Wie wichtig Ernährung mit Folsäure in der Schwangerschaft ist

Eine Ultraschall-Untersuchung kann schon während der Schwangerschaft zeigen, ob Ihr Baby an einer Krankheit leidet. Im negativen Fall kann die Diagnose spina bifida heissen und Ihr Kind leidet an Lähmungen. Mit der richtigen Ernährung mit Folsäure können Sie das verhindern.

Folsäure in der Schwangerschaft

Die Folsäurepille sollte während der Schwangerschaft täglich eingenommen werden. Foto: Creatas, Thinkstock

Als die ehemalige Schweizer Skirennfahrerin Maria Walliser 1990 vom Profisport zurücktrat, freute sie sich auf die Gründung einer eigenen Familie. Bei einer Ultraschalluntersuchung fünf Wochen vor der Geburt ihrer Tochter kam allerdings der grosse Schock. Maria Walliser erfuhr, dass ihr Kind die unheilbare Krankheit spina bifida hat und das ganze Leben lang an Lähmungen leiden wird. Spina bifida ist eine Krankheit, die sich mit der richtigen Ernährung während der Schwangerschaft verhindern lässt. Dafür muss täglich das Vitamin Folsäure zu sich genommen werden. Davon wusste Maria Walliser allerdings nichts, auch obwohl sie während ihrer Sportkarriere viel Erfahrung im Zusammenhang mit Ernährung gesammelt hatte. Doch mit ihrem Unwissen war sie zu diesem Zeitpunkt bei weitem nicht alleine in der Schweizer Bevölkerung. Um dies zu ändern, ging Maria Walliser mit der Krankheit ihrer Tochter an die Öffentlichkeit. Bis heute leistet die ehemalige Spitzensportlerin Präventionsarbeit für die Wichtigkeit von Folsäure während der Schwangerschaft.

Ursache von spina bifida

Zwischen dem 18. und 26. Tag der Schwangerschaft bildet sich im Embryo eine Vorstufe zum Nervensystem, die so genannte Neuralplatte. Die Neuralplatte formt sich dann zu einem Rohr um, aus dem das Rückenmark und das Gehirn entstehen. Schliesst sich das Neuralrohr jedoch nicht komplett, kommt es zu Fehlbildungen des Hirns oder Rückenmarks. Ist das Hirn betroffen, kommt der Säugling tot zu Welt oder stirbt wenige Stunden nach der Geburt. Ist der Rücken betroffen, spricht man von spina bifida oder auch offener Rücken. Durch die Rückenmarkbeschädigung leiden Betroffene unter Lähmungen im Unterkörper. Sie müssen ihr Leben im Rollstuhl verbringen, haben grosse Schwierigkeiten beim Stuhlgang und eine gestörte Blasenfunktion. Spina bifida wird in der Schweiz gemäss Bundesamt für Gesundheit 50-60 Mal pro Jahr diagnostiziert.

Damit ein Embryo möglichst problemlos wächst und sich somit die Neuralröhre komplett schliesst, braucht es eine optimale Zellteilung. Dafür ist Folsäure verantwortlich. Folsäure ist ein Vitamin (B9), welches für reibungslose Zellteilungs- und Wachstumsprozesse sorgt. Ist bei einer Schwangeren ein Folsäuremangel vorhanden, besteht eine erhöhte Gefahr für Fehlbildungen, wie spina bifida.

Pille gegen Pille

Wird eine spina bifida diagnostiziert, ist es schon zu spät. Diese Krankheit ist nicht heilbar. Es muss also präventiv gehandelt werden. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch daher eine ausgewogene Ernährung mit folsäurehaltigen Lebensmitteln. Zusätzlich sollte täglich eine Folsäuretablette von 400 Mikrogramm eingenommen werden. Weil sich die Neuralröhre in der Frühschwangerschaft bildet, sollte die Folsäuretablette schon vier Wochen vor der Schwangerschaft eingenommen werden und erst nach dem dritten Schwangerschaftsmonat wieder abgesetzt werden. Will eine Frau schwanger werden, gilt ein einfaches Prinzip: Pille gegen Pille. Wird die Antibabypille abgesetzt, wird dafür täglich eine Folsäuretablette eingenommen. Folsäure-Präparate müssen Sie sich nicht von Ihrem Frauenarzt verschreiben lassen. Konzentrierte Folsäureprodukte finden Sie in herkömmlichen Supermärkten.

Unsere Lebensmittel enthalten von Natur eine ungenügende Menge an Folsäure. Eine Ergänzung durch den synthetischen Zusatz wird dadurch quasi zwingend. Dazu meint Prof. Dr. med. Kurt Baerlocher, Präsident des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Folsäure Offensive Schweiz (SFO): «Jede Frau entscheidet selbst, ob sie die Folsäurepille zu sich nimmt oder nicht. Mir bleibt nur die Rolle des Aufklärers. Durch die Pille kann der Körper effektiv viel mehr Folsäure zu sich nehmen, als mit natürlichen Lebensmitteln.»

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Finden Sie dieses Label auf der Verpackung, enthält das Produkt garantiert Folsäure. Bild: Stiftung Folsäure Offensive Schweiz

Zu langes Kochen vermindert den Folsäuregehalt

Der Körper nimmt die Folsäure aus der Pille zu 100 Prozent auf. Bei Folsäure in Lebensmitteln dagegen nur zur Hälfte. Da Folsäure licht- und hitzeempfindlich ist, kann bei der Lagerung und Zubereitung von natürlichen Lebensmitteln ein grosser Gehalt an Folsäure verloren gehen. Demnach gilt beim Kochen die Regel, möglichst frische Produkte zu verwenden und diese nicht zu lang zu kochen.

Obwohl die Wichtigkeit von Folsäure schon länger erwiesen ist, nehmen laut Bundesamt für Statistik nur knapp die Hälfte aller Frauen, die geplant schwanger werden, Folsäure zu sich. Aufklärung und Prävention ist weiterhin nötig. Jemand, der sich die Präventionsarbeit für Folsäure auf die Fahne geschrieben hat, ist die Skirennfahrerin Maria Walliser. Sie gründete die Stiftung Folsäure Offensive Schweiz (SFO). Damit der Konsument erkennt, worin er Folsäure findet, hat die SFO das Label Folsäure – Lebens-Vitamin ins Leben gerufen. So soll auf kommerzieller Ebene eine breitere Palette an folsäurereichen Produkten entstehen.

 

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