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Dein Baby, 3 Monate alt: Sex nach der Geburt und Verhütung in der Stillzeit

Dein Baby ist ein Vierteljahr alt. Es hält den Kopf immer sicherer, es lacht dich an, und manches Baby dreht sich schon zur Seite. Gleichzeitig stellt sich für viele Paare eine Frage, über die selten offen geredet wird: Wann ist Sex nach der Geburt wieder möglich, und wie verhütest du, solange du stillst?

Sex kann auch nach der Geburt Spass machen.
Wann die Lust auf Sex zurückkommt, ist von Paar zu Paar verschieden. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Entwicklung deines Babys: Lautes Lachen

Herzlichen Glückwunsch zum Dreimonatsgeburtstag! Aus dem Neugeborenen der ersten Wochen ist ein Säugling geworden, der Kontakt sucht. Dein Baby verfolgt dich mit den Augen, lächelt dich an, ahmt deine Gesichtsausdrücke nach und gibt verschiedene Töne von sich [1]. In der Bauchlage hebt es den Kopf und schaut sich neugierig um [1]. Auch aufrecht auf deinem Arm hält es den Kopf inzwischen recht selbstständig.

Lautes Lachen und Juchzen gehören für manche Babys jetzt schon dazu. Wahrscheinlich stellst du fest, dass du einiges anstellst, um dieses Geräusch hervorzurufen. Im Gesundheitsheft von pädiatrie schweiz steht «Lacht aus vollem Hals» allerdings erst beim Vier-Monats-Termin [1]. Lacht dein Kind mit drei Monaten noch nicht laut, ist das kein Rückstand.

Ähnlich ist es beim Drehen: Manchen Babys gelingt es jetzt schon, sich vom Rücken auf den Bauch zu rollen. Häufig kommt das aber später: Das Gesundheitsheft nennt den Beginn des Drehens in beide Richtungen ebenfalls beim Vier-Monats-Termin [1]. Die zeitliche Streubreite beim Erwerb solcher Fähigkeiten ist gross und variiert von Kind zu Kind [1]. Dein Baby ist also weder langsamer noch weniger fähig, wenn sich das Nachbarskind mit zwölf Wochen dreht und deines mit vier Monaten noch keine Anstalten macht.

Damit dein Baby die Bauchlage üben kann, leg es tagsüber im Wachzustand immer wieder auf den Bauch. Wechselnde Positionen im Wachzustand fördern seine Entwicklung und ein harmonisches Kopfwachstum [1]. Zum Schlafen gehört dein Baby dagegen auf den Rücken [1]. Diese Trennung ist wichtig, denn die Rückenlage im Schlaf senkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod.

Sobald dein Baby sich zu drehen beginnt, wird der Wickeltisch zur Gefahrenstelle. Halte es gut fest und lass es dort nie allein, auch nicht für einen kurzen Moment. Dasselbe gilt für das Sofa und das Bad [1]. Ein Augenblick der Unaufmerksamkeit reicht für einen Sturz aus.

Vorsorge mit drei Monaten: Diese Termine stehen an

Einen Vorsorgetermin mit genau drei Monaten gibt es in der Schweiz nicht. Pädiatrie schweiz sieht Untersuchungen im 2. und im 4. Monat vor [1][2]. Dein Baby liegt jetzt also zwischen zwei Terminen – der letzte war der mit der ersten Impfung.

Warte trotzdem nicht bis zum nächsten Termin, wenn dir etwas auffällt. Melde dich bei deiner Kinderärztin, wenn dein Baby keinen Blickkontakt aufnimmt, wenn es Gegenstände oder Gesichter nicht mit den Augen verfolgt oder wenn du nach dem dritten Monat wiederholt ein Schielen bemerkst [1]. Fürs Gehör gilt dasselbe: Melde dich, wenn dein Baby nicht auf angenehme Geräusche und Stimmen lauscht, bei einem Lärm nicht erschrickt oder nicht zu plaudern versucht, wenn du mit ihm sprichst [1].

Für Fragen zwischen den Terminen ist die Mütter- und Väterberatung da. Sie berät kostenlos zu Gesundheit, Ernährung, Schlaf und Entwicklung, bis dein Kind fünf Jahre alt ist [1].

Sex nach der Geburt: Ab wann er wieder möglich ist

Die meisten jungen Eltern haben direkt nach der Geburt anderes im Kopf als Sex. Der neue Alltag mit dem Baby, schlaflose Nächte und die körperlichen Veränderungen durch Schwangerschaft und Geburt sorgen nicht für romantische Stimmung. Irgendwann kommt die Lust auf Sex nach der Geburt aber wieder.

Wann genau ist Geschlechtsverkehr wieder möglich? Darauf gibt es zwei Antworten. Die erste: Du entscheidest, wann du dich bereit fühlst [3]. Die zweite ist medizinisch und ebenso einfach: Geschlechtsverkehr ist möglich, sobald eine allfällige Dammnaht verheilt ist [3]. Ein festes Datum gibt es nicht, weil die Heilung von Frau zu Frau unterschiedlich verläuft. Wie lange dein Körper insgesamt braucht, liest du im Beitrag zum Wochenbett.

Nach einem Kaiserschnitt kommt die Narbe an der Bauchdecke dazu, die ebenfalls Zeit braucht. Wenn du unsicher bist oder Schmerzen hast, sprich mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin [3].

Viele Frauen sind vor dem ersten Mal etwas nervös und haben Angst, dass es wehtun könnte. Meist sind die Sorgen unbegründet. Nimm dir trotzdem so viel Zeit, wie du brauchst. Es gibt auch andere Wege, dir deinem Partner nahe zu fühlen.

Verhütung in der Stillzeit: Was möglich ist

Kümmere dich um Verhütung, sobald du wieder Geschlechtsverkehr hast. Der Grund ist wichtiger, als viele denken: Der erste Eisprung nach der Geburt findet statt, bevor die erste Menstruation kommt [3]. Du kannst also schwanger werden, ohne vorher eine Blutung gehabt zu haben. Und eine Blutung kann bereits sechs Wochen nach der Geburt eintreten, auch wenn du stillst [3].

Stillen allein ist kein verlässlicher Schutz. Es kann die Menstruation in den ersten Wochen zwar verzögern, aber nur unter engen Bedingungen: Du stillst mindestens sechsmal in 24 Stunden, davon mindestens einmal nachts. Dein Baby bekommt ausschliesslich Muttermilch, ohne Schoppen mit Milch, Tee oder Wasser. Und seit der Geburt hattest du keine Menstruation [3]. Fällt eine dieser Bedingungen weg, trägt die Methode nicht mehr. Wenn ihr eine neue Schwangerschaft auf jeden Fall vermeiden wollt, wird sie ohnehin nicht empfohlen [3].

Weit verbreitet ist der Irrtum, in der Stillzeit sei gar keine hormonelle Verhütung möglich. Das stimmt nicht. SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ nennt für die Stillzeit unter anderem die Gestagenpille, das Hormonstäbchen, die Hormonspirale und die Dreimonatsspritze, und alle vier enthalten Hormone [3]. Daneben stehen Kondom, Kupferspirale, Diaphragma und die symptothermale Methode zur Wahl [3]. Auch eine Notfallverhütung kannst du während der Stillzeit anwenden [3].

Mit der Gestagenpille darfst du ab dem 21. Tag nach der Geburt beginnen. Sie schützt, nachdem du sie sieben Tage lang eingenommen hast [4]. Welche Methode zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Besprich das mit deiner Ärztin, deiner Hebamme oder einer Fachstelle für sexuelle Gesundheit. Wenn du nicht oder nicht mehr stillst, kommen weitere Mittel infrage [3].

Oder plant ihr vielleicht schon ein Geschwisterchen für dein Baby?

Quellen

  1. pädiatrie schweiz: Gesundheitsheft, 22. Auflage, überarbeitete Ausgabe 2025 (PDF). Abgerufen am 18.08.2026.
  2. Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie: Checklisten für die Vorsorgeuntersuchungen (PDF). Abgerufen am 18.08.2026.
  3. SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ: Verhütung nach der Geburt und während der Stillzeit, Sex and Facts, 2021. Abgerufen am 18.08.2026.
  4. SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ: Die Gestagen-Pille, Sex and Facts, 2023. Abgerufen am 18.08.2026.

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