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Plötzliche Geburt: Diese 5 Fakten musst du kennen

Wenn der Geburtstermin näher rückt, entsteht manche «Was wäre wenn»-Frage. Was wäre, wenn die Geburt los geht und niemand erreichbar ist, der mich ins Krankenhaus bringt? Wenn ich bei der Geburt meine Kinderbetreuung nicht erreiche? Was wäre, wenn ich eine Sturzgeburt zu Hause oder im Auto habe? Wir beantworten die drängendsten Fragen. 

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Die Geburt des eigenen Kindes bringt viele Fragen mit sich. © Getty Images, Monashee Alonso

Der errechnete Zeitpunkt der Geburt rückt immer näher. Doch jeder weiss, dass sich Babys Kinder selten an Termine halten. Der Gedanke, das Baby könne so unpassend kommen, dass die Geburt ohne Hilfe verläuft, erschreckt. Wir gehen einige Szenarien durch und zeigen dir auf, was jeweils zu tun ist. 

Die Fruchtblase platzt und niemand ist erreichbar

Die Fruchtblase platzt oder die Wehen treten plötzlich stark und fordernd auf. Du brauchst Hilfe, doch es ist, als hätte jemand deine Liebsten aus der Welt gefegt. Auch der Vater des Babys ist telefonisch einfach nicht zu erreichen. 

In diesem Fall gilt es, kein Risiko einzugehen. Hier geht es nicht nur um deine Gesundheit, sondern auch um die Gesundheit deines Babys. Gleichgültig, ob du in einem Spital zur Geburt angemeldet bist oder nicht: Du kannst sofort und zu jeder Tag und Nachtzeit die Gebärsaalnummer wählen. Dort ist immer eine Hebamme am Telefon, die geschult ist, die Situation schnell zu erfassen, und auch direkt die Ambulanz anrufen kann. Die Hebamme wird mit dir in telefonischem Kontakt bleiben und Anweisungen geben, was zu tun ist, bis die Ambulanz eintrifft.

Wenn du die Nummer des Spitals nicht im Kopf oder im Handy gespeichert hat, wählst du im Notfall die «144». Das gilt auch dann, wenn Unsicherheit herrscht, ob ein Krankentransport nötig ist oder nicht. Der Disponent in der Einsatzzentrale ist geschult. Mit Hilfe verschiedener Fragen kann er sich ein Bild von deiner Situation machen und sich mit dir beraten, was zu tun ist. 

So erkennst du einen Blasensprung

Wenn die Fruchtblase geplatzt ist, sollte man sich auf den Weg ins Spital machen.
Wenn die Fruchtblase geplatzt ist, sollte man sich auf den Weg ins Spital machen. © GettyImages Plus, hedgehog 94

Ist die Fruchtblase geplatzt, ist das in der Regel ein Zeichen für den nahenden Geburtsbeginn. Ein Blasensprung bemerkst du in der Regel am schwallartigen wässrigen Ausfluss, manche Frauen bemerken den Blasensprung aber auch gar nicht. Wenn du Anzeichen eines Blasensprungs bemerkst, solltest du dich ins Spital begeben. In unserem Artikel erfährst du mehr über den Blasensprung. 

Wer zahlt den Krankenwagen?

In der Regel zahlt die Grundversicherung einen Teil der Kosten. Die restlichen Kosten übernimmt, falls abgeschlossen, die Zusatzversicherung.

Kann ich mit dem Taxi ins Spital, wenn ich schon Wehen habe?

Eine Frau in Wehen kann sich auch von einem Taxi fahren lassen, vorausgesetzt, die Wehen sind leicht und es liegt kein medizinisches Problem vor. Vielleicht lehnt ein einzelner Taxifahrer den Transport ab, weil er sich überfordert fühlt oder er Angst hat, dass das Fahrzeug schmutzig wird. Grundsätzlich übernehmen Taxis aber Fahrten mit Frauen mit Wehen.

Das Baby kommt, aber ich habe keine Kinderbetreuung

Im Notfall nimmst du dein älteres Kind mit ins Spital und schaust dort weiter. Vielleicht kann eine Bekannte oder Bezugsperson dein Kind dort abholen.

Falls du keine Bekannte in der Gegend hast, ist das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) eine Anlaufstelle. Die Rotkreuz-Kinderbetreuung springt ein, wenn Kinder krank sind oder Eltern eine schwierige Zeit durchmachen. Melden Sie sich beim Rotkreuz-Kantonalverband des Wohnkantons. Dieser schickt möglichst rasch eine Betreuerin zu euch. Sie beaufsichtigt das Kind, spielt mit ihm und bereitet Mahlzeiten zu. Sie ist geschult, Kinder in dieser schwierigen Situation aufzufangen und Mut zu machen. Dank einkommensabhängiger Tarife und Spenden kann das Angebot auch von Familien mit kleinem Budget genutzt werden. Darüber hinaus übernehmen einige Krankenkassen die Kosten.

Was tun, wenn das Baby zu Hause kommt?

Die meisten Frauen handeln in dieser schwierigen Situation intuitiv richtig: Sie legen sich oder knien sich hin und halten das Kind, so dass es nicht zu Boden stürzt. Wichtig ist, dass das Neugeborene gut abgetrocknet wird. Dann solltest du es zu dir nehmen und gut zudecken, damit es nicht auskühlt. Die Nabelschnur musst du nicht durchtrennen, die Plazenta komme in der Regel spontan. Warte im liegen auf die Ambulanz. 

Was tun bei einer Sturzgeburt?

Sturzgeburten sind selten, trotzdem sollte man vorbereitet sein.
Sturzgeburten sind selten, trotzdem sollte man vorbereitet sein. © Getty Images, ArtistGNDphotography

Bei einer Sturzgeburt dauert die Entbindung nur etwa drei Stunden, die Schwangere bemerkt keine Vorwehen. Dies führt manchmal dazu, dass es die Gebärende nicht mehr rechtzeitig ins Spital schafft. Diese Dinge musst du bei einer Sturzgeburt beachten.