Baby > Baby KalenderDein Baby, 5 Monate alt: Zeit für den ersten Babybrei – und wann es bereit ist Julia Wohlgemuth Schaut dein Baby dir schon sehr interessiert beim Essen zu? Das ist eines der Zeichen dafür, dass es für Beikost und den ersten Brei bereit sein könnte. Die Schweizer Fachgesellschaften empfehlen den Beikoststart frühestens nach dem vollendeten 4. und spätestens zu Beginn des 7. Lebensmonats [1] – mit 5 Monaten liegst du also mitten in diesem Fenster. Die wichtigsten Nährstoffe nimmt dein Baby aber zunächst weiter über die Milch auf. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Der erste Babybrei ist ein grosser Moment in Babys Leben. Foto: BananaStock, Thinkstock Entwicklung deines Babys: Starke Muskeln Mit 5 Monaten wird dein Baby immer kräftiger. Manche Kinder können jetzt sogar schon kurz sitzen. Allzu lange wird dein Kleines in dieser Position jedoch noch nicht verharren, und du solltest das auch nicht forcieren. Für den kleinen Babyrücken ist es besser, auf dem Bauch oder Rücken zu liegen. Auch in ein Hochstühlchen gehört dein Baby allenfalls eine kurze Zeit. Die Babywippe ist im Moment noch ein wesentlich besserer Aufenthaltsort für deinen Säugling. Dein Baby kann nun auch schon einen Gegenstand von einer Hand in die andere nehmen. Eine gewaltige Koordinationsleistung! Es versteht auch immer besser den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung und freut sich daran. Zum Beispiel macht die Rassel ein Geräusch, wenn sie geschüttelt wird. Ist dein Baby bereit für Beikost? Der Beikoststart ist kein Stichtag, sondern ein Zeitfenster. Die Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie empfiehlt, Beikost frühestens nach dem vollendeten 4. Lebensmonat und spätestens zu Beginn des 7. Lebensmonats einzuführen [1]. Die Eidgenössische Ernährungskommission schliesst sich dem an [2]. Wann genau du innerhalb dieser Spanne beginnst, hängt von deinem Kind ab – jedes hat seinen eigenen Rhythmus [3]. Häufig genannte Anzeichen dafür, dass dein Kind so weit ist [3]: Es kann aufrecht sitzen und den Kopf halten. Es interessiert sich dafür, was du und andere essen. Es nimmt selbst Dinge in den Mund. Dreht dein Kind den Kopf weg, spuckt das Essen aus oder reagiert sonst ablehnend, ist es wahrscheinlich noch nicht bereit. Warte ein bis zwei Wochen ab und versuche es dann erneut [3]. Auch wenn dein Baby einen Löffel nicht sofort wieder aus dem Mund schiebt, ist das ein gutes Zeichen für den ersten Babybrei. Häufig falsch wiedergegeben wird dabei die Haltung der Weltgesundheitsorganisation: Die WHO empfiehlt in ihrer Resolution von 2001 unverändert, alle Säuglinge weltweit während der ersten 6 Monate ausschliesslich zu stillen und danach unter Einführung der Beikost weiterzustillen [1][2]. Das flexiblere Fenster ab dem vollendeten 4. Lebensmonat stammt nicht von der WHO, sondern von der europäischen Fachgesellschaft ESPGHAN und der Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie [1]. Tipps für Eltern: Babybrei einführen Einer der grossen Meilensteine im ersten Lebensjahr deines Lieblings ist der erste Babybrei. Vielleicht wartest du schon ungeduldig darauf. Das heisst jedoch nicht, dass du am Fünfmonatsgeburtstag eine Milchmahlzeit plötzlich durch einen Babybrei ersetzen sollst. Lass dich von deinem Baby leiten und geh die Dinge langsam an. Manche Kinder haben mit fünf Monaten noch kein grosses Interesse am Essen, während andere jeden Bissen, den du isst, neidisch betrachten und laut schmatzende Geräusche von sich geben. Allerdings muss man das Essen vom Löffel erst lernen, und wahrscheinlich wird es einige Tage oder sogar Wochen dauern, bis von dem Brei auch tatsächlich etwas im Magen deines Babys landet. Die Milch bleibt deshalb zunächst nach wie vor das wichtigste Element der Babynahrung [1]. Beikost sollte mit dem Löffel angeboten werden und nicht als Flüssignahrung aus der Flasche oder dem Becher getrunken werden [1]. Damit dein Baby das Essen fester Nahrung langsam lernen kann, gib ihm den Babybrei am Anfang nicht, wenn es schon sehr hungrig ist. Umgekehrt zeigt dein Kleines eventuell wenig Interesse am neuen Essen, wenn es satt ist. Mit dem Brei zwischen zwei Milchmahlzeiten zu beginnen, kann deshalb eine gute Lösung sein. Für das Erlernen dieser neuen Fähigkeit braucht dein Baby ausserdem Ruhe. Such dir deshalb einen Zeitpunkt, an dem du selbst genügend Musse hast, mit deinem Kind das Essen zu üben. Heute empfiehlt man keine genaue Reihenfolge mehr, in welcher feste Nahrung eingeführt werden sollte. Du kannst mit gekochtem Gemüse, einem Getreide- oder Früchtebrei beginnen. Wichtig ist, dass die Beikost genügend Eisen liefert: Ab dem 7. Monat können Muttermilch und Säuglingsnahrung den Bedarf an Eisen, Protein und Energie nicht mehr allein decken [1]. Später steigt auch die Zahl der Mahlzeiten – im Alter von 6 bis 8 Monaten sind 2 bis 3 Beikost-Mahlzeiten täglich üblich, mit 9 bis 11 Monaten 3 bis 4 [3]. Wie das Ganze aussehen kann, zeigt unser Ratgeber zum Essenlernen. Baby-led-weaning: erst später dran Beim Baby-led-weaning (BLW) bekommt das Kind keinen Brei, sondern greift selbst nach weich gekochten Stücken, die es lutschen und kauen kann. Befürworterinnen sehen darin eine logische Fortführung des Stillens nach Bedarf, und weil sich das Baby selbst füttert, spürt es gut, wann es satt ist. Für ein fünf Monate altes Baby ist diese Methode allerdings noch zu früh. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen empfiehlt Fingerfood frühestens ab dem 7. Monat – und auch dann nur, wenn das Kind motorisch so weit ist [3]. Dazu gehört, dass es mit wenig Unterstützung aufrecht sitzen, Lebensmittel selbständig greifen und zum Mund führen und sie im Mund zerkleinern kann, ohne sich zu verschlucken oder zu würgen [3]. Bleib beim Essen immer bei deinem Kind und lass es auch nicht für einen kurzen Moment allein [3]. Mit 5 Monaten ist der Brei vom Löffel der richtige Weg – erste Erfahrungen mit dem Selbstfüttern folgen ein paar Monate später [1]. Was im ersten Lebensjahr nicht auf den Teller gehört Ein paar Lebensmittel sind für Säuglinge ungeeignet – teilweise bis zum dritten Geburtstag: Honig und Ahornsirup im ersten Lebensjahr nicht geben: Beide können bestimmte Bakterien und Sporen enthalten [4]. Verschluckungsgefahr: Nüsse, Brot mit Kernen, ganze Weintrauben, Fisch mit Gräten und Bonbons in den ersten drei Lebensjahren meiden. Gemahlene Nüsse sind hingegen möglich [4]. Rohe tierische Lebensmittel wie Rohmilch, Rohschinken, Rohwurst, roher oder geräucherter Fisch und Speisen mit rohen Eiern sind im ersten Lebensjahr tabu [4]. Salz, Bouillon, Würzmittel und Zucker gehören nicht in die Beikost [4]. Kuhmilch als Getränk wird in den ersten 12 Monaten nicht empfohlen; kleine Mengen zum Anrühren eines Breis sind ab dem 7. Monat unproblematisch [1]. Und noch eine gute Nachricht für Familien mit Allergien: Bestimmte Lebensmittel wegzulassen oder die Beikost hinauszuzögern, beugt Allergien nicht vor [5]. Stillen gilt als beste Allergieprävention. Quellen Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie: Empfehlungen für die Säuglingsernährung 2017 (PDF). Abgerufen am 11.08.2026. Eidgenössische Ernährungskommission EEK / Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Ernährung in den ersten 1000 Lebenstagen – Zusammenfassung der Empfehlungen (PDF). Abgerufen am 11.08.2026. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, «Kinder an den Tisch»: Beikost. Abgerufen am 11.08.2026. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, «Kinder an den Tisch»: Ungeeignete Lebensmittel im ersten Lebensjahr. Abgerufen am 11.08.2026. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, «Kinder an den Tisch»: Allergieprävention. Abgerufen am 11.08.2026. Vorherige Woche Nächste Woche