdem sein.» Dafür absolvieren die Klassenlehrerinnen spezielle Erste-Hilfe-Kurse für den Outdoor-Bereich.

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