Leben > HaustiereKauf einer Katze: Herkunft, Alter, Kosten – was muss beachtet werden?Katzen sind das beliebteste Haustier der Schweiz: Über 1,5 Millionen leben hier in Haushalten [5]. Wenn du eine Katze anschaffen möchtest, lohnt sich eine gute Vorbereitung: für das Wohl der Katze – und für euren Familienalltag. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Im Tierheim beraten sie dich, ob eine oder zwei Katzen zu euch passen. (Foto: Jungyang1/Thinkstock,iStock) Katzen sind ein Phänomen: Einst vergöttert, dann verteufelt und heute die Stars in den sozialen Netzwerken, die zudem jeden Kontinent mit Ausnahme der Antarktis im Gefolge der Menschen erobert haben. Alleine die Vielzahl von Katzenvideos im Internet zeigt, wie gerne Menschen die kleinen Tiger bei sich haben. Gerade weil Katzen so «selbstverständlich» wirken, ist es wichtig, nicht spontan zu entscheiden: Eine Katze ist ein fühlendes Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen – und kann euch viele Jahre begleiten. Passt eine Katze zu uns? Entscheidungscheck für Familien Bevor du dich für ein Büsi entscheidest, hilft ein ehrlicher Realitätscheck. Viele Abgaben passieren nicht aus bösem Willen, sondern weil Alltag, Wohnung oder Gesundheit unterschätzt wurden. Zeit, Alltag und Betreuung Frag dich: Wer kümmert sich morgens/abends um Futter, Wasser, Toilette, Spiel und Fellpflege? Wer übernimmt Ferien und Notfälle? Gerade mit Kindern ist es hilfreich, die Verantwortung klar bei den Erwachsenen zu lassen und Kinder altersgerecht einzubeziehen. Zur Miete? Zuerst die Erlaubnis klären Wer in einer Mietwohnung lebt, klärt vor dem Kauf mit der Vermieterschaft ab, ob Katzenhaltung erlaubt ist – und ob bauliche Anpassungen wie eine Katzentüre oder ein gesichertes Fenster in Ordnung gehen [4]. Diese Frage kommt in der Praxis oft zu spät, nämlich dann, wenn das Tier schon da ist. Kinder und Katze: Sicherheit und Respekt Katzen sind keine Kuscheltiere. Für Kinder ist das eine gute Lernchance – aber du musst den Rahmen setzen. Sinnvolle Grundregeln sind: nicht hochheben, wenn die Katze weg will; nicht stören beim Fressen/Schlafen; Rückzugsorte sind tabu; Streicheln nur, wenn die Katze von sich aus Kontakt sucht. Kinder brauchen dabei Aufsicht, besonders im Vorschulalter. Dazu gehört auch Hygiene, und zwar aus einem konkreten Grund: Die Katze ist der Endwirt des Toxoplasmose-Erregers, dessen Vorstadien mit dem Katzenkot ausgeschieden werden. Menschen stecken sich allerdings vor allem über rohes oder ungenügend gekochtes Fleisch an, auch über Geflügel [6]. Bei intaktem Immunsystem verläuft eine Infektion meist harmlos; heikel ist eine Erstansteckung in der Schwangerschaft. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt Katzenhalterinnen deshalb während einer Schwangerschaft besonders gute Handhygiene und Händewaschen nach Kontakt mit Sand oder Erde [6] – nicht, die Katze abzuschaffen. Für den Familienalltag heisst das: Hände waschen nach dem Reinigen der Katzentoilette und nach dem Spielen im Sandkasten. Ausführlicher steht das in unseren Artikeln zu Katze und Baby und zur Toxoplasmose in der Schwangerschaft. Allergien früh bedenken Wenn bei euch Allergien oder Asthma vorkommen, klär das vorab ärztlich ab. Tierallergene können Beschwerden auslösen oder verstärken. Wichtig: «Hypoallergene» Katzen sind wissenschaftlich nicht zuverlässig belegt – einzelne Menschen reagieren zwar weniger, eine Garantie gibt es aber nicht. Langfristige Verantwortung Eine Katze kann sehr alt werden. Überleg dir deshalb auch: Was passiert bei Umzug, Trennung, Jobwechsel oder wenn die Kinder ausziehen? Eine Anschaffung klappt am besten, wenn du einen Plan für verschiedene Lebensphasen hast. Woher soll die Katze kommen? Für Familien zählen vor allem: Gesundheit, gutes Wesen, seriöse Herkunft und eine passende Beratung. Impulskäufe (besonders online) sind ein häufiger Grund für Probleme. Wie alt muss das Kätzchen mindestens sein? Diese Frage entscheidet oft mehr über den späteren Familienalltag als die Rasse. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen rät, Katzenwelpen mindestens zehn bis zwölf Wochen mit ihren Wurfgeschwistern aufwachsen zu lassen [1]; der Schweizer Tierschutz STS nennt als Abgabealter mindestens zwölf, besser vierzehn Wochen [4]. Gerade auf Bauernhöfen und bei unseriösen Anbietern werden Kätzchen oft schon mit acht Wochen oder jünger abgegeben – zu früh getrennte Tiere neigen später häufiger zu Unsauberkeit, Ängstlichkeit und Aggression [4]. Lass dir das Geburtsdatum zeigen und bleib dabei, auch wenn es ein paar Wochen Wartezeit kostet. Die einfache Variante: Aus dem Tierheim Die Tierheime in der Schweiz laufen über vor lauter Katzen. Wenn du eine Katze anschaffen und einfach einen Spiel- und Schmusegefährten haben möchtest, ist es oft die beste und verantwortungsvollste Option, ein Tierheim aufzusuchen oder einen Bauernhof. Dort findest du Katzen aller Couleur und jeden Alters – und du bekommst meist eine realistische Einschätzung, welche Katze zu eurem Haushalt passt (z.B. kinderfreundlich, eher schüchtern, Einzelkatze oder sozial). Im Tierheim wird in der Regel lediglich eine Gebühr fällig. Sie deckt häufig einen Teil der bisherigen Versorgung (z.B. Impfungen, Entwurmungen, Kastration je nach Alter) und soll zugleich sicherstellen, dass die Abgabe überlegt ist. Lass dir erklären, was bereits gemacht wurde und was noch ansteht – und bitte um Unterlagen, damit du beim ersten Tierarzttermin eine gute Ausgangslage hast. Vorteil Tierheim – gerade für Familien Viele Tierheime kennen die Tiere gut: Sie können dir sagen, ob eine Katze stresssensibel ist, wie sie auf Lärm reagiert oder ob sie den Kontakt zu Kindern mag. Diese Passung ist im Familienalltag oft wichtiger als «Rasse» oder Optik. Wenn es etwas mehr sein soll: Vom Züchter Es gibt verschiedene Motive, sich für eine eher teure Katze vom Züchter zu entscheiden. Manche Rassen gelten als eher menschenbezogen oder ruhiger. Trotzdem gilt: Charakter ist immer auch individuell – und eine seriöse Aufzucht, gute Sozialisierung und Gesundheit sind entscheidender als ein schöner Stammbaum. So erkennst du seriöse Zucht Achte darauf, dass du die Zucht vor Ort besichtigen kannst, die Kitten in einer sauberen, familiennahen Umgebung aufwachsen und die Muttertiere zu sehen sind. Ein:e seriöse:r Züchter:in gibt dir Zeit, beantwortet kritische Fragen, macht keinen Druck, gibt Kitten nicht «sofort» ab und übergibt schriftliche Nachweise (Gesundheitsstatus, Impfungen, Entwurmung, Identifikation) sowie einen klaren Vertrag. Wenn dir jemand Treffen auf Parkplätzen anbietet, keine Fragen stellt oder «schnell noch ein Kitten» verfügbar hat, ist das ein Warnsignal. Zwei Punkte kannst du zusätzlich konkret abfragen. Erstens die Bewilligung: Wer pro Jahr mehr als zwanzig Katzen oder mehr als fünf Würfe abgibt, braucht in der Schweiz eine kantonale Bewilligung und eine fachspezifische Ausbildung [1] [2]. Zweitens die Herkunft: Kommt das Tier aus dem Ausland, gehören Heimtierausweis, Kennzeichnung per Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung dazu; welche Bedingungen im Einzelnen gelten, hängt vom Herkunfts- und Zielland ab [1]. Fehlen diese Papiere, lass die Finger davon – auch wenn die Geschichte dazu noch so plausibel klingt. Rasse oder Mischling? Gesundheit geht vor Ob Rassekatze oder Mischling: Entscheidend ist, dass die Katze gesund atmen, sich normal bewegen, fressen, putzen und spielen kann. Bei manchen Extremzuchten können Probleme häufiger sein – der Schweizer Tierschutz STS nennt ausdrücklich sehr kurzköpfige Rassen wie Perser und Exotic Shorthair sowie Katzen mit fehlendem oder verändertem Haarkleid wie Sphynx und Rexkatzen [4]. Das ist keine Geschmacksfrage: Verboten ist die Zucht von Tieren, bei denen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den arttypischen Gebrauch fehlen oder umgestaltet sind und dem Tier dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen [3]. Für Familien lohnt sich ein einfacher Grundsatz: Wähle keine Merkmale, die offensichtlich mit Einschränkungen verbunden sind (z.B. dauerhaft tränende Augen, hörbares Atmen, sehr kurze Nase, starke Bewegungsauffälligkeiten). Wenn du unsicher bist, lass dich vor dem Kauf tierärztlich beraten. Wer den Exoten möchte Bei Arthybriden wie Savannah oder Bengal ist die Rechtslage in der Schweiz eindeutig: Es ist verboten, Hauskatzen gezielt mit Wildtieren zu verpaaren [3]. Hybride der ersten und zweiten Generation gelten als Wildtiere, weil sie sich auch so verhalten – für sie gelten die Haltungsvorschriften für Wildtiere, und ihre Haltung ist bewilligungspflichtig [1]. Der Schweizer Tierschutz STS rät zudem vom Kauf von Bengalkatzen aus dem Ausland ab und begründet das mit den dortigen Zuchtmethoden [4]. Für eine Familie ist ein solches Tier keine Option: Tiere, die erst in der ersten Generation mit Hauskatzenblut versehen sind, können für Kinder eine Gefahr darstellen und gehören in erfahrene Hände. Im Grunde ist von Tieren generell abzuraten, für deren Zucht immer wieder Wildtiere gefangen werden müssen: Wilde Tiere gehören in die Freiheit und nicht aus Prestigegründen in eine Wohnung. Heraus lassen kann man ein solches Tier ohnehin nicht. Hauskatze oder Streuner? Wer sich eine Katze anschafft, sollte wissen, dass Katzen zwar an das Leben mit Menschen angepasst sind, aber trotzdem Bedürfnisse nach Bewegung, Spiel, Rückzug und Beschäftigung haben. Wenn du eine Wohnungskatze hältst, braucht sie mehr Struktur: mehrere erhöhte Liegeplätze, Kratzmöglichkeiten, tägliche Spielsequenzen, Futterspiele und ruhige Rückzugsorte. Wenn Freigang geplant ist, denke an Sicherheit: Fenster und Balkon sollten gesichert sein, damit es nicht zu Stürzen kommt. Katzen mit Freigang brauchen ausserdem einen permanenten Zugang zurück ins Haus oder in die Wohnung [1]. Freigang sollte erst dann Thema werden, wenn du mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt die medizinischen Basics (z.B. Impfschutz, Parasitenprophylaxe, Kastration, Identifikation) besprochen hast. Eine oder mehrere Katzen? Katzen gelten als einzelgängerische Wesen. In der Tat lebt der Vorfahre unserer Katzen, die nubische Falbkatze, in der Regel solitär. Allerdings sind die Tiere durchaus in der Lage, Freundschaften zu schliessen – nicht nur mit einem Menschen, sondern auch mit Artgenossen. Ganz frei ist die Entscheidung allerdings nicht: Einzeln gehaltene Katzen müssen täglich Umgang mit Menschen oder wenigstens Sichtkontakt zu anderen Katzen haben [3]. Eine Einzelkatze ist also zulässig – aber nur, wenn wirklich jeden Tag jemand Zeit mit ihr verbringt. In einem Haushalt, in dem von morgens bis abends niemand da ist, ist das keine Frage des Geschmacks mehr. Speziell bei Wohnungskatzen ist es oft entlastend, wenn das Tier einen passenden Sozialpartner hat. Wichtig ist «passend»: Alter, Temperament und Vorerfahrungen sollten zueinander passen, und die Zusammenführung braucht Zeit und Ruhe. Manche Katzen bleiben lieber Einzelkatzen – das ist kein Mangel, sondern ein Charakterzug. Im Tierheim kannst du dich dazu beraten lassen. Vorbereitung zu Hause: Damit die Eingewöhnung gelingt Eine gute Eingewöhnung entscheidet oft darüber, wie entspannt die ersten Wochen werden – für Kinder genauso wie für die Katze. Das brauchst du vor dem Einzug Vorgeschrieben sind erhöhte Ruheflächen, Rückzugsmöglichkeiten, geeignete Kletter- und Kratzgelegenheiten, Beschäftigungsmöglichkeiten und eine Katzentoilette pro Katze [1]. Bewährt haben sich zwei Toiletten für eine Katze, dazu Kratzbaum, Rückzugsplatz, Transportbox, Näpfe, geeignetes Futter, Spielzeug und Klettermöglichkeiten. Stelle die Katzentoiletten ruhig und gut erreichbar auf (nicht direkt neben Futter/Wasser). Was sonst noch dazugehört, steht in unserer Übersicht zur Erstausstattung. Die ersten Tage Gib der Katze anfangs ein Zimmer oder einen klar abgegrenzten Bereich, damit sie sich orientieren kann. Kinder sollten die Katze nicht bedrängen: Beobachten ist am Anfang besser als Anfassen. Viele Katzen zeigen Stress subtil (z.B. Verstecken, wenig fressen, Unsauberkeit). Dann hilft Ruhe, Routine und bei Bedarf tierärztliche Beratung. Erste Termine: Tierarzt, Impfungen, Kastration, Parasiten Auch wenn die Katze aus dem Tierheim kommt oder geimpft übergeben wird: Ein früher Check bei der Tierärztin oder beim Tierarzt ist sinnvoll, um Gesundheitsstatus, Gewicht, Zähne, Parasitenrisiko und die passende Vorsorge zu besprechen. Empfohlen sind Impfungen gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Katzenleukose [1]. Welche davon wann sinnvoll sind, hängt unter anderem von Alter, Herkunft und Haltungsform (Wohnung/Freigang) ab. Die Kastration ist der zweite Punkt, den du früh ansprechen solltest. Eine Pflicht dazu gibt es nicht, wohl aber die Pflicht, zumutbare Massnahmen gegen eine übermässige Vermehrung zu treffen [3] – und der Schweizer Tierschutz STS rät dringend zur Kastration, auch weil kastrierte Kater weniger streunen und seltener in Kämpfe und Unfälle geraten [4]. Kennzeichnung per Mikrochip und Registrierung sind bei Katzen ebenfalls nicht vorgeschrieben; das BLV empfiehlt beides trotzdem, weil ein entlaufenes Tier so identifiziert und zurückgebracht werden kann [1]. Die Expert:innen in der Praxis können dir einen Plan machen, der zu eurer Situation passt. Was Familien am häufigsten unterschätzen Katzen hinterlassen überall im Haus Haare – das lässt sich mit Staubsaugen mildern, aber nicht abstellen. Wenn bei euch Allergien ein Thema sind, gilt das oben Gesagte umso mehr: vorher abklären. Nichts ist schwieriger für Mensch und Katze, als das Tier nach kurzer Zeit wieder abgeben zu müssen. Eine Katze kann bis zu 20 Jahre alt werden. Speziell wenn du alleine lebst oder eure Betreuungssituation knapp ist, überlege, ob du für diesen Zeitraum wirklich zuverlässig Verantwortung übernehmen kannst. Eine Katze ist kein «Projekt», sondern ein Familienmitglied mit Bedürfnissen – auch dann, wenn du gestresst bist oder die Lebensumstände sich ändern. Dass es daran hapert, zeigen die Zahlen: Schätzungsweise 220'000 herrenlose Katzen leben in der Schweiz [5]. Die Kosten in der Schweiz Eine Katze ist oft günstiger als ein Hund und kann euer Leben trotzdem stark bereichern. Der Schweizer Tierschutz STS rechnet mit 0 bis 3000 Franken für das Tier selbst (je nach Herkunft und Rasse), 500 bis 600 Franken für die Erstausstattung und 700 bis 2000 Franken pro Jahr für Futter, Impfungen, Entwurmung, Parasitenbehandlung und Streu [4]. Dazu kommen ausserordentliche Tierarztkosten bei Krankheit, Unfall oder Verletzung – und die lassen sich nicht budgetieren, sondern nur zurücklegen. Plane deshalb von Anfang an eine Reserve für Notfälle ein. Je nach Lebensphase, etwa bei Zahnbehandlungen im Alter, können die Tierarztkosten deutlich steigen. Eine Versicherung kann in einzelnen Situationen entlasten – sie ersetzt aber nicht die Notfallreserve. Quellen Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Katzen. Abgerufen am 16. August 2026. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Merkblatt «Katzen im Recht» (PDF), März 2018. Abgerufen am 16. August 2026. Schweizerische Eidgenossenschaft: Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1), Art. 25, Art. 28, Art. 80 und Anhang 1 Tabelle 11, Stand am 1. Februar 2026. Abgerufen am 16. August 2026. Schweizer Tierschutz STS: Katze halten: Die besten Ratschläge rund um die Katzenhaltung. Abgerufen am 16. August 2026. Schweizer Tierschutz STS: Katzengesundheit. Abgerufen am 16. August 2026. Bundesamt für Gesundheit BAG: Toxoplasmose. Abgerufen am 16. August 2026.