Ihr Kind, 14 Monate alt: Das bringt zweisprachige Erziehung

Mit 14 Monaten findet Ihr Kind einfach alles spannend. Nehmen Sie sich daran ein Beispiel und entdecken Sie die Welt wieder mit Kinderaugen. Wenn in Ihrer Familie mehrere Sprachen gesprochen werden, wollen Sie wahrscheinlich auch eine zweisprachige Erziehung für Ihr Kind.

Zweisprachige Kinder lernen die verschiedenen Muttersprachen von Vater und Mutter ganz einfach.

Zwei Sprachen von Geburt an zu lernen ist einfach, wenn die Eltern verschiedene Muttersprachen sprechen. Foto: Hemera, Thinkstock

Entwicklung Ihres Kindes: Neugier auf alles

Ihr 14 Monate altes Kind lebt im Hier und Jetzt. Wenn es etwas Spannendes entdeckt hat, wird es das untersuchen wollen. Selbstverständlich ist es ihm völlig egal, ob Sie in zehn Minuten auf der Arbeit sein müssen oder gleich die grosse Schwester von der Schule abholen wollen. Und spannend ist im Moment fast alles. Versuchen Sie deshalb, im Alltag genügend Zeitfenster zu finden, damit Ihr Baby seine Neugier befriedigen kann.

Gemeinsam auf Entdeckungstour

Wenn Sie selbst etwas mehr Zeit haben, lassen Sie sich doch auf sein Tempo ein und entdecken Sie gemeinsam kleine Steine und Käfer am Wegesrand, eine längst vergessene Zeitung unter dem Sofa oder Wolken am Himmel. Sie werden sehen, dass Ihnen die Entschleunigung mindestens ebenso gut tut wie Ihrem Kleinkind.

Erste Malversuche

Mit 14 Monaten wird Ihr Baby nun schon auf Papier kritzeln, wenn Sie ihm einen Stift geben. Besonders dicke Wachsmalstifte eignen sich für die kleinen Hände sehr gut. Dabei sollten Sie Ihr Kind aber nicht unbeaufsichtigt lassen. Erstens wird es sonst vielleicht versuchen, sich die Wachsmalstifte in den Mund zu stecken. Zweitens versteht Ihr kleiner Künstler natürlich noch nicht, dass nur Papier bemalt werden soll und Wände oder Tische besser nicht.

Ihr Kind wird jetzt eventuell sehr an kleinen Trostspendern, wie dem Nuggi, der Lieblingsdecke oder einem Kuscheltier hängen. Diese sogenannten Ersatzobjekte helfen Ihrem Kleinen dabei, sich in einer grossen Welt zurechtzufinden, besonders auch, wenn Sie nicht dabei sind.

Tipps für Eltern: Zweisprachige Erziehung

In Ihrer Familie werden mehrere Sprachen gesprochen und Sie möchten auch mehrsprachige Kinder? Eine zweisprachige Erziehung kann Ihrem Kind später manchen Vorteil bringen, ist aber auch eine grosse Herausforderung für die Eltern. Nicht alle Kinder, die als Babys und Kleinkinder mit zwei oder mehreren Sprachen ihren Spracherwerb begonnen haben, werden dann auch tatsächlich mehrere Sprachen fliessend sprechen. Oft genug überwiegt irgendwann die Sprache der Umgebung und die zweite Sprache wird aufgegeben. Für wirklich zweisprachige Kinder bedarf es engagierter Eltern.

Im Baby- und Kleinkindalter werden die Grundsteine für eine mehrsprachige Erziehung gelegt. Jetzt ist es wichtig, dass Ihr Kind mit einem Elternteil eine Sprache verbindet. Sprechen Sie deshalb hauptsächlich in Ihrer jeweiligen Muttersprache mit Ihrem Baby. Keine Angst, Ihr Kind wird nicht völlig verwirrt, wenn es Sie auch in der anderen Sprache sprechen hört. Die Hauptsprache zwischen Ihnen und Ihrem Kind sollte jedoch Ihre Muttersprache sein. Unterstützen Sie das Lernen von neuen Worten mit Büchern in Ihrer Sprache und Kinderliedern aus Ihrem eigenen Land.

Eltern von mehrsprachig aufwachsenden Kindern müssen auf die ersten Worte übrigens meist länger warten als die von monolingualen Kindern. Schliesslich müssen die kleinen Gehirne doppelt so viele Worte von den Dingen in ihrer Umgebung verarbeiten. Zweisprachige Kinder holen das jedoch irgendwann auf -  und dann in mehreren Sprachen.

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