Zweieiige Zwillinge: Immer mehr Zwillingspärchen erobern die Welt

Die Zahl von Zwillingsschwangerschaften hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verdoppelt. Der Zuwachs betrifft hauptsächlich zweieiige Zwillinge. Ursache dieses Anstiegs ist die Zunahme von Hormonbehandlungen bei Paaren mit Kinderwunsch.

Zweieiige Zwillinge sind längst keine Seltenheit mehr.

Zweieiige Zwillinge gibt es immer häufiger. Foto: katrinaelena, iStock, Thinkstock

In der Regel reift in den Eierstöcken im monatlichen Wechsel je eine Eizelle heran. Wenn, was selten vorkommt, zwei Eizellen gleichzeitig reif sein sollten, haben zwei der vielen Millionen Spermien die Chance, eine Zelle zu befruchten. So beginnt die Entstehung zweier Zygoten, befruchteter Eizellen, von denen jede zu einem Kind heranwachsen kann. Diese Zwillinge, die aus zwei unterschiedlichen Eizellen entstanden sind, sehen sich nicht ähnlicher als andere Geschwister auch. Auch ein Junge und ein Mädchen können ein Zwillingspärchen bilden.

Zweieiige Zwillinge: Genetische Neigung

In manchen Familien treten zweieiige Zwillinge gehäuft auf. Der Grund dafür ist eine erbliche hormonelle Disposition. Darüber hinaus sind immer häufiger Fruchtbarkeitsbehandlungen Ursache zweieiiger Zwillinge. Im Zuge einer Fruchtbarkeitsbehandlung werden die Eierstöcke der Frau hormonell stimuliert, sodass auch mehrere Eizellen gleichzeitig reifen. Wenn diese künstlich befruchtet werden, entstehen mehrere Embryonen, von denen meist zwei in die Gebärmutter übertragen werden.

Entwicklung zweieiiger Zwillinge

Die beiden Keime nisten sich unabhängig voneinander in der Gebärmutter ein. Deshalb besitzen zweieiige Zwillinge jeweils eine eigene Plazenta, Nabelschnur und Fruchtblase. Sichere Zeichen der Zwillingsschwangerschaft sind zwei Embryonen im Ultraschallbild sowie zweifache Herztöne. Während der Schwangerschaft ist nicht immer deutlich zu erkennen, ob eineiige oder zweieiige Zwillinge heranwachsen. Die Entwicklung verläuft im Prinzip genauso, wie bei einem Kind. Für die werdende Mutter bedeutet die Zwillingsschwangerschaft allerdings allein aufgrund des höheren Körpergewichtes eine vergrösserte Belastung, die auch die üblichen Schwangerschaftsbeschwerden wie Verstopfung, Rückenschmerzen und Atemnot verstärken kann.

Engmaschige Kontrolle der Schwangerschaft

Die Mehrlingsschwangerschaft wird engmaschig überwacht. Weil der Platz in der Gebärmutter begrenzt ist, kommt es häufiger zu einem vorzeitigen Blasensprung oder zu einer Gebärmutterhalsschwäche. Eine Frühgeburt kann dann die Folge sein. Deshalb gelten Mehrlingsschwangerschaften generell als Risikoschwangerschaften. Das heisst aber nicht, dass Eltern zweieiiger Zwillinge mit einem Kaiserschnitt rechnen müssen. Viele Zwillingsgeburten verlaufen unproblematisch als Spontangeburten im Abstand von ungefähr einer halben Stunde.

Vorbereitung auf das Leben nach der Geburt

Die werdenden Eltern müssen rechtzeitig planen, wie sie das Leben mit zwei Babys organisieren wollen. Allein die Bestellung eines Zwillingskinderwagens dauert möglicherweise länger als die eines normalen Wagens. Jeder Zwilling muss auch öfter gestillt werden als das einzelne Baby, weil jeder nur eine Brust zur Verfügung hat. Bei acht- bis zehnmaligem Stillen und Wickeln pro Tag wird die Mutter voll ausgelastet sein. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig andere Personen in die Pflege und Versorgung einzubeziehen.

Link zum Thema Zweieiige Zwillinge

In der Schweiz gibt es Vereine von Zwillingseltern, die sich gegenseitig unterstützen und beraten. Der Verein Zwillings-Family veröffentlicht beispielsweise Kontaktdaten lokaler Vereine: www.zwillings-family.ch.

 

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