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Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Vielen Frauen ist das Risiko einer Infektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft nicht bewusst. Was sich hinter dem Schwangerschaftsrisiko Toxoplasmose verbirgt und warum sich werdende Mütter besonders vor Katzen in Acht nehmen müssen, lesen Sie hier.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Toxoplasmose wird über Katzenkot übertragen, deshalb sollten Katzenbesitzer in der Schwangerschaft besonders vorsichtig sein. Bild: WTolenaars, Getty Images

Darum geht es im Artikel

  • Der Parasit «Toxoplasma gondii» wird von Tieren auf Menschen übertragen und ist vor allem für Schwangere problematisch.
  • Vor allem Katzen tragen den Erreger in sich und können ihn durch ihren Kot auf Menschen verbreiten. 
  • Infizierte Schwangere leiden unter Muskelschmerzen, Fieber und Kopfschmerzen.
  • Mit einer medikamentösen Behandlung eines Arztes kann die Infektion durch «Toxoplasma gondii» vor der Geburt wieder behoben werden.

Symptome wie Übelkeit oder Müdigkeit sind vor allem in den ersten Wochen der Schwangerschaft ganz normal. Bestimmte Erkrankungen müssen in dieser Zeit jedoch genauer untersucht werden. Infektionen und Krankheiten in der Schwangerschaft können nämlich ohne Behandlung eine Gefahr für Schwangere und für ungeborene Kinder sein. Zu diesen gehört auch die Toxoplasmose, welche nach der Geburt ernstzunehmende Auswirkungen auf das Kind haben kann.

Der Parasit: Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose, ausgelöst durch den Protozoonen «Toxoplasma gondii», ist eine Infektionskrankheit, die dem ungeborenen Kind gefährlich werden kann. Der Parasit überträgt sich stets vom Tier auf den Menschen, vor allem Katzen sind oft von dem Infekt betroffen. Aber auch andere Tiere können sich mit dem Erreger anstecken und die Infektion weiter verbreiten.

Für einen erwachsenen Menschen ist die Infektion mit Toxoplasmose absolut unbedenklich. Viele Menschen infizieren sich damit und bemerken es gar nicht, da die Symptome nicht sonderlich ausgeprägt sind. Vereinzelt kann es zu grippeähnlichen Symptomen wie Gelenk- oder Kopfschmerzen und in seltenen Fällen auch Fieber kommen. Wer sich einmal mit dem Parasiten infiziert hat, ist anschliessend sein Leben lang ohne Behandlung immun gegen den Erreger. Wer zudem Antikörper in seinem Körper hat, ist vor Toxoplasmose geschützt, auch in der Schwangerschaft. Viele Schwangere wissen durch die etwas schwammigen Symptome der Krankheit jedoch nicht genau, ob sie schon mal infiziert wurden. Und da liegt die Problematik.

Ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft schädlich fürs Kind?

«Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft sollte unbedingt vermieden werden», warnt das Gesundheitsportal Frauenärzte im Netz vor dem Schwangerschaftsrisiko Toxoplasmose. Bei einer Erstinfizierung durch Toxoplasma gondii in der Schwangerschaft kann es zu schweren Schädigungen des Kindes kommen, denn der Parasit dringt ungehindert durch die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes. Je früher die Infektionskrankheit in der Schwangerschaft erfolgt, desto grösser können die Schäden des Babys sein. Toxoplasmose kann in schweren Fällen sogar zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen.

Kinder, die im Bauch der Mutter an Toxoplasmose erkrankt sind, leiden nach der Geburt und später unter grossen Defiziten in der motorischen aber auch der geistigen Entwicklung. Da es bereits im Bauch der Mutter zu einer Hirn- und Augenentzündung kommen kann, kommen viele infizierte Kinder mit schweren Seh- oder Hörschäden auf die Welt. Die Entwicklung des Hirns wird durch die Erstinfektion ebenfalls stark beeinträchtigt. Auch die Leber, Milz und das zentrale Nervensystem des Babys können nach der Geburt von Toxoplasmose eingeschränkt worden sein.


Eine Infektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft vermeiden

Toxoplasmose wird in vielen Fällen durch das Kot von Katzen auf den Menschen übertragen. Schwangere Liebhaber von Katzen müssen allerdings Ihre Katze nicht gleich ins Tierheim bringen. Wenn Sie einige Dinge beachten, halten Sie das Toxoplasmose-Risiko in der Schwangerschaft für Sie und Ihr Baby gering. Zunächst sollten schwangere Frauen die Reinigung des Katzenklos einem anderen Familienmitglied überlassen oder mit dicken Handschuhen arbeiten, um das Risiko einer Infektion mit dem Erreger über den Kot der Katze möglichst zu verringern.

Achtung: Auch bei der Gartenarbeit oder beim Spielen im Sandkasten besteht die Gefahr mit dem Kot Ihrer Katze in Berührung zu kommen. Deshalb gilt es auch da, in der Schwangerschaft besonders gut aufzupassen. Streicheln dürfen Sie Ihre Katzen allerdings weiterhin, da keine Infektionsgefahr durch direkten Kontakt mit dem Fell Ihrer Katze besteht. 

Doch auch der Verzehr von rohem oder nur halbgarem Fleisch birgt ein grosses Risiko und kann leicht zu einer Infektion des Babys in der Schwangerschaft führen - denn auch Katzen infizieren sich zuerst über rohes Fleisch. Deshalb gilt es, konsequent auf rohes Fleisch (z.B. Tartar) zu verzichten. «Ebenso sollten Hände und Küchengeräte nach der Verarbeitung von rohem Fleisch oder Innereien stets gründlich gewaschen werden», rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Beim Garen oder Braten von Fleisch sollte immer genau darauf geachtet werden, das rohe Fleisch genügend zu erhitzen, um die Parasiten abzutöten. Richtig durch ist das Fleisch, wenn im Innern mindestens zwei Minuten lang eine Mindesttemperatur von 70 Grad Celsius herrscht. «Wer unsicher ist, kann einen Fleisch-Thermometer verwenden», rät das Portal Frauenärzte im Netz.

Nach einer Infektion mit Toxoplasmose: Was tun?

Bei einem Verdacht auf eine Infektion durch Toxoplasma gondii sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Die Infektion kann heutzutage mit Medikamenten und Antibiotika problemlos behandelt werden. Je schneller die Infektion bekämpft wird, desto geringer ist die Gefahr für das Kind nach der Geburt. Falls Sie unsicher sind und Symptome aufweisen, ist es immer besser, einmal mehr nachzufragen und einen Test zu machen, anstatt das Risiko in Kauf zu nehmen.

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