Baby und Gewicht: So viel dürfen Babys wiegen

Manche Babys sind lang und schmal, andere kurz und rund: Viele Eltern fragen sich besorgt, ob ihr Baby zu dünn oder zu dick ist. Experten erklären, welches Gewicht gesunde Babys auf die Waage bringen.

Baby Gewicht

Viele Eltern sind unsicher, ob ihr Baby das richtige Gewicht hat. Foto: iStock, Thinkstock

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, ist es in aller Regel gut ernährt und gesund. «In unseren Breiten gilt bei Mädchen ein Geburtsgewicht von 2.700 bis 3.700 Gramm und eine Länge von 48 bis 52 Zentimeter als normal, bei Jungen 2.800 bis 4.000 Gramm und 48 bis 54 Zentimeter», teilt das das Bundesinstitut für gesundheitliche Aufklärung in Köln mit. «Nur zehn Prozent aller Mädchen und Jungen weichen am Geburtstermin von dieser Spannbreite ab.»

So entwickelt sich das Gewicht eines Babys

Ein Baby wächst und gedeiht rasch. «Die meisten Babys verlieren bis zum vierten Lebenstag sieben bis zehn Prozent ihres Geburtsgewichtes. Das ist normal und völlig unbedenklich, wenn sie danach rasch zunehmen und nach 10 bis 14 Tagen ihr Ausgangsgewicht wieder erreicht haben», erklären Silvia Höfer und Nora Szász, Autorinnen des Ratgebers «Hebammen-Gesundheitswissen». Ab diesem Zeitpunkt nehme ein normalgewichtiges, gesundes Kind bis zu seinem fünften Lebensmonat 115 bis 225 Gramm pro Woche und danach noch immerhin 100 Gramm zu.

Faustregeln zum Gewicht des Babys bieten Orientierung

  • Das Geburtsgewicht verdoppelt sich innerhalb von fünf bis sechs Monaten.
  • In der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres wächst ein Baby langsamer als in der ersten Hälfte und nimmt weniger zu. Beim Krabbeln und Laufen verliert es Babyspeck.
  • Bis zum Ende des ersten Lebensjahres wiegt ein Baby ungefähr drei Mal so viel wie bei seiner Geburt.

Kinderarzt überprüft Babys Gewicht

Trotz aller Faustregeln: Ein Baby ist keine Maschine, die sich nach Normwerten richtet. Abweichungen von Normwerten sind nicht zwangsläufig gesundheitsgefährdend. So können zum Beispiel Entwicklungsschübe und Infekte bewirken, dass ein Baby kurzzeitig Gewicht verliert.

Normalerweise reichen die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt zur Kontrolle des Gewichtes aus. «Das Gewicht Ihres Kindes ist in Ordnung, wenn es zu seiner Grösse passt», erklärt Marianne Botta Diener, diplomierte Fachlehrerin ETH, spezialisiert auf Ernährungswissenschaften, und Dozentin an der pädagogischen Hochschule Bern. Der Kinderarzt kann an sogenannten Grössen- und Gewichtskurven ablesen, ob Alter, Gewicht und Grösse des Babys in einem guten Verhältnis zueinander stehen.

Es ist nicht einfach, das richtige Gewicht Ihres Babys zu bestimmen.

Es ist nicht einfach, das altersgerechte Gewicht Ihres Babys zu bestimmen. Foto: © Jose Manuel Gelpi - Fotolia.com

Zu niedriges Gewicht bei Babys

Ist von untergewichtigen Babys die Rede, denkt man in der Regel an Entwicklungsländer, in denen Kinder unzureichend ernährt werden. Sind Kinder in den westlichen Industrienationen unterernährt, liegen die Ursachen in der Regel in chronischen Erkrankungen. Wer fürchtet, dass sein Baby nicht gut gedeiht, sollte unbedingt mit dem Kinderarzt sprechen.

Chronische Erkrankungen können die Ursache für Untergewicht bei Kindern sein

  • Krankheiten des Darms wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Mukoviszidose
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Angeborene Herzfehler, Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien

Quelle: Deutsches Bundesministerium für Ernährung

Zu hohes Gewicht beim Baby

Viele Babys sind schon bei ihrer Geburt zu dick. In den zurückliegenden 20 bis 30 Jahren ist es in allen westlichen Industriestaaten zu einem bisher einzigartigen Anstieg des mittleren Geburtsgewichts gekommen. «Die wichtigste Ursache liegt offenbar bei der Ernährung der Mütter: Viele junge Frauen sind bereits übergewichtig, wenn sie schwanger werden und viele von ihnen nehmen auch während der Schwangerschaft übermässig zu», teilt die Stiftung Kindergesundheit in München mit. Schwangerschaftsdiabetes kann die Folge sein. Babys von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes werden oft sehr gross und übergewichtig.

Die Folgen sind gravierend: «Kinder, die schon im Mutterleib überfüttert wurden, werden auch später mehr essen als sie brauchen. Sie werden ihr ganzes Leben lang gegen ihr Übergewicht ankämpfen – und meistens unterliegen», warnt die Stiftung Kindergesundheit.

Die negativen Auswirkungen von Übergewicht sind bekannt: Gelenkbeschwerden, Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Diabetes sind nur einige Stichworte. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Übergewicht bei Kleinkindern zu einer Verzögerung ihrer motorischen Entwicklung führen kann. Die Studie zeigte: Dicke Babys beginnen später zu krabbeln und zu laufen.

Baby natürlich ernähren

In der Regel wissen Babys sehr gut, wie viel Milch sie brauchen und wann sie satt sind. Eltern tun daher gut daran, Babys zu geben, was sie verlangen. «In den ersten Lebensmonaten wird Ihr Baby hauptsächlich damit beschäftigt sein, sich auf das Leben ausserhalb der Gebärmutter umzustellen. Sie können es dabei unterstützen, indem Sie seinen Rhythmus annehmen, es trinken lassen, so oft es danach verlangt und viel Hautkontakt ermöglichen», so Silvia Höfer und Nora Szász. Gleichzeitig ist es sinnvoll, Zeichen zu respektieren, mit denen das Babys zeigt, dass es satt ist. Dann gedeiht es gut und nimmt an Gewicht zu, ohne zu dick zu werden.

Buch-Tipps zum Thema Baby und Gewicht

  • Buch-Tipp: Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit. Die besten Tipps der Hebammen. Von Elke Mattern und Angela Schweer. Humboldt-Verlag 2011.
  • Buch-Tipp: Hebammen-Gesundheitswissen. Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. Von Silvia Höfer und Nora Szász. Gräfe & Unzer Verlag, 6. Auflage 2010.

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HiPP

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