Untersuchungen in der Schwangerschaft und pränatale Diagnostik im Überblick

Standard-Untersuchung

Erklärung

Untersuchungen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft werden standardmässig sieben Untersuchungen entweder beim Frauenarzt oder bei der Hebamme durchgeführt. Von der Grundversicherung werden 2 Ultraschalluntersuchungen, eine zwischen der 11. und 14. und eine zwischen der 20. und 23. Schwangerschaftswoche, bezahlt. Das ist ein Angebot, was die Frau auch ablehnen kann. Dann werden je nach Zeitalter der Schwangerschaft bestimmte Blut- und Urinuntersuchungen gemacht. Ausserdem werden das Gewicht und der Blutdruck der Frau kontrolliert. Das Wachstum des Kindes kann auch ohne Ultraschall untersucht werden. Herztöne vom Kind werden gehört, wenn es reif genug ist. Es gibt ausserdem eine Ernährungsberatung. Die Untersuchungen unterscheiden sich nach Angaben von Andrea Fenzl zwischen den Ärzten und den Hebammen. Bei den Hebammen wird dem Wohlbefinden der Frau etwas mehr Zeit gewidmet, da es nicht nur um die medizinischen Werte gehe.

Pränatale Diagnostik

Erklärung

Ultraschall

Der Ultraschall bildet den Einstieg in die pränatale Diagnostik. Ein Ultraschallbild zu lesen ist nur mit sehr viel Erfahrung möglich. Doch Ultraschallspezialisten können Missbildungen wie fehlende Gliedmasse oder Spina bifida («offener Rücken») erkennen und finden Hinweise auf Chromosomenstörungen. Ultraschalluntersuchungen dienen auch dazu, eine Schwangerschaft festzustellen und den voraussichtlichen Geburtstermin zu bestimmen. Ausserdem werden unter anderem das Wachstum des Ungeborenen, die Organfunktionen (nach der 19. Schwangerschaftswoche) die Lage des Mutterkuchens (Plazenta) kontrolliert. Sollte die Ultraschalluntersuchung einen Verdacht auf eine Fehlbildung ergeben, folgen in der Regel invasive Massnahmen wie die Chorionbiopsie oder die Fruchtwasserpunktion. In den meisten Fällen gibt es keine Therapie für das Ungeborene.

Nackenfaltenmessung

Zwischen der 10. und 14. Schwangerschaftswoche, meist beim ersten Routine-Ultraschall, wird die sogenannte Nackenfalte beim Ungeborenen gemessen. Mit der Nackenfaltenmessung wird nach möglichen Chromosomenabweichungen (z.B. Trisomie 21) oder nach Herzfehlern gesucht. Wird dabei ein bestimmter Grenzwert überschritten, erfolgt in der Regel eine Überweisung an eine Spezialistin oder einen Spezialisten. Eine einmalige Nackenfaltenmessung ist eine recht unzuverlässige Untersuchungsmethode und ergibt keine eindeutige Diagnose.

Ersttrimester-Test

Zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche wird bei der schwangeren Frau eine Blutentnahme gemacht zur Bestimmung von Hormon- und Eiweisswerten. Zum gleichen Zeitpunkt wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Aus der Messung der Nackentransparenz, der mütterlichen Blutwerte, sowie dem Alter der Frau und der Schwangerschaftswoche kann mit Hilfe eines Computerprogramms ein statistischer Risikowert für ein Kind mit einer Trisomie 21, einer anderen Chromosomenabweichung oder mit Neuralrohrdefekten (z.B. offener Rücken) errechnet werden. Auffällige Werte führen in den meisten Fällen zu invasiven Unter- suchungen, wie der Chorionbiopsie oder der Fruchtwasserpunktion. Der Ersttrimestertest ermittelt nur einen rein statistischen Risikowert, es handelt sich dabei also nicht um eine Diagnose.

Tripel-Test

Auch dieser Test, der mittels Blutentnahme zwischen der 16. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, berechnet die Wahrscheinlichkeit, eine diagnostizierbare Behinderung zu finden, und ist keine gesicherte Diagnose. Die Werte HCG, Östriol und Alphafetoprotein, die Schwangerschaftsdauer, das Alter und Gewicht der Frau ergeben eine Risikoeinschätzung über eine mögliche Trisomie 21, andere Chromosomenabweichungen oder Neuralrohrdefekte. Sollte eine Auffälligkeit auftreten, wird diese in der Regel mit einer Chorionbiopsie oder einer Fruchtwasserpunktion verifiziert.

Chorionbiopsie (invasive Methode)

Das hierzu benötigte Zellmaterial wird in der 10. - 12. Schwangerschaftswoche von der Plazenta entnommen, entweder durch die Bauchwand oder durch die Scheide. Der Eingriff durch die Bauchdecke wird unter lokaler Anästhesie vorgenommen. Der vaginale Eingriff ist das risikoreichste Verfahren. Nachdem die Ärzteschaft lange Zeit diese Methode angewandt hat, rät sie heute deutlich davon ab. Studien haben ergeben, dass bei der Chorionbiopsie das Risiko einer Fehlgeburt bei rund einem Prozent liegt. Es wird nach Chromosomenabweichungen gesucht. Bei Verdacht auf Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen kann zudem eine gezielte DNA-Analyse gemacht werden. Fehldiagnosen sind nicht ausgeschlossen. In den allermeisten Fällen gibt es keine Therapie für das Ungeborene.

Fruchtwasserpunktion (invasive Methode)

Diese invasive Methode dient der Analyse des Fruchtwassers. Es wird nach Chromosomenabweichungen und dem sog. offenen Rücken gesucht. Mittels der Analyse der Chromosomen lässt sich darüber hinaus auch eine Geschlechtsbestimmung vornehmen. Unter örtlicher Betäubung wird der schwangeren Frau eine Nadel durch die Bauchdecke in die Gebärmutter eingeführt, Fruchtwasser entnommen, kultiviert und analysiert, um Abweichungen zu entdecken. Dies geschieht zwischen der 14. und 20. Schwangerschaftswoche, die bevorzugte Zeit ist die 16. und 17. Schwangerschaftswoche. Auch hier besteht ein Risiko von einem Prozent für eine Fehlgeburt.

Es kursieren unterschiedliche Angaben zu den Zeitspannen, in denen die jeweiligen Tests durchgeführt werden können.

Quelle: appella unter www.appella.ch

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