Die Fruchtwasserpunktion gibt Auskunft über Chromosomenstörungen wie das Down-Syndrom

Eine komplikationslose Schwangerschaft und ein gesundes Kind wünschen sich alle werdenden Eltern. Manche Frauenärzte raten Schwangeren, die ein Risiko für genetische Veränderungen und Chromosomenstörungen wie das Down-Syndrom haben, zur Fruchtwasserpunktion. Sie kann helfen, den Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes genau zu beurteilen.

Eine Fruchtwasserpunktion kann Klarheit über eventuelle Gendefekte schaffen.

Unter bestimmten Umständen wird Ihnen Ihr Arzt zu einer Fruchtwasserpunktion raten. Foto: monkeybusinessimages, iStock, Thinkstock

Indikationen für die Fruchtwasserpunktion

Es gibt besondere Umstände, unter welchen zu einer Fruchtwasserpunktion, medizinisch auch Amniozentese  genannt, als zusätzlicher Diagnostik geraten wird. Ergaben sich bei vorangegangenem Ersttrimester-Screening Auffälligkeiten, ist eine genauere Abklärung sinnvoll. Auch falls bereits Genanomalien in den Familien der Eltern auftraten, sollte genauer untersucht werden, um eine mögliche Erbkrankheit beim Ungeborenen erkennen zu können. Eine entscheidende Rolle spielt ebenfalls das Alter der Mutter. Beträgt es 35 Jahre oder mehr, kann eine Fruchtwasserpunktion nötig sein. Die Untersuchung kann Chromosomenanomalien wie Down-Syndrom, Neuralrohr-Defekte oder einen offenen Rücken beim Ungeborenen zeigen.

In der Schweiz werden die Kosten der Punktion bei den genannten Indikationen in der Regel durch die Krankenkasse übernommen. Florian Th. Davidis, Spezialarzt FMH für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Basel gibt auf seiner Internetseite zu bedenken: «Mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen des Kindes und gleichzeitigen Hormonuntersuchungen im mütterlichen Blut ist es heute möglich, gezielt diejenigen Frauen mit hohem Risiko zu erkennen und dabei 95 Prozent aller Trisomie-21-Fälle zu entdecken. Hierfür muss nur bei etwa 5 Prozent aller Frauen eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden.»

Ablauf der Fruchtwasseruntersuchung

Nach Ablauf der 14. und bis zur 18. Schwangerschaftswoche wird der kurze Eingriff durchgeführt. Mit einer dünnen Hohlnadel werden ca. 10 bis 15 Milliliter Fruchtwasser aus der Fruchthülle entnommen. Die gewonnenen kindlichen Zellen werden einige Tage kultiviert. Es wird auf Down-Syndrom und andere Chromosomendefekte geschaut. Bereits nach zehn Tagen liegen die Ergebnisse der Untersuchung vor.

Nachteile des Verfahrens - Fruchtwasserpunktion Risiko

Der Eingriff ist nicht unumstritten und birgt neben seinen diagnostischen Möglichkeiten auch einige Risiken. Hier müssen Schwangere und Frauenarzt die Chancen und den Nutzen der Untersuchung gegen mögliche Komplikationen abwägen. Eine eingehende Beratung der werdenden Eltern ist unerlässlich, damit eine sinnvolle Entscheidung getroffen werden kann.

Das Risiko einer Fehlgeburt liegt bei unter einem Prozent. Der Verlust von Fruchtwasser ist ebenfalls in seltenen Fällen möglich. Der Stichkanal schliesst sich im Regelfall von allein sehr zeitnah. Andernfalls kann ein stationärer Spitalaufenthalt notwendig werden, um die Schwangerschaft nicht zu gefährden. Noch seltener treten nach dem Eingriff Infektionen oder Blutungen auf.

Die Amniozentese deckt mit sehr hoher Sicherheit genetische Störungen und Erbkrankheiten beim Ungeborenen auf. Sie kann werdenden Eltern viele Fragen beantworten und Gewissheit über die Gesundheit ihres Kindes geben.

Weiterführende Informationen zum Ablauf einer Fruchtwasserpunktion können auch folgender Website entnommen werden: www.dr-schoenenberger.ch

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