Facebook Pixel

Baby nach Mass: Ethische Bedenken

Ethische Bedenken gegen Bluttest

Gute Berufschancen trotz Trisomie 21

Menschen mit Trisomie 21 haben heute eine längere Lebenserwartung und bessere Berufschancen als früher. Foto: Stockbyte - ThinkStock

Behindertenverbände stehen dem neuen Test sehr kritisch gegenüber. Schon heute werden 90 Prozent aller Ungeborenen mit Trisomie 21 abgetrieben. Laut vielen Experten wird sich die Anzahl der Abtreibungen mit dem neuen Test noch einmal erhöhen. Beatrice Zenzünen von insieme Schweiz, der Dachorganisation der Elternvereine für Menschen mit einer geistigen Behinderung, drückt ihre Bedenken aus: «Wir befürchten, dass der gesellschaftliche Druck zunimmt, Kinder mit möglichen Behinderungen abzutreiben.» Die Elternvereinigung befürchtet zudem, dass das Lebensrecht von Menschen, die heute mit einer Behinderung oder Krankheit leben, zunehmend in Frage gestellt werden wird. Die Vorstellung, ein Leben mit Trisomie 21 sei schmerzhaft und wäre vermeidbar gewesen, ist laut Zenzünen weit verbreitet: «Menschen mit Trisomie 21 leiden selten direkt unter ihren Einschränkungen. Sie leben gerne und haben Bedürfnisse, Fähigkeiten und Grenzen wie andere Menschen. Was sie behindert und leiden lässt, sind Hindernisse, Vorurteile und Wertvorstellungen, die ihnen ein glückliches Leben absprechen.»

Egal ob sich eine Mutter für oder gegen eine Abtreibung entscheidet – Fachleute raten, sich eindringlich mit dem Thema zu beschäftigen. «Um sich frei für oder gegen eine Abtreibung entscheiden zu können, braucht es fachlich fundierte Informationen, Beratung und Begleitung. Und zwar nicht erst nach, sondern bereits vor der Durchführung vorgeburtlicher Tests», erklärt Beatrice Zenzünen.

Babys nach Mass?

Die Möglichkeiten, pränatal in die Entwicklung eines Ungeborenen einzugreifen, gehen sogar schon weiter. In mehreren Ländern wurde in genetischen Labors bereits für ein bestimmtes Wunschgeschlecht gesorgt. Im Jahr 2005 berichtete die NZZ über das erste Schweizer «Designer Baby», das zu Beginn des Jahres in einem Schweizer Spital zur Welt gekommen war. Neun Monate zuvor wurde es in einem Brüsseler Labor gezielt ausgewählt. Der Zweck: Zellen aus dem Nabelschnurblut des Mädchens sollen später einmal den älteren Bruder mit einer tödlichen Immunschwäche retten.

Im Alleingang recherchierte die Mutter im Internet und in Fachzeitschriften nach einer Rettung für ihren Sohn – bis sie in einer Brüsseler Klinik fündig wurde. Sie wusste, dass das geplante Baby ein Mädchen sein musste, da die Immunkrankheit für das weibliche Geschlecht ungefährlich ist. Um sicher zu gehen, dass Sie ein Mädchen bekommen würde, reiste sie nach Washington, wo mit den neusten technischen Verfahren weibliche Spermien ermittelt und an Brüssel weitergeleitet wurden. Zwei Monate später liess sich die Mutter Eizellen entnehmen, die im Labor mit den Spermien ihres Mannes vereint wurden. Kurz darauf wurde ihr der Embryo eingepflanzt, aus dem sich später ihre Tochter entwickelte. So entstand im Labor ein Mädchen, dessen genetisches Material dem kleinen Bruder Jahre später das Leben retten würde.

Möglche Ausweitung des Bluttests

Durch den medizinischen Fortschritt in der Genetik werden heikle Fragen aufgeworfen. Momentan wird der Bluttest in den USA nur zur Entdeckung von Trisomie 21 angeboten. Schon bald soll es aber auch möglich sein, Trisomie 18 und Trisomie 13 beim Ungeborenen bestimmen zu können. Theoretisch ist der Test auf alles anwendbar, was aus einer kindlichen DNA herausgelesen werden kann. Das sind nicht nur Krankheitsbilder, sondern auch Merkmale wie Geschlecht, Intelligenz oder Augenfarbe. Und dies ruft Unmut in der Bevölkerung hervor. Man spricht von manipulierten oder gezüchteten Babys; immer wieder taucht die Frage auf, wie weit denn die Entwicklung noch fortschreiten solle. «Falls die Bestimmung von ästhetischen Merkmalen wie der Augenfarbe eines Kindes technisch einmal möglich sein sollte, würde ich dies für sehr bedenklich halten», sagt Ärztin Anita Rauch.

In den USA ist es unter dem Begriff «family balancing» (ausgewogene Familie) bereits möglich, das Geschlecht eines ungeborenen Kindes zu bestimmen. Diese Möglichkeit wird in den Fruchtbarkeitszentren des US-Gynäkologen Jeffrey Steinberg seit acht Jahren angeboten. Das Verfahren ist beliebt, die Wartezeit beträgt mehrere Monate. In einem Interview mit der deutschen «Zeit» sagte Steinberg, dass er nicht Gott spiele, sondern nur studiere, wie dieser arbeitet. Sobald das Gesetz es erlaubt, will der Genetiker die Wahl der Haarfarbe, Augenfarbe und die Anlagen für Intelligenz ermöglichen.

«Als Mami und Hebamme kann ich SWICA nur empfehlen»

Swica

«Schon in der Schwangerschaft unterstützte mich SWICA mit Akupunktur. Nach der Geburt konnte ich die Zeit mit meinem Baby geniessen, da SWICA immer für uns da war.» Informieren Sie sich jetzt über die exklusiven Angebote für Mutter und Kind.

Pixel

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter