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Wer hat an der Uhr gedreht? So fällt Babys und Kindern die Zeitumstellung leichter

Ende Oktober bekommen wir eine Stunde geschenkt, Ende März wird sie uns wieder genommen. Die Zeitumstellung bringt nicht nur Erwachsene aus dem Tritt, sondern auch Babys und Kleinkinder, deren innere Uhr nicht einfach mitspringt. Mit etwas Vorbereitung und einer Portion Gelassenheit kommt deine Familie gut durch die ersten Tage. Denn ein müdes Kind ist meistens auch ein quengeliges Kind.

InhaltsverzeichnisWann ist die Zeitumstellung?Babys und die ZeitumstellungUmstellung auf die SommerzeitUmstellung auf die WinterzeitWieso sich die Schweiz gegen die Sommerzeit wehrte
Zeitumstellung mit Kindern
Mit einigen Tricks überstehen Kinder die Zeitumstellung ohne Probleme. Bild: evgenyatamanenko, Getty Images

Wann ist die Zeitumstellung?

Umgestellt wird immer in der Nacht auf den letzten Sonntag im März und im Oktober. Im Frühling springt die Uhr um 2 Uhr auf 3 Uhr, im Herbst um 3 Uhr zurück auf 2 Uhr.[1] Die nächste Zeitumstellung 2026 ist am Sonntag, 25. Oktober. Dann endet die Sommerzeit, und es gilt wieder die Normalzeit, die im Alltag meist Winterzeit heisst.[2]

  • Winterzeit 2026: Sonntag, 25. Oktober, Uhr von 3 auf 2 Uhr zurückstellen
  • Sommerzeit 2027: Sonntag, 28. März, Uhr von 2 auf 3 Uhr vorstellen
  • Winterzeit 2027: Sonntag, 31. Oktober, Uhr von 3 auf 2 Uhr zurückstellen

Wer sich die Richtung nicht merken kann, hilft sich mit einer Eselsbrücke: Im Frühling stellt man die Gartenmöbel vor das Haus, im Herbst stellt man sie zurück. Genauso wandert der Zeiger. Weil die Uhren in der Nacht auf Sonntag umgestellt werden, bleibt dir ausserdem ein ganzer Tag, bevor am Montag Kita oder Schule anstehen.

Warum die Zeitumstellung Kinder aus dem Takt bringt

Die Uhr an der Wand lässt sich in einer Sekunde verstellen, die innere Uhr nicht. Sie richtet sich vor allem nach dem Licht: Helligkeit am Morgen macht wach, Dunkelheit am Abend macht müde. Nach der Umstellung passen Uhrzeit und Körpergefühl plötzlich nicht mehr zusammen.

Nach dem Wechsel auf die Sommerzeit ist es um acht Uhr abends für den Körper erst sieben Uhr. Dein Kind ist schlicht noch nicht müde, und am Morgen kommt es schwer aus dem Bett. Im Herbst ist es umgekehrt. Kleine Kinder sind schon vor der gewohnten Schlafenszeit erschöpft und wachen morgens eine Stunde früher auf. Für Kleinkinder, die ohnehin früh aufstehen, ist deshalb oft der Herbst die schwierigere Umstellung.[3]

Die gute Nachricht: Die meisten Kinder haben sich nach rund einer Woche an die neue Zeit gewöhnt. In diesen Tagen sind sie oft müder und schneller den Tränen nahe. Das ist normal und geht meist von selbst vorbei. Schläft dein Kind auch danach noch schlecht, sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt darüber.[3] Wie viel Schlaf Kinder in welchem Alter brauchen, zeigt der Überblick zum Schlafbedarf von Kindern.

Babys: Ab wann die Zeitumstellung eine Rolle spielt

Ein Neugeborenes kennt noch keinen Tag und keine Nacht. Es schläft rund um die Uhr in kurzen Etappen und meldet sich, wenn es Hunger hat. Erst im Laufe der ersten sechs Lebensmonate passt ein Baby sein Schlafen und Wachen an den Wechsel von Tag und Nacht an. Es schläft nachts länger am Stück und trinkt mehr tagsüber.[4]

Für die ersten Lebenswochen heisst das: Du musst vor der Zeitumstellung nichts vorbereiten. Dein Baby trinkt weiter, wenn es Hunger hat, und schläft, wenn es müde ist. Stillen nach Bedarf entspricht in dieser Zeit ohnehin am besten seinen Bedürfnissen.[4] Die Uhr an der Wand spielt dabei keine Rolle.

Eine feste Altersgrenze gibt es also nicht. Es kommt darauf an, ob sich bei deinem Baby schon ein Tag-Nacht-Rhythmus eingespielt hat, und das geschieht irgendwann im ersten Lebenshalbjahr.[4] Hat es einen festen Tagesablauf mit Mittagsschlaf, Abendritual und langen Nachtphasen, lohnt sich die Vorbereitung wie bei älteren Kindern. Wie viel Babys in den ersten Monaten schlafen, liest du im Artikel über den Schlafbedarf von Babys.

Umstellung auf die Sommerzeit: sanft früher ins Bett

Bei der Umstellung auf die Sommerzeit fehlt eine Stunde. Entweder du bringst dein Kind am Samstag früher ins Bett, oder du weckst es am Sonntag früher. Das frühe Zubettgehen klappt allerdings selten. «Die Kinder sind einfach noch nicht müde genug, um zu schlafen», sagt Kinderschlafberaterin Chantal Häusler. «Zusätzlich ist es gegen Ende des Winters abends noch länger hell, dann ist es noch schwieriger, Schlaf zu finden.» Im ungünstigsten Fall schläft dein Kind aus Frust und Trotz noch später ein als sonst.

Sanfter geht es in kleinen Schritten, verteilt auf die Tage vor der Umstellung:

  • Verschiebe Schlafenszeit und Mittagsschlaf etwa eine Woche vorher jeden Tag um ein paar Minuten nach vorn.[3] Mit zehn Minuten pro Tag bist du nach sechs Tagen am Ziel.
  • Weck dein Kind morgens entsprechend früher. Sonst ist es am Abend nicht müde.
  • Zieh auch die Mahlzeiten nach vorn, vor allem das Znacht. Wer mit vollem Bauch ins Bett geht, schläft schlechter ein.[3]
  • Behalte die gewohnten Gute-Nacht-Rituale bei, auch wenn es draussen noch hell ist. Plane genug Zeit dafür ein, statt sie abzukürzen.
  • Verdunkle das Kinderzimmer am Abend und schliess das Fenster, damit kein Spiellärm von draussen hereindringt.

Ältere Kinder lässt du in den Tagen vor der Umstellung abends etwas früher zur Ruhe kommen. Bildschirme legt dein Kind mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen weg, denn ihr Licht hält wach.[3] Und weil es auch in den Wochen nach der Umstellung abends immer länger hell bleibt, lohnt sich das verdunkelte Zimmer über den Stichtag hinaus.

Am Morgen hilft das Gegenteil. Zieh die Vorhänge auf und geh möglichst bald mit deinem Kind nach draussen. Tageslicht hat einen starken Einfluss auf die innere Uhr und stellt sie nach der Umstellung schneller neu ein.[3]

Den Mittagsschlaf streichst du besser nicht, in der Hoffnung, dass dein Kind dann abends früher einschläft. Übermüdete Kinder finden oft besonders schwer in den Schlaf.

Umstellung auf die Winterzeit: Wenn dein Kind plötzlich um sechs wach ist

Bei der Umstellung auf die Winterzeit bekommen wir eine Stunde zurück. Was für Erwachsene nach Ausschlafen klingt, sieht bei kleinen Kindern anders aus: Ein Baby, das bisher um sieben Uhr aufgewacht ist, meldet sich nach der Umstellung schon um sechs.

Hier gehst du den umgekehrten Weg:

  • Schieb Schlafenszeit und Mittagsschlaf in der Woche vor der Umstellung jeden Tag um ein paar Minuten nach hinten.[3] Die Mahlzeiten ziehst du einfach mit.
  • Beginne den Tag nicht sofort, wenn dein Kind eine Stunde zu früh wach ist. Vielen Kindern hilft es, wenn es ruhig bleibt, das Licht gedämpft ist und der Tag erst zur gewohnten Zeit richtig startet. Hat dein Baby Hunger, stillst du es oder gibst ihm den Schoppen wie immer, nur eben leise und ohne Programm.
  • Geht dein Kind am Abend früh in die Knie, hilft ein Spaziergang am Nachmittag. Tageslicht an der frischen Luft hilft der inneren Uhr, sich neu einzustellen, und Bewegung am Tag fördert einen guten Schlaf.[3]
  • Halte an festen Alltagsritualen fest, auch wenn dein Kind abends früher quengelt. Sie geben ihm Sicherheit und zeigen ihm, wann Tag und wann Nacht ist.

Und wenn du gar nichts vorbereitest?

Auch das ist in Ordnung. Die Zeitumstellung fällt immer auf ein Wochenende. Darf dein Kind im Frühling am Sonntag ausschlafen, rät Chantal Häusler, keine besonderen Vorkehrungen zu treffen. Im Herbst hilft Ausschlafen nicht weiter, denn kleine Kinder sind dann eher zu früh wach. Was dann hilft, steht im Abschnitt zur Winterzeit und gilt auch nach der Umstellung: den Tag nicht sofort beginnen und am Nachmittag ans Tageslicht gehen.

Ohne Vorbereitung ruckelt es in den ersten Tagen vielleicht etwas mehr. Dann helfen feste Abendrituale, ein ruhiger Abend ohne Bildschirme und viel Tageslicht am Tag.[3] Je gelassener du selbst bleibst, desto entspannter erlebt auch dein Kind die Umstellung.

Mit Kindern über die Zeitumstellung reden

Kinder wollen die Welt verstehen, auch wenn die Zusammenhänge kompliziert sind. Mit einer selbst gebastelten Lernuhr kannst du deinem Kind zeigen, was beim Uhrenumstellen passiert. Ältere Kinder dürfen am Samstagabend selbst die Zeiger drehen. So wird die Zeitumstellung vom Ärgernis zum kleinen Familienritual.

Wieso sich die Schweiz gegen die Sommerzeit wehrte

Die Sommerzeit war in der Schweiz nie besonders beliebt. Als sie Ende der 1970er-Jahre per Gesetz eingeführt werden sollte, wehrten sich vor allem die Bauern. Kühe richten sich nicht nach der Uhr, lautete ihr Argument, und lassen sich nicht einfach eine Stunde früher melken. Am 28. Mai 1978 lehnte das Stimmvolk das neue Zeitgesetz mit 52,1 Prozent knapp ab.[5]

Die Folge: 1980 stellten die Nachbarländer ihre Uhren vor, die Schweiz blieb bei der Normalzeit. Sie wurde zur Zeitinsel mitten in Europa, und Flugpläne oder Fernsehprogramme mussten doppelt angegeben werden. Der Druck wurde so gross, dass ein neues Zeitgesetz kam. Ein Referendum dagegen kam diesmal nicht zustande, und 1981 stellte auch die Schweiz die Uhren um.[5]

Wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Die EU-Kommission hat 2018 vorgeschlagen, die halbjährliche Zeitumstellung zu beenden, und das EU-Parlament hat dem 2019 zugestimmt. Seither liegt der Entscheid bei den Mitgliedstaaten, und die haben eine weitere Analyse verlangt. Eine Studie dazu soll voraussichtlich bis Ende 2026 vorliegen.[6] Die Schweiz hat ihre Sommerzeit per Verordnung an den Zeitraum der EU gebunden.[1] Fällt die Zeitumstellung dort weg, muss also auch der Bundesrat über die Schweizer Uhren entscheiden.

Quellen

  1. Schweizerischer Bundesrat: Verordnung über die Sommerzeit (Sommerzeitverordnung), SR 941.299.1 (PDF), Stand 1. Januar 2013. Abgerufen am 28.09.2026.
  2. Eidgenössisches Institut für Metrologie METAS: Sommerzeit 2026: Die Uhren müssen eine Stunde vorwärts gestellt werden, Medienmitteilung vom 24.03.2026. Abgerufen am 28.09.2026.
  3. American Academy of Pediatrics (HealthyChildren.org): Daylight Saving Time: Don't Lose Sleep Over It (englisch). Abgerufen am 28.09.2026.
  4. Universitäts-Kinderspital Zürich, Abteilung Entwicklungspädiatrie und Zentrum für Schlafmedizin: Schlafstörungen bei Kindern. Informationen für Eltern (PDF), 3. Auflage, November 2025. Abgerufen am 28.09.2026.
  5. 20 Minuten: Zeitumstellung: Als die Schweiz auf einen Schlag eine Zeitinsel wurde, 25.10.2025. Abgerufen am 28.09.2026.
  6. Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland: Zeitumstellung. Abgerufen am 28.09.2026.

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