Listeriose in der Schwangerschaft: Verzichten Sie auf Sushi, Rohmilch und Tatar

Die Infektionserkrankung Listeriose wird in den meisten Fällen durch tierische Lebensmittel wie Tatar oder Rohmilch hervorgerufen. Sie zählt zu den bakteriellen Krankheiten, die besonders häufig bei schwangeren Frauen vorkommen und lebensbedrohlich für das ungeborene Baby werden können.

Um Listeriose zu verhindern, sollten bestimmte Lebensmittel in der Schwangerschaft vermieden werden.

Bestimmte Lebensmittel, wie z.B. Rohmilch, können Listeriose auslösen und sollten deshalb in der Schwangerschaft vermieden werden. Foto: DragonImages, iStock, Thinkstock

Ursache für die Krankheit sind Bakterien, die durch entsprechend verunreinigte Nahrungsmittel übertragen werden. Hiervon können Menschen und Tiere gleichermassen betroffen sein, wobei Tiere weitaus häufiger befallen werden. Der Erreger, der übertragen wird, ist das Bakterium Listeria monocytogenes. Er kommt überall in der Natur vor und wird erst zum Problem, wenn er in die menschliche Nahrungskette gelangt.

In den meisten Fällen bekommen Menschen, die mit dem Erreger infiziert sind, davon nichts oder nur wenig mit. Wenn Listeriose Symptome auftreten, sind diese meist grippeähnlicher Natur. Der Erreger wird durch eine Urin- oder Blutuntersuchung nachgewiesen und kann durch die Verabreichung eines Antibiotikums gut behandelt werden. Ein gesunder Mensch mit stabilem Immunsystem hat in der Regel mit dem Erreger kein nachhaltiges Problem.

Listeriose bei Schwangeren

Bei schwangeren Frauen bedeutet die Diagnose in erster Linie eine ernsthafte Gefährdung für das Baby. Nicht nur sind Schwangere zwölf Mal häufiger betroffen, als andere Personengruppen, sie sind auch hinsichtlich der Folgen am meisten gefährdet. Allerdings kommen laut der Privatklinikgruppe Hirslanden auf 1000 Schwangerschaften nur zwei Liseriosefälle. Eine unentdeckte oder unbehandelte Erkrankung kann zur Fehlgeburt und zum Tod des ungeborenen Kindes führen. Möglich ist auch eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung beim Neugeborenen. «Die Mutter dagegen weist meistens nur leichte Symptome auf oder erkrankt gar nicht», heisst es beim Bundesamt für Gesundheit. Grund für den dramatischeren Verlauf ist das geschwächte Immunsystem der Frauen. Die Infektionsgefahr besteht bereits ab der fünften Woche der Schwangerschaft und wächst mit zunehmendem zeitlichen Verlauf.

Vorbeugende Massnahmen gegen Listeriose

Den besten Schutz vor Listerien bietet das ausreichende Erhitzen der entsprechenden Nahrungsmittel. Als Richtwert gilt eine Temperatur von über 70 Grad Celsius für einen Zeitraum von mindestens zwei Minuten. Bei dieser Temperatur werden die Erreger wirkungsvoll abgetötet. Darüber hinaus sollten bestimmte Hygienestandards eingehalten werden. Gemüse und rohes Fleisch werden getrennt voneinander aufbewahrt. Arbeitsflächen und Küchenutensilien werden nach jeder Zubereitung gründlich gereinigt. Achten Sie auf das Haltbarkeitsdatum. Bestimmte Nahrungsmittel sollten in der Schwangerschaft gar nicht gegessen werden, um einen möglichst wirkungsvollen Schutz für Mutter und Kind zu gewährleisten.

Liste der zu vermeidenden Lebensmittel

  • Rohmilch und Rohrahm
  • Butter aus nicht pasteurisierter Milch
  • Weich- und Halbhartkäse aus roher und pasteurisierter Milch (unbedenklich ist der Verzehr von Extrahart- und Hartkäse aus roher und pasteurisierter Milch, entfernen Sie die Rinde)
  • Käsesorten mit Edelschimmel (beispielsweise Gorgonzola)
  • Frischkäse in stückiger Form (abgefüllter Frischkäse aus pasteurisierter Milch wie Hüttenkäse ist unbedenklich)
  • Mozarella
  • Feta
  • Variationen von rohem Fleisch (beispielsweise Tatar, Bündnerfleisch, Hackfleisch)
  • Zubereitungsformen, bei denen Fleisch nicht vollständig durchgegart ist
  • Räucherfisch, rohe Fischsorten (beispielsweise Sushi)
  • ungekochte Meeresfrüchte (wie Austern)
  • rohe Eier
  • Fertigsalate (Waschen Sie Salat vor dem Essen gründlich)
  • Keime und Sprossen

Links zum Thema Listeriose in der Schwangerschaft

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit hat detaillierte Informationen zu den Milchprodukten, die während der Schwangerschaft gefährlich und ungefährlich sein können, in einer Broschüre aufgelistet: www.blv.admin.ch

Wichtige Hinweise zur Ernährung in der Schwangerschaft erhalten Sie in der Broschüre des Bundesamtes für Gesundheit: www.blv.admin.ch

 

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