Halloween: Gänsehaut ja, Angstschauer nein

Am 31. Oktober ist es wieder soweit: Ausgehöhlte Kürbisse zieren den Wegesrand und verkleidete Kinder sind als Vampire, Hexen und Gespenster unterwegs. Halloween lebt von der Lust an der Gänsehaut, doch Vorsicht: Zu viel Grusel kann Kindern schaden!

Halloween: Gänsehaut ja, Angstschauer nein

An Halloween wollen Kinder sich gruseln aber nicht vor Angst davonlaufen. Foto: iStock, Thinkstock

In der Geisterbahn werden die Hände feucht vor Spannung. Hören wir unheimliche Gespenstergeschichten, bekommen wir eine Gänsehaut. Wie schön Grusel an den Nerven kitzelt! Wenn das Herz schneller schlägt und der Atem flacher wird, schärft das Adrenalin die Sinne. Nur das Hier und Jetzt zählt. Alles andere ist vergessen. Gruseln lässt uns hellwach und lebendig fühlen. Kein Wunder, dass Kinder an Halloween begeistert in unheimlichen Kostümen von Haus zu Haus zu ziehen, um Süssigkeiten zu sammeln.

Gruseln macht stark

Sich zu gruseln, bedeutet, Angst zu haben - aber nur ein bisschen. Solange wir darauf vertrauen, dass wir jederzeit nur das Licht anschalten müssen, um zurück in sicherer Wirklichkeit zu sein, macht Gruseln Spass. Kinder lieben es, an der Hand der Erwachsenen durch die Dunkelheit zu stapfen. Neben den Eltern fühlen sie sich geborgen und der Gefahr erhaben. So lernen Kinder, Gänsehaut auszuhalten und mit ihren Ängsten umzugehen. «Angstlust ist sinnvoll, sie hilft Kindern bei der Bewältigung ihrer Ängste», betont auch die Psychologin und Lehrerin Gertraud Finger, Autorin des Buches «Brauchen Kinder Ängste?» (Klett-Cotta).

Wie viel Grusel Kinder vertragen

Grusel ist ein Spiel – ein Spiel, aus dem schnell Ernst werden kann, wenn es in Angst umschlägt. Wer kleinen Kindern zu viel Gänsehaut zumutet, läuft Gefahr, dass die Stimmung kippt und sich fröhliches Gekicher in panisches Lachen verwandelt. Dann macht der Abend keinen Spass mehr. Und die Angst, die sich im Kind festsetzt, wird sich noch an vielen anderen dunklen Abenden äussern.

Erst im späten Kindergartenalter beginnt der Spass an der Gänsehaut. Dann wissen Kinder im Grunde ihres Herzens, dass die verkleidete Hexe tatsächlich die Freundin der Mutter ist, dass der unheimliche Schatten vom Mondlicht hervorgerufen wird und es Gespenster in Wirklichkeit nicht gibt. Dieses Wissen führt dazu, dass sie immer besser eine innere Distanz zum unheimlichen Treiben um sie herum aufbauen können.

Die Frage, wie viel Gänsehaut Kinder vertragen, ist jedoch nicht nur vom Alter, sondern auch von ihrer Persönlichkeit abhängig. Klar, dass sich sensible Kinder schneller fürchten als dickfelligere Mädchen und Jungen. Oft sind es darüber hinaus besonders fantasiebegabte Kinder, die von Angst überwältigt werden, wenn Halloween die Geister und Gespenster ihr Unwesen treiben. Sie steigern sich schnell in die Scheinwelt hinein und spinnen Gefahren aus, die sie zutiefst erschauern lassen.

So vermeiden Sie Ängste an Halloween

Kinder mit Gänsehaut nicht alleine lassen:
Kinder haben nur dann Spass am Gruseln, wenn sie mehr Sicherheit als Angst verspüren. Mama oder Papa sollten als Sicherheitsanker während der Halloween-Party also jederzeit auffindbar sein und Schutz bieten.

Angst weglachen:
Angst ist Anspannung pur. Wer kreischt und schreit, baut diese innere Spannung auf. Auch Lachen befreit! Lassen sie Ihr Kind also ruhig albern sein.

Kind nicht drängen:
Schön, wenn Kinder nur dann Halloween feiern, wenn sie wirklich wollen. Gertraud Finger: «Es ist wichtig, dass Kinder die angstauslösende Situation selbst bestimmen, denn nur sie wissen, wie weit sie gehen können.» Erwachsene sollten sie nicht in eine Angstsituation «hinein-schubsen».

 

Vorsicht bei Gruselfilmen!

Fernsehen liefert Bilder, die nicht erst in den Köpfen der Kinder entstehen, sondern einfach da sind. Jüngeren Kindern fällt es deshalb schwer, Fernsehbildern nicht zu glauben. Allzuschnell nehmen sie für bare Münze, was sie sehen. Fernsehen kann daher besonders angstauslösend sein.

Deshalb ist es wichtig, Halloween genau darauf zu achten, was Kinder sehen. «Kinderfreundliche Gruselfilme verzichten auf Gewaltszenen und vermeiden drastische Gestaltungsmittel wie Dunkelheit, laute oder plötzliche Geräusche und bösartige Fabelwesen», sagt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. «Wichtig ist, dass der Spannungsbogen angemessen ist und sich das Gruseln in einem guten Ende auflöst.» Richtig Spass macht Gänsehaut Kindern ohnehin erst mit einiger Fernseherfahrung. Ab etwa acht Jahren amüsieren sie sich immer häufiger bei Schreckmomenten und schaffen damit einen Abstand zu der Aufregung.
 

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