Stoffwindeln: So funktionieren wiederverwendbare Windeln

Wegwerfwindeln sind teuer und verursachen riesige Müllberge. Kein Wunder, dass sich immer mehr Eltern für Stoffwindeln interessieren. Viele Eltern schreckt es jedoch ab, dass Stoffwindeln mehr Arbeit machen. Wie gut ist die Alternative zur Wegwerfwindel wirklich?

Stoffwindeln sind umweltfreundlich, da sie wiederverwendet werden können.

Stoffwindeln mit Druckknöpfen lassen sich individuell an die Grösse des Babys anpassen und wachsen mit. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Bis Ihr Baby irgendwann im Kleinkindalter den Windeln entwachsen ist, werden Sie sehr viel Zeit mit dem Wickeln verbringen. Ein Neugeborenes benötigt im Durchschnitt sechs bis acht frische Windeln an einem Tag. Hochgerechnet können Sie so gut und gern auf 5000 Windeln für Ihr Kind kommen.

Es ist also verständlich, wenn sich Eltern meist schon vor der Geburt darüber Gedanken machen, welche Windeln sie verwenden möchten. Manchen ist ganz klar, dass nur die Wegwerfwindeln in Betracht kommen, andere benutzen aus Überzeugung nur Stoffwindeln. Und wieder andere sind sich nicht ganz sicher und probieren zunächst alles aus. Was für Sie und Ihr Baby am besten passt, können natürlich nur Sie selbst wissen. Gute Gründe gibt es sowohl für Stoff- als auch für Wegwerfwindeln.

Vorteile Stoffwindeln

Zu einem der grössten Pluspunkte für Stoffwindeln gehört, dass wiederverwendbare Windeln preiswerter als Wegwerfwindeln sind. Die Anschaffungskosten, die je nach Sorte durchaus ein paar Hundert Franken kosten können, scheinen zwar zunächst vergleichsweise hoch, allerdings rechnen sich die Kosten am Ende der Windelzeit und Sie werden im Vergleich mit den Wegwerfwindeln noch Geld sparen. Noch günstiger wird die Rechnung natürlich, wenn die Stoffwindeln mehrere Geschwister tragen.

Wegwerfwindeln enthalten Chemikalien, die den Urin vom Körper wegleiten und binden. Manch kleiner Babypopo reagiert darauf empfindlich und verträgt Stoffwindeln besser. Achten Sie beim Kauf von Stoffwindeln darauf, dass diese aus unbehandelter Baumwolle hergestellt sind, um einer Hautreizung entgegenzuwirken. Bei manchen Babys ist es allerdings auch gerade andersherum und sie vertragen Wegwerfwindeln besser als Stoffwindeln. Wenn Ihr Baby zu einem wunden Po neigt, sollten Sie unbedingt beide Windelarten ausprobieren um zu sehen, was bei Ihrem Baby besser funktioniert.

Ein Argument, das von Anhängern der Stoffwindeln immer wieder angeführt wird, ist die bessere Verträglichkeit für die Umwelt. Es stimmt natürlich, dass Wegwerfwindeln die Müllberge ständig wachsen lassen und es Generationen dauern wird, bis diese wieder abgebaut sind. Stoffwindeln dagegen füllen keine Mülltonnen, sondern können immer wieder weiter verwendet werden. Allerdings werden auch beim Waschen (und eventuell Trocknen) der Windeln Energie und Wasser verbraucht. Ausserdem gibt es heute ökologische Wegwerfwindeln, die umweltfreundlicher sind. Man sollte sich also durchaus darüber im Klaren sein, dass kein Windelsystem wirklich umweltfreundlich ist.

Nachteile Stoffwindeln

Der grosse Nachteil von Stoffwindeln ist natürlich der Mehraufwand. Eine Wegwerfwindel wirft man in den Müll und das war es. Eine Stoffwindel muss nach der Benutzung gewaschen und aufgehängt werden. Allerdings werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass Sie mit Baby ohnehin viel Zeit an der Waschmaschine verbringen werden. Auf ein paar Windeln mehr oder weniger kommt es da nicht unbedingt an. Die Windeln können Sie ganz normal in der Waschmaschine waschen. Zudem gibt es in manchen Gegenden einen Windeldienst, der die benutzten Windeln abholt und frisch gewaschen wieder zurückbringt.

Manche Eltern finden, dass Stoffwindeln nicht so saugfähig sind wie Wegwerfwindeln. Eine Erfahrung, die übrigens nicht von allen Eltern geteilt wird. Auch für unterwegs sind Stoffwindeln nicht immer die praktischste Lösung. Schliesslich können Sie die benutzte Windel nicht einfach entsorgen, sondern müssen Sie wieder nach Hause bringen. Gerade wenn Sie ein paar Tage unterwegs sind und eventuell keine Waschmaschine zur Verfügung haben, kann es mit Stoffwindeln schwierig werden. Es ist dann empfehlenswert, zumindest zeitweise auf Wegwerfwindeln umzusteigen.

So funktionieren Stoffwindeln

Moderne Stoffwindelsysteme haben mit den komplizierten Stoffwindeln der Vergangenheit, die Sie vielleicht noch selbst aus Ihrer Kindheit kennen, nicht mehr viel gemein. Es gibt heute ganz verschiedene Stoffwindeln, die allesamt einfach zu handhaben sind. In der Regel besteht eine Stoffwindel aus einer Windelhose und einer inneren Windel, die die Ausscheidungen aufsaugt. Bei manchen Windelsystemen bestehen Windelhose und innere Windel aus einem Teil. Diese ähneln den Wegwerfwindeln am Meisten, trocknen allerdings eventuell schlechter. Bei manchen Windeln wird der Saugteil auch in die Windelhose geschoben.

Die meisten Stoffwindeln haben Klettverschlüsse oder Druckknöpfe. Dadurch lassen sie sich individuell an die Grösse Ihres Babys anpassen und wachsen mit. Komplizierter als das Anlegen einer Wegwerfwindel ist es dadurch auch nicht. In die Windel gehört auch noch eine Vlieseinlage, die den gröbsten Schmutz auffängt und danach in die Toilette geworden werden kann.

Wenn Sie gern Stoffwindeln ausprobieren möchten, aber nicht wissen, welches System am besten für Sie ist, dann bieten manche Anbieter zunächst einen Leihservice an, wonach Sie sich ganz in Ruhe entscheiden können.

Mehr Informationen

  • Ausführlichere Informationen finden Sie auf der nicht kommerziellen Website www.naturwindeln.de
  • Fragen Sie auch nach der Erfahrung mit Stoffwindeln in unserem Forum!
HiPP

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