Schwangerschaft > SchwangerschaftsgesundheitEileiterschwangerschaft: Symptome, Behandlung und Kinderwunsch danachDer Schwangerschaftstest ist positiv, doch dann zieht es einseitig im Unterbauch, und es blutet leicht? Dahinter kann eine Eileiterschwangerschaft stecken. Die befruchtete Eizelle hat sich dann nicht in der Gebärmutter eingenistet, sondern im Eileiter. Hier erfährst du, woran du eine Eileiterschwangerschaft erkennst, wann du sofort in den Notfall musst, wie sie behandelt wird und wie es danach mit dem Kinderwunsch weitergeht. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Bauchschmerzen können ein Hinweis auf eine Eileiterschwangerschaft sein. Bild: Domepitipat, Getty Images Was ist eine Eileiterschwangerschaft? Nach der Befruchtung im Eileiter wandert die befruchtete Eizelle normalerweise in die Gebärmutter und nistet sich dort in der Schleimhaut ein. Bleibt sie unterwegs hängen, beginnt die Einnistung am falschen Ort. Fachleute sprechen dann von einer Extrauteringravidität oder einer ektopen Schwangerschaft. Sie betrifft ein bis zwei von hundert Schwangerschaften, und in 90 bis 96 Prozent der Fälle sitzt sie im Eileiter.[1] Viel seltener nistet sich die Schwangerschaft im Eierstock, im Gebärmutterhals, in einer Kaiserschnittnarbe oder frei in der Bauchhöhle ein. Im letzten Fall ist von einer Bauchhöhlenschwangerschaft die Rede. Eine Besonderheit ist die heterotope Schwangerschaft: Ein Embryo wächst in der Gebärmutter, ein zweiter gleichzeitig ausserhalb. Sonst trifft das etwa eine von 30 000 Schwangerschaften, nach einer künstlichen Befruchtung bis zu eine von hundert.[1] Der Eileiter ist zu eng, um eine Schwangerschaft zu tragen. Ein Kind kann dort nicht heranwachsen. Wächst das Schwangerschaftsgewebe weiter, kann es den Eileiter zum Reissen bringen, und es blutet in den Bauchraum. Das ist lebensgefährlich. Manchmal geht eine Eileiterschwangerschaft aber auch von selbst zugrunde, ähnlich wie bei einer Fehlgeburt, und der Körper baut das Gewebe ab.[1] Symptome einer Eileiterschwangerschaft: Merkst du den Unterschied? In den ersten Wochen meist nicht. Die Periode bleibt aus, der Test zeigt zwei Striche, vielleicht ist dir morgens übel. Das alles ist bei einer Schwangerschaft in der Gebärmutter genauso. Manche Frauen mit einer Eileiterschwangerschaft spüren lange Zeit gar nichts.[2] Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft kommen erst dazu, wenn das Gewebe im Eileiter wächst oder sich ablöst. Typisch sind Schmierblutungen oder Blutungen aus der Scheide und Schmerzen im Unterbauch. Die Schmerzen sitzen oft auf einer Seite, sie können aber auch beidseits oder im ganzen Bauch auftreten. Alle drei klassischen Zeichen zusammen, also ausbleibende Periode, Blutung und Schmerzen, hat nur etwa die Hälfte der betroffenen Frauen.[1] Blutungen in der Frühschwangerschaft können viele Ursachen haben. Kommen Schmerzen im Unterbauch dazu, lass dich noch am selben Tag untersuchen, bei deiner Frauenärztin oder in der Frauenklinik. Wie weit du bist, spielt dabei keine Rolle. Das gilt auch, wenn du dir einer Schwangerschaft gar nicht bewusst bist. Wann du sofort in den Notfall musst Blutet es in den Bauch, kann sich dein Zustand innert kurzer Zeit verschlechtern. Ruf die 144 oder lass dich sofort in die Notfallstation einer Frauenklinik bringen, wenn die Bauchschmerzen plötzlich heftig werden oder nicht mehr nachlassen, dir schwindlig wird, du dich sehr schwach fühlst oder ohnmächtig wirst, dein Herz rast, du Schmerzen in der Schulter bekommst. Sie entstehen, wenn Blut im Bauchraum das Zwerchfell reizt, und sind ein spätes Alarmzeichen. Lassen starke Schmerzen plötzlich nach, ist das keine Entwarnung. Auch wenn der Eileiter reisst, können die Schmerzen vorübergehend schwächer werden oder ganz verschwinden.[1] Wer ein erhöhtes Risiko hat Meist steckt ein Eileiter dahinter, der die befruchtete Eizelle nicht mehr richtig weiterbefördert, weil er vernarbt, verklebt oder in seiner Bewegung gestört ist. Ein erhöhtes Risiko haben deshalb Frauen nach einer früheren Eileiterschwangerschaft, einer Entzündung von Eileitern und Eierstöcken, zum Beispiel nach einer Infektion mit Chlamydien, Operationen an den Eileitern oder an der Gebärmutter, auch nach einem Kaiserschnitt, einem Blinddarmdurchbruch. Dasselbe gilt für Frauen mit einer chronischen Darmentzündung wie Morbus Crohn oder mit einer Endometriose.[2] Auch Rauchen, ein Alter über 35 Jahren und eine längere Zeit ungewollter Kinderlosigkeit erhöhen das Risiko. Das gilt ebenso für eine künstliche Befruchtung, obwohl der Embryo dabei direkt in die Gebärmutter gesetzt wird. Wirst du trotz liegender Spirale schwanger, ist eine Eileiterschwangerschaft ebenfalls wahrscheinlicher und muss rasch ausgeschlossen werden.[1] Trotzdem kann es jede Frau treffen. Eine Eileiterschwangerschaft ist auch ohne einen dieser Faktoren möglich. So wird eine Eileiterschwangerschaft festgestellt Zur Abklärung gehören zwei Untersuchungen: der Ultraschall und die Messung des Schwangerschaftshormons hCG im Blut. Die Ärztin untersucht dich dabei mit einer Ultraschallsonde durch die Scheide, weil sich eine frühe Schwangerschaft so am besten erkennen lässt. Sie sucht nach einer Fruchthöhle in der Gebärmutter, nach einer auffälligen Stelle neben der Gebärmutter und nach Blut im Bauchraum. Ganz am Anfang ist oft weder in der Gebärmutter noch daneben etwas zu sehen. Dann hilft der Verlauf des hCG-Werts weiter. In einer intakten Frühschwangerschaft verdoppelt er sich etwa alle 48 Stunden. Ab 1500 Einheiten pro Liter sollte eine Schwangerschaft in der Gebärmutter im Ultraschall sichtbar sein. Bis sich klärt, wo die Schwangerschaft sitzt, sprechen Fachleute von einer «Schwangerschaft unklarer Lokalisation». Ein einzelner Blutwert zusammen mit einer leeren Gebärmutter reicht für die Diagnose nicht, deshalb wird der Wert nach zwei Tagen wiederholt.[1] Behandlung: abwarten, Methotrexat oder Operation Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, wie stabil dein Kreislauf ist, wie hoch das hCG liegt, wie gross der Befund ist und ob Blut im Bauchraum zu sehen ist. Ein Ziel bleibt immer gleich: Das Schwangerschaftsgewebe muss verschwinden, und das hCG muss wieder auf null fallen. Kommen Spritze und Operation beide infrage, sind sie in Wirksamkeit, Sicherheit und späterer Fruchtbarkeit vergleichbar, und die Spritze wird dann meist vorgezogen.[2] Dafür dauert sie länger. Du brauchst über Wochen Blutkontrollen und musst danach länger verhüten. Abwarten mit engen Kontrollen Hast du keine Schmerzen und einen stabilen Kreislauf, ist der Befund klein und ohne Herzschlag, liegt das hCG höchstens bei 1000 Einheiten und ist kein Blut im Bauchraum zu sehen, kann die Ärztin abwarten. Der Körper baut die Schwangerschaft dann selbst ab. Wie lange das dauert, lässt sich im Voraus nicht sagen. Steigt der Wert wieder oder bekommst du Schmerzen, wird doch behandelt.[1] Während des Abwartens kommst du regelmässig zur Blutkontrolle und zum Ultraschall, bis kein hCG mehr nachweisbar ist. Auch bei sehr tiefem hCG kann der Eileiter noch reissen, die Notfallzeichen gelten deshalb weiter.[2] Methotrexat: eine Spritze statt einer Operation Ist die Eileiterschwangerschaft sicher festgestellt und hast du keine Schmerzen, kommt eine Spritze mit Methotrexat infrage. Der Wirkstoff hemmt schnell wachsendes Gewebe, die Schwangerschaft stirbt ab und wird vom Körper abgebaut. Voraussetzungen sind unter anderem ein stabiler Kreislauf, ein Befund unter vier Zentimetern, ein intakter Eileiter und gesunde Leber, Nieren und Lungen. Du darfst nicht stillen, und die Behandlung klappt nur, wenn du die Kontrolltermine sicher wahrnehmen kannst.[3] Hat der Embryo einen Herzschlag, kommt Methotrexat nicht infrage. Liegt das hCG über 5000 Einheiten, wird es in der Regel nicht eingesetzt.[2] Nach der Spritze folgen enge Kontrollen. Das hCG wird in den ersten Tagen und danach jede Woche gemessen, bis es nicht mehr nachweisbar ist. Fällt es zu langsam, bekommst du eine zweite Dosis. Bei 65 bis 95 von hundert Frauen, im Mittel bei 82, gelingt die Behandlung ohne Operation.[1] Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, eine entzündete Mundschleimhaut sowie Kopf- und Bauchschmerzen. In dieser Zeit verzichtest du auf Sex und grosse körperliche Anstrengung. Du nimmst vorübergehend keine Folsäure und keine entzündungshemmenden Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac. Welches Schmerzmittel du nehmen darfst, besprichst du mit deiner Ärztin.[2] Leichtere Bauchschmerzen in den ersten Tagen können zur Wirkung der Spritze gehören. Werden sie stark oder kommen Schwindel oder Schulterschmerzen dazu, kann der Eileiter trotzdem gerissen sein. Dann gilt die Notfallliste. Für die Eileiterschwangerschaft ist Methotrexat nicht offiziell zugelassen. Die Ärztin setzt es ausserhalb der Zulassung ein und muss dich darüber aufklären. Weil der Wirkstoff ein ungeborenes Kind schädigen kann, verhütest du nach der Behandlung sechs Monate lang zuverlässig.[1] Operation: Bauchspiegelung Hast du Schmerzen, zeigt der Ultraschall Blut im Bauch oder kommt Methotrexat nicht infrage, wird operiert. Meist geschieht das mit einer Bauchspiegelung (Laparoskopie). Über einen Schnitt am Bauchnabel und zwei kleine Schnitte im Unterbauch führt die Chirurgin eine Kamera und die Instrumente ein. Einen grossen Bauchschnitt braucht es nur, wenn die Bauchspiegelung nicht möglich ist.[3] Bei der Operation gibt es zwei Wege. Bei der Salpingotomie öffnet die Chirurgin den Eileiter, entfernt nur das Schwangerschaftsgewebe und lässt den Eileiter an seinem Platz. Bei der Salpingektomie wird der ganze Eileiter entfernt. Das ist nötig, wenn er stark zerstört ist oder die Blutung nicht anders zu stoppen ist. Hatte sich am selben Eileiter schon einmal eine Schwangerschaft eingenistet oder möchtest du keine Kinder mehr, kann er ebenfalls entfernt werden. Nach einer Salpingotomie können Reste im Eileiter zurückbleiben. Deshalb wird das hCG so lange kontrolliert, bis es nicht mehr nachweisbar ist, und wenn nötig folgt Methotrexat.[3] Rhesusnegativ? Dann brauchst du eine Anti-D-Spritze Ist deine Blutgruppe rhesusnegativ und der Vater rhesuspositiv oder unbekannt, bekommst du nach einer Eileiterschwangerschaft immer eine Anti-D-Prophylaxe. Das gilt unabhängig davon, in welcher Woche die Eileiterschwangerschaft entdeckt wurde und ob sie mit Methotrexat oder mit einer Operation behandelt wird.[5] Die Spritze verhindert, dass dein Körper Antikörper bildet, die in einer späteren Schwangerschaft einem rhesuspositiven Baby schaden könnten. Kinderwunsch nach einer Eileiterschwangerschaft Die meisten Frauen können nach einer Eileiterschwangerschaft wieder auf natürlichem Weg schwanger werden, auch mit nur einem Eileiter. Ist der zweite Eileiter gesund, macht es kaum einen Unterschied, ob der betroffene erhalten oder entfernt wurde. Von 446 operierten Frauen hatten innerhalb von drei Jahren nach der Operation mit erhaltenem Eileiter 60,7 Prozent eine intakte, fortbestehende Schwangerschaft auf natürlichem Weg, nach der Entfernung des Eileiters 56,2 Prozent. Statistisch war dieser Unterschied nicht bedeutsam. Eine erneute Eileiterschwangerschaft erlebten 8 beziehungsweise 5 Prozent.[4] Nach einer Behandlung mit Methotrexat sind die Chancen auf eine neue Schwangerschaft ähnlich wie nach einer Operation mit erhaltenem Eileiter.[2] Wie lange du mit dem nächsten Versuch wartest, hängt von der Behandlung ab. Nach einer Operation gibt es keine feste Frist. Sinnvoll ist, ein bis zwei Zyklen abzuwarten, damit der Eileiter heilen kann, und zu verhüten, bis kein hCG mehr nachweisbar ist. Nach Abschluss einer Methotrexat-Behandlung nimmst du wieder Folsäure.[2] Mit dem nächsten Versuch wartest du nach Methotrexat sechs Monate und verhütest so lange zuverlässig.[1] Kosten und Unterstützung in der Schweiz Die Behandlung einer Eileiterschwangerschaft übernimmt die Grundversicherung. Findet sie vor der 13. Schwangerschaftswoche statt, zahlst du wie bei jeder Krankheit Franchise und Selbstbehalt. Von der Kostenbeteiligung befreit sind in dieser Zeit nur die normalen Kontrolluntersuchungen der Schwangerschaft, alle anderen Leistungen erst ab der 13. Woche.[6] Eine Eileiterschwangerschaft ist auch ein Verlust. Zu Angst und Schmerzen kommt bei vielen Frauen die Trauer um das Kind, auf das sie sich vielleicht schon gefreut haben. Gib dir Zeit. Nimm Hilfe an, wenn du sie brauchst. Wie du mit einem frühen Verlust umgehen kannst, liest du im Artikel Fehlgeburt verarbeiten. Die Fachstelle kindsverlust.ch berät Betroffene kostenlos unter 031 333 33 60 (dienstags und donnerstags von 8.30 bis 11.30 Uhr), auch nach einem Verlust in der Frühschwangerschaft. Ein praktischer Tipp für später: Kennst du deine Blutgruppe und deinen Rhesusfaktor, sag es bei jeder Abklärung in der Frühschwangerschaft gleich dazu. Und nach einer Eileiterschwangerschaft gilt bei jedem neuen positiven Schwangerschaftstest: Vereinbare gleich einen Termin und warte nicht bis zur üblichen ersten Kontrolle. Deine Frauenärztin kann dann früh im Ultraschall prüfen, ob sich die Schwangerschaft diesmal in der Gebärmutter eingenistet hat. Quellen Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) und Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG): S2k-Leitlinie «Früher Schwangerschaftsverlust im 1. Trimenon» (AWMF 015-076), Version 1.2, Stand Januar 2025, gültig bis 2029 (abgerufen am 25.09.2026). Luzerner Kantonsspital (LUKS), Obsgyn-Wiki: Ektope Schwangerschaft und Management, Fachliche Weisung, Version 03/2023 (abgerufen am 25.09.2026). Universitätsspital Zürich (USZ), Klinik für Gynäkologie: Eileiterschwangerschaft-Behandlung, aktualisiert am 01.04.2026 (abgerufen am 25.09.2026). Mol F, van Mello NM, Strandell A et al.; ESEP study group: Salpingotomy versus salpingectomy in women with tubal pregnancy (ESEP study): an open-label, multicentre, randomised controlled trial. Lancet 2014;383(9927):1483–1489 (abgerufen am 25.09.2026). Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG): Expertenbrief Nr. 94 «Empfehlungen zur Anti-D-Immunglobulin-Gabe in der Schwangerschaft», 2026 (abgerufen am 25.09.2026). Bundesamt für Gesundheit (BAG): Krankenversicherung: Leistungen bei Mutterschaft (abgerufen am 25.09.2026).