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Baby und Gewicht: So viel dürfen Babys wiegen

Manche Babys sind lang und schmal, andere kurz und rund: Viele Eltern fragen sich besorgt, ob ihr Baby zu dünn oder zu dick ist. Wir erklären, welches Gewicht gesunde Babys auf die Waage bringen sollten und welche Gewichtszunahme in wie vielen Wochen gesund ist.

Das Gewicht des Babys sollte vom Arzt überprüft werden.

Viele Eltern sind unsicher, ob ihr Baby das richtige Gewicht hat. Bild: Image Source, Getty Images

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, ist es in aller Regel gut ernährt und gesund. In der Schweiz wurden in den letzten Jahren rund 93 Prozent aller Kinder mit einem Gewicht zwischen 2500 und 4499 Gramm geboren. Jungs wiegen dabei meistens mehr als Mädchen. Seit Messbeginn im Jahr 1979 hat sich diese Zahl in etwa als Normalgewicht bei einer Geburt etabliert. Nur wenige Prozent werden mit einem geringeren oder höheren Gewicht geboren, wie Sie der Tabelle des Bundesamts für Statistik entnehmen können.

Ein Baby wächst und gedeiht rasch. «Die meisten Babys verlieren bis zum vierten Lebenstag sieben bis zehn Prozent ihres Geburtsgewichtes. Das ist normal und völlig unbedenklich, wenn sie danach rasch zunehmen und nach 10 Tagen bis zu zwei Wochen ihr Geburtsgewicht wieder erreicht haben», erklären Silvia Höfer und Nora Szász, Autorinnen des Ratgebers «Hebammen-Gesundheitswissen». Ab diesem Zeitpunkt nehme ein normalgewichtiges, gesundes Kind bis zu seinem fünften Lebensmonat 115 bis 225 Gramm pro Woche und danach noch immerhin 100 Gramm pro Woche zu.

Faustregeln zum Gewicht des Babys bieten Orientierung

  • Das Geburtsgewicht des Kindes verdoppelt sich innerhalb von 20 bis 25 Wochen.
  • In der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres wächst ein Kind langsamer als in der ersten Hälfte und nimmt weniger zu. Beim Krabbeln und Laufen verliert das Neugeborene an Babyspeck.
  • Bis zum ersten Geburtstag wiegen normale Kinder ungefähr drei Mal so viel wie bei ihrer Geburt.

Kinderarzt überprüft das Gewicht des Neugeborenen

Trotz aller Faustregeln: Der kleine Körper des Babys ist keine Maschine, die sich in Sachen Gewicht nach Normwerten richtet. Abweichungen von Normwerten und unübliche Gewichtszunahmen Ihres Kindes sind nicht zwangsläufig gesundheitsgefährdend. So können zum Beispiel Entwicklungsschübe und Infekte bewirken, dass ein Kind kurzzeitig Gewicht verliert.

Normalerweise reichen die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt zur Kontrolle des Gewichtes und der Gewichtszunahme aus. «Das Gewicht Ihres Kindes ist in Ordnung, wenn es zu seiner Grösse passt», erklärt Marianne Botta Diener, diplomierte Fachlehrerin ETH, spezialisiert auf Ernährungswissenschaften und Mutter von acht Kindern. Der Kinderarzt kann an sogenannten Grössen- und Gewichtskurven ablesen, ob Alter, Gewicht und Grösse des Jugen oder des Mädchens in einem guten Verhältnis zueinander stehen.

Zu niedriges Gewicht bei Babys

Ist von untergewichtigen Kindern die Rede, denkt man in der Regel an Entwicklungsländer, in denen Kinder unzureichend ernährt werden. Sind Kinder in den westlichen Industrienationen unterernährt, liegen die Ursachen in der Regel in chronischen Erkrankungen. Fürchten Mutter oder Vater, dass ihr Kind nicht gut gedeiht und die Gewichtszunahme für eine längere Zeit aussteht, sollte unbedingt mit dem Kinderarzt sprechen.

Folgende Krankheiten sind möglicherweise Auslöser für Gewichtsverlust Ihres Kindes:

  • Krankheiten des Darms wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Mukoviszidose
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Angeborene Herzfehler, Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien

Gewicht: Ist mein Baby zu dick?

Viele Babys sind schon bei ihrer Geburt zu dick. In den zurückliegenden 20 bis 30 Jahren ist es in allen westlichen Industriestaaten zu einem bisher einzigartigen Anstieg des mittleren Geburtsgewichts gekommen. «Die wichtigste Ursache von schweren Kindern liegt offenbar bei der Ernährung der werdenden Mütter: Viele junge Frauen sind bereits übergewichtig, wenn sie schwanger werden und viele von ihnen nehmen auch während der Schwangerschaft übermässig zu», teilt die Stiftung Kindergesundheit in München mit. Schwangerschaftsdiabetes kann die Folge sein. Babys von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes werden oft sehr gross und übergewichtig.

Die Folgen für die körperliche Entwicklung sind gravierend: «Kinder, die schon im Mutterleib überfüttert wurden, werden auch später mehr essen als sie brauchen. Sie werden ihr ganzes Leben lang gegen ihr Übergewicht ankämpfen – und meistens unterliegen», warnt die Stiftung Kindergesundheit.

Die negativen Auswirkungen von Übergewicht sind bekannt: Gelenkbeschwerden, Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Diabetes sind nur einige Stichworte. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Übergewicht bei Kleinkindern zu einer Verzögerung ihrer motorischen Entwicklung führen kann. Die Studie zeigte: Dicke Neugeborene beginnen später zu krabbeln und zu laufen.

Baby natürlich zum richtigen Gewicht ernähren

In der Regel wissen Kinder bereits in den ersten Wochen sehr gut, wie viel Milch sie brauchen und wann sie satt sind. Eltern tun daher gut daran, Babys zu geben, was sie verlangen. «In den ersten Lebensmonaten wird das Kind hauptsächlich damit beschäftigt sein, sich auf das Leben ausserhalb der Gebärmutter umzustellen. Sie können es dabei unterstützen, indem Sie seinen Rhythmus annehmen, es trinken lassen, so oft es danach verlangt und viel Hautkontakt ermöglichen», so Silvia Höfer und Nora Szász. Gleichzeitig ist es sinnvoll, Zeichen zu respektieren, mit denen das Kind zeigt, dass es satt ist. Dann gedeiht es gut und die Gewichtszunahme Ihres Kindes hält sich in normalen Grenzen. 

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