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Pack die Koffer: Familienferien in der Jugendherberge

Hast du als Kind selbst einmal in einer Jugendherberge übernachtet – vielleicht auf der Schulreise? Die Jugendherbergen von damals haben nur noch wenig mit den Häusern von heute zu tun. Viele sind hell, familienfreundlich und praktisch organisiert: mit Familienzimmern, kindgerechter Infrastruktur und Angeboten, die euren Ferienalltag spürbar erleichtern.
 

Abwechslungsreiche Familienferien in der Jugendherberge
Hostel gebucht, Auto startklar – den Ferien steht nichts mehr im Wege. Foto: Flying Colours Ltd, Photodisc, Thinkstock  

Vielleicht erinnerst du dich an den Duft von Tee am Morgen, der in grossen Kannen auf den Tischen stand. An abendliche Spiele in grossen Gruppenräumen. Und an den «Töggelikasten», an dem am liebsten alle Kinder gleichzeitig spielen wollten. Vielleicht hast du aber auch weniger gute Erinnerungen: durchgelegene Matratzen, kalte Zimmer, lange Wege bis zur Toilette. Lange hatten Jugendherbergen einen angestaubten Ruf. Inzwischen haben sich viele Häuser modernisiert – und sind gerade für Familien spannend, die unkompliziert und preisbewusst reisen wollen, ohne auf Komfort zu verzichten.

Warum Jugendherbergen für Familien heute so gut funktionieren

Für viele Eltern zählen in den Ferien vor allem drei Dinge: planbare Abläufe, genügend Platz und möglichst wenig Stress bei Essen und Schlaf. Genau da punkten viele Jugendherbergen: Du bekommst oft Frühstück (und je nach Haus auch Halb- oder Vollpension), klare Check-in-/Check-out-Zeiten, familienfreundliche Zimmer und Gemeinschaftsbereiche, in denen Kinder schnell Anschluss finden. Gleichzeitig kannst du euren Tag flexibel gestalten – von «einfach mal raus» bis «Ausflüge ohne viel Organisation».

Familienzimmer und Schlafen: Was dich konkret erwartet

Jugendherbergen sind modern und damit auch für Familienferien attraktiv geworden. Viele Häuser bieten Familienzimmer (oft 4-Bett, teils grösser) oder Kombinationen aus Doppel- und Mehrbettzimmern. In der Regel wird mit Duvets geschlafen; Leselampen an den Betten machen den Abend entspannter – gerade, wenn ein Kind früher müde ist und du noch kurz lesen oder Sachen richten willst.

Praktisch für Familien: In vielen Häusern kannst du nachfragen, ob es Babybetten, Rausfallschutz oder Hochstühle gibt. Auch wenn die Ausstattung je nach Standort variiert, lohnt sich das frühzeitige Abklären – besonders in Ferienzeiten.

Familienleben Logo

Das Hostel wird zum Kinderzimmer. Foto: IPG GutenbergUKLtd, iStock, Thinkstock

Buchungslogik: So planst du stressfrei

Damit die Buchung für euch wirklich einfach bleibt, helfen diese Schritte:

  • Reiseart klären: Willst du eine Basis für Ausflüge (Stadt/Natur) oder ein Haus, in dem ihr viel vor Ort macht (Spielplatz, Badesee, Berge)?
  • Zimmerbedarf realistisch einschätzen: Mit Kleinkindern ist ein Familienzimmer oft entspannter als zwei getrennte Zimmer – allein schon wegen Einschlafbegleitung und Nachtwegen.
  • Verpflegung mitdenken: Wenn ihr tagsüber unterwegs seid, sind Lunchpakete oder ein frühes Frühstück Gold wert.
  • Stornobedingungen prüfen: Gerade mit Kindern kann sich kurzfristig etwas ändern (z.B. Krankheit). Achte darauf, was flexibel ist und was nicht.
  • Spezialwünsche früh anmelden: Babybett, Allergieessen, barrierearme Zimmer oder ein ruhiges Zimmer – je früher du es meldest, desto besser klappt es.

Verpflegung, Allergien und besondere Ernährung: Das solltest du wissen

Viele Jugendherbergen bieten neben Frühstück auf Voranmeldung auch Abendessen an; in einigen Häusern kannst du zusätzlich Mittagessen oder Lunchpakete für unterwegs bestellen. Wenn dein Kind Allergien hat oder ihr aus medizinischen Gründen bestimmte Lebensmittel meidet, ist frühes Informieren besonders wichtig. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung betont bei der Gemeinschaftsverpflegung die Bedeutung von ausgewogener Lebensmittelauswahl und einer sorgfältigen Allergeninformation – für Familien heisst das ganz praktisch: Frag aktiv nach, wie Allergene gekennzeichnet sind und ob eine Anpassung möglich ist.

Bei schweren Allergien (z.B. Anaphylaxie-Risiko) hilft eine klare Routine: Informiere das Haus beim Buchen, erinnere beim Check-in nochmals daran und behalte Notfallmedikamente griffbereit. Für die allgemeine Lebensmittelhygiene unterwegs gilt: Kühlpflichtige Speisen nicht lange ungekühlt transportieren und bei Buffet-Situationen lieber kleinere Portionen holen und bei Bedarf nachnehmen.

Familienferien in der Stadt und auf dem Land

Urlaub im romantischen Schloss, in einer herrschaftlichen Villa oder in einer gemütlichen Landherberge: In der Schweiz stehen Jugendherbergen in vielen Regionen zur Wahl. Keine ist wie die andere, jede hat ihr eigenes Flair. Während sich einige als Ausgangspunkte für Stadtbesichtigungen eignen, sind andere tolle Feriendomizile in der Natur, am See oder in den Bergen. Für Familien kann es hilfreich sein, bei der Wahl auch an euren Tagesrhythmus zu denken: kurze Wege, Spielmöglichkeiten vor Ort und gut planbare Ausflugsziele machen den Unterschied.

Familienferien in der Jugendherberge: Zwei Beispiele

Rustikal:
1‘000 Meter über dem Meer liegt das Berghaus mit den leuchtend roten Fensterläden in Engelberg im Kanton Obwalden in der Zentralschweiz. Kinder toben sich auf der grossen Spielweise und auf dem Spielplatz mit Rutschbahn und Seiliplampi aus. Bei schlechtem Wetter geht es in den Spielraum mit Fussballkasten und Billardtisch. Für Familien stehen Sechsbett-, Vierbett- und Doppelbettzimmer zur Verfügung.
Weitere Informationen: familienherberge.ch

Urban:
Ursprünglich war das Haus in Solothurn einmal ein Kauf- und Zollhaus. Dann wurde es zur Lagerhalle, später zum Theater, bevor es als Schulhaus diente. Seine grösste Wandlung aber machte es vor einigen Jahren durch, als es sich in eine moderne Stahl-Glas-Konstruktion wandelte, in der sich heute Urlauber tummeln. Die Dreibett- und Fünfbettzimmer der Jugendherberge eignen sich für Familien, die die Stadt kennenlernen wollen. Das Frühstücksbuffet bietet für jeden Geschmack etwas.
Weitere Informationen: youthhostel.ch

Aktive Familienferien – ohne Overload

Familienferien in Jugendherbergen können aktive Ferien sein: Von hier aus lassen sich Kulturstätten besuchen, Sportangebote wahrnehmen und Natur erfahren. Gleichzeitig hilft es, die Erwartungen realistisch zu halten: Mit Kindern ist «weniger Programm, dafür mehr Pausen» oft die beste Strategie. Die BZgA empfiehlt für Kinder und Jugendliche regelmässige Bewegung im Alltag – in den Ferien kann das heissen: lieber täglich raus an die frische Luft, Spielplatz und Spaziergang statt ein vollgepackter Tag mit striktem Zeitplan.

Erlebnisse lassen sich nicht nur selbst gestalten, sondern auch über den Verein «Schweizer Jugendherbergen» direkt buchen. Bei den Abenteuertagen im Jura bieten beispielsweise sieben sieben Parcours mit insgesamt 80 Hindernissen von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und eine Trotti-bike-Tour Herausforderung. Für all diejenigen, deren Glück auf dem Rücken der Pferde liegt, gibt es Reittage in den Freibergen. Richtig sommerliches Feeling entsteht bei den Badeferien am Luganersee.
Weitere Informationen: hier

Packliste für Familien: Das wird in Jugendherbergen oft vergessen

Damit ihr vor Ort nicht improvisieren müsst, hilft diese kompakte Packliste (je nach Haus und Saison anpassen):

  • Dokumente & Organisation: Ausweise, Buchungsbestätigung, Krankenkassenkarte, Notfallkontakte, ggf. Mitgliedschaft/Bestätigung.
  • Schlafen: Pyjama, Lieblingskuscheltier/Schmusetuch, evtl. Ohrstöpsel (für empfindliche Schläfer:innen), kleine Nachtlampe, falls Kinder nachts aufwachen.
  • Hygiene: Kulturbeutel, Duschlatschen, Sonnenschutz, Insektenschutz (je nach Region), kleine Reiseapotheke.
  • Medizinisches: Fieberthermometer, kindgerechtes Schmerz-/Fiebermittel nach Rücksprache mit Ärzt:in/Apotheke, persönliche Medikamente, Allergie-Notfallset (falls verordnet).
  • Essen unterwegs: Trinkflaschen, Snackbox, ggf. Kühlakku für empfindliche Lebensmittel.
  • Wetter & Aktivsein: Regenjacke, Ersatzschuhe, Mütze/Handschuhe in den Bergen, Badezeug, kleines Handtuch für unterwegs.
  • Für entspannte Tage: Kartenspiel, Malzeug, ein kleines Buch – ideal für Wartezeiten und ruhige Momente.

Geschichte der Jugendherbergen

«Zürcherische Genossenschaft zur Errichtung von Jugendherbergen» – so hiess der Verein, den 1924 rund 70 Vertreter verschiedener Jugendverbände gründeten. Und tatsächlich schossen viele Herbergen aus dem Boden. 1938 waren es bereits 208 Jugendherbergen. Heute betreibt der Verein «Schweizer Jugendherbergen» in der Schweiz zwar nur noch 53 Jugendherbergen, dafür aber mit wesentlich mehr Komfort. Besonderen Wert legt der Verein auf Nachhaltigkeit. Weitere Informationen: youthhostel.ch

Das kosten Familienferien in der Jugendherberge 

Da Konditionen je nach Haus, Saison, Zimmerkategorie, Mitgliedschaft und Buchungszeitpunkt variieren, gilt als Faustregel: Rechne mit einem Preis pro Person und Nacht inklusive Frühstück; Familienzimmer und private Zimmer sind in der Regel teurer als Betten im Mehrbettzimmer. Für Kinder gibt es häufig altersabhängige Tarife oder Familienangebote; für Babys können je nach Haus Sonderregelungen gelten.

Wenn du möglichst verlässlich planen willst, prüfe vor dem Buchen: Zimmerkategorie (privat vs. Mehrbett), Inklusivleistungen (Frühstück, Bettwäsche, Handtücher), Mitgliedschaft (Tagesmitgliedschaft oder Jahresmitgliedschaft) sowie Storno- und Umbuchungsregeln. So vermeidest du Überraschungen und kannst gut vergleichen.

Website der Schweizer Jugendherbergen: youthhostel.ch/de

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