Baby > Baby KalenderDein Baby, 5,5 Monate alt: Probleme beim Zahnen – und was jetzt hilft Julia Wohlgemuth Vielleicht sabbert und quengelt dein Baby im Moment viel. Bei manchen Kindern bricht jetzt der erste Zahn durch, bei anderen dauert es noch Monate. Beides ist normal. Auch sonst entwickelt sich dein Baby mit reichlich 5 Monaten rasant weiter. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Auf den Fingern zu kauen, kann beim Zahnen helfen. Foto: Photodisc, Thinkstock Dein Baby mit 5,5 Monaten: greifen und den eigenen Willen zeigen Jetzt musst du immer besser aufpassen, was sich in Reichweite deines Babys befindet. Denn mit 5 Monaten kann es immer gezielter greifen. Diese neue Fähigkeit übt es mit allem, was es in die Finger bekommt. Dabei lernt es die Beschaffenheit ganz verschiedener Materialien kennen. In diesem Alter greift dein Kleines noch mit der ganzen Hand nach begehrten Objekten und umschliesst sie mit der Faust. Die Feinmotorik reicht noch nicht, um einzelne Finger einzusetzen. Wie sich der Griff Schritt für Schritt entwickelt, zeigt unser Beitrag dazu, wann Babys greifen lernen. Dein Baby entdeckt nun auch immer mehr seinen Willen. Den hat es dir sicher schon gezeigt, als du ihm ein Spielzeug aus der Hand nehmen wolltest, an dem es gerade hingebungsvoll gelutscht hat. Auch Langeweile bringt es schon durch unzufriedene Töne und Quengeln zum Ausdruck. Zahnen: Woran du den ersten Zahn erkennst Nicht immer fordert dein Baby Unterhaltung, wenn es unzufrieden ist. Kommt zum Quengeln das Sabbern dazu, ist eine Wange gerötet oder wandern die Finger ungewöhnlich oft in den Mund, kann der erste Zahn unterwegs sein. Den Anfang macht meist einer der unteren mittleren Schneidezähne [1]. In dieser Zeit ist das Zahnfleisch oft etwas gerötet, und manche Babys sind besonders unruhig [2]. Zähnchen zu bekommen, ist aber keine Krankheit [2]. Wann es so weit ist, ist von Kind zu Kind sehr verschieden. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO nennt für den ersten Milchzahn das Alter von 3 bis 8 Monaten [1], der Schulzahnärztliche Dienst der Stadt Zürich 5 bis 10 Monate [2]. Ist bei deinem Baby mit 5,5 Monaten noch nichts zu sehen, ist das also kein Rückstand. Bis etwa zum dritten Geburtstag sind alle 20 Milchzähne da [1]. Was beim Zahnen hilft – und was du besser weglassen solltest Gegen den Druck im Kiefer hilft vor allem Kauen und Gegendruck: Ein Beissring, den du im Kühlschrank gekühlt hast. Wichtig: nicht ins Gefrierfach. Auf etwas hart Gefrorenem soll dein Baby nicht kauen, harte Gegenstände können das empfindliche Zahnfleisch verletzen [3]. Eine sanfte Massage des Zahnfleischs mit einer weichen Zahnbürste oder deinem sauberen Finger [2]. Ein feuchter, gekühlter Waschlappen zum Draufbeissen [3]. Bei diesen Mitteln ist Zurückhaltung angebracht: Zahnungsketten aus Bernstein, Holz, Marmor oder Silikon. Sie sind verbreitet, doch um den Hals eines Babys getragen bergen sie ein ernsthaftes Risiko: Strangulation, dazu Ersticken an einzelnen Perlen, wenn die Schnur reisst [3]. Zahnungsgele. Das in Schweizer Apotheken gängige Gel enthält neben Salicylamid und Dexpanthenol das Lokalanästhetikum Lidocain. Die Menge ist nach Alter gestaffelt, die Zahl der Anwendungen pro Tag ist begrenzt [5]. Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde rät von Mitteln mit Lidocain oder Benzocain bei kleinen Kindern ausdrücklich ab [3]. Der Schulzahnärztliche Dienst der Stadt Zürich hält bei heftigen Schmerzen ein wenig zahnschonendes Gel für vertretbar [2]. Ein Mittel für jeden Tag ist es also nicht. Willst du eines einsetzen, lass dich in der Apotheke oder in der Kinderarztpraxis beraten und halte dich genau an die Altersdosierung. Homöopathische Kügelchen. Manche enthalten Milchzucker und können so zu Karies führen [2]. Wie lange die Phase dauert und welche Symptome sonst noch dazugehören, liest du im Beitrag Zahnen: Symptome, Dauer und Hilfe. Fieber gehört nicht zum Zahnen Quengeln, Sabbern und ausgiebiges Kauen gehören zum Zahnen. Fieber und Durchfall nicht [3]. Das klingt nach einer Spitzfindigkeit, ist aber der wichtigste Satz in diesem Abschnitt: Wer die erhöhte Temperatur dem Zahnen zuschreibt, übersieht unter Umständen einen Infekt. Zeigt dein Baby solche Zeichen, gehört das ärztlich abgeklärt [3]. Von Fieber spricht man bei Säuglingen unter drei Monaten ab 38 Grad, bei älteren Kindern ab 38,5 Grad [4]. In die Arztpraxis gehört dein Kind laut Kinderspital Zürich, wenn es ständig erbricht und nichts trinken mag, wenn es Atemnot hat, wenn es zunehmend apathisch wird oder wenn es länger als zwei Tage fiebert [4]. Für Säuglinge unter drei Monaten mit 38 Grad oder mehr gilt: unverzüglich [4]. Wie du richtig misst und was du sonst tun kannst, steht im Beitrag zu Fieber beim Baby. Zahnpflege ab dem ersten Zahn Sobald der erste Milchzahn sichtbar ist, wird geputzt [1]. Dafür brauchst du eine Kinderzahnbürste mit kleinem Kopf und weichen Borsten und einen erbsengrossen Klecks fluoridierte Kinderzahnpasta mit 500 ppm Fluorid [1]. Im Säuglingsalter genügt einmal täglich, am besten abends vor dem Schlafengehen [2]. Bis die ersten Backenzähne erscheinen, bleibt es dabei, danach wird zweimal täglich geputzt [1]. Den ersten Besuch in der Zahnarztpraxis empfiehlt der Schulzahnärztliche Dienst ab etwa zwei Jahren [2]. Worauf es beim Putzen ankommt, zeigt unser Beitrag zum Zähneputzen und Kariesvorbeugen. Fremdeln kündigt sich an Dein Baby erkennt die Personen, die es oft sieht, nun schon recht gut. Vielleicht hast du in den letzten Wochen bemerkt, dass es fremden Menschen gegenüber erst etwas misstrauisch ist. Wahrscheinlich verstärkt sich das in den kommenden Monaten. Dein Kind wird dann weinen, wenn du es einem unbekannten Menschen in den Arm drücken willst. Wie stark dein Kleines fremdelt, hängt sehr von seiner Persönlichkeit ab. Die eng verwandte Trennungsangst beginnt typischerweise mit etwa acht Monaten. Ihren Höhepunkt hat sie zwischen 10 und 18 Monaten, und bis zum zweiten Geburtstag verliert sie sich wieder [6]. Es ist also eine Phase, keine Dauereinrichtung. Warum Babys überhaupt fremdeln, erklären wir im Beitrag Fremdeln ist normal. Auch wenn dein Baby mit reichlich 5 Monaten noch klein ist: Nimm es ernst und respektiere seine Gefühle. Hab Geduld und gib ihm Zeit, sich vom sicheren Arm der Mutter oder des Vaters aus an die neue Person zu gewöhnen. Wenn du es nicht drängst, sondern dich seinen Bedürfnissen anpasst, wird es die unbekannte Tante bald anlächeln. Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zum gemeinsamen Spielen. Autor: Julia Wohlgemuth Vorherige Woche Nächste Woche Quellen Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO: Milchzahnerkrankungen – Karies erkennen, vorbeugen, behandeln. Abgerufen am 20.08.2026. Schulzahnärztlicher Dienst der Stadt Zürich: So bleiben Milchzähne gesund – von Anfang an (PDF). Abgerufen am 20.08.2026. American Academy of Pediatrics, Section on Oral Health: Teething Pain: How to Soothe Your Baby’s Discomfort (englisch, US-Fachgesellschaft), Stand 09.07.2025. Abgerufen am 20.08.2026. Kinderspital Zürich, Notfallstation: Elterninformation Fieber (PDF). Abgerufen am 20.08.2026. Arzneimittelinformation OSA Zahngel, compendium.ch. Abgerufen am 20.08.2026. MSD Manual, Profi-Ausgabe: Trennungsangst und Fremdeln (US-Herausgeber), Stand März 2025. Abgerufen am 20.08.2026.