Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft: Was tun bei Atemnot?

Sie können keine Treppe mehr steigen, ohne dass Sie aus der Puste kommen? Keine Sorge. Atemnot und Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft sind ganz normal. Schliesslich müssen Sie sich selbst und das Baby mit Sauerstoff versorgen. Und dann drückt auch noch der dicke Bauch auf die Lunge.

Genügend Entspannung kann Kurzatmigkeit in der Schwangerschaft vorbeugen.

Bewusst tief ein- und ausatmen kann bei Kurzatmigkeit helfen. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Sie laufen in den zweiten Stock und ringen um Luft, als hätten Sie gerade einen Viertausender bestiegen? Sie kommen schon aus der Puste, wenn Sie nur eine Geschichte erzählen wollen? Nein, Sie stehen nicht kurz vor einem Herzinfarkt. Kurzatmigkeit ist eine der Beschwerden, die in der Schwangerschaft häufig vorkommen. Normalerweise ist Atemnot in der Schwangerschaft kein Anzeichen auf eine andere Erkrankung. Und Ihr Baby wird trotzdem genügend mit Sauerstoff versorgt.

Viele Schwangere haben besonders im letzten Trimester Probleme damit, genug Luft zu bekommen. Dann ist nämlich die Gebärmutter sehr gross und drückt von unten ans Zwerchfell und damit die Lungen zusammen. Die gute Nachricht: In den letzten Schwangerschaftswochen rutscht das Baby weiter nach unten in Ihr Becken, startklar für die Geburt. Dann lässt der Druck auf Ihre Lunge wieder nach und Sie werden sehr wahrscheinlich besser atmen können.

Manche Schwangeren bemerken auch schon in der Frühschwangerschaft eine Kurzatmigkeit. Durch die Schwangerschaft erhöht sich die Blutmenge in Ihrem Körper, was wiederum zu mehr Sauerstoffaustausch führt. Der Sauerstoffbedarf steigt also an, wodurch sich Ihre Atmung verändert.

Ein weiterer Grund für Atemnot in der Schwangerschaft, der manche Frauen betrifft, ist ein starkes Anschwellen der Nasenschleimhäute. Die bessere Durchblutung, die Ihre Haut eventuell zum Leuchten bringt, kann auch dafür sorgen, dass das Luftholen durch die Nase schwer fällt. Dies kann besonders in der Nacht der Fall sein. Falls sich Ihr Mann beschwert, dass Sie jetzt vielleicht schnarchen, könnte dies dahinterstecken.

Das hilft bei Kurzatmigkeit

Damit Ihnen nicht so oft die Luft ausgeht, sollten Sie sich ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen. Überflüssiges Gewicht kann die Kurzatmigkeit nämlich noch verstärken. Sport, bei dem Sie noch extra aus der Puste kommen, sollten Sie jedoch meiden, sonst wird Ihnen eventuell schwindlig. Ein Yogakurs ist dagegen bestens geeignet, Ihre Atmung besser kontrollieren zu können. Das kann Ihnen auch zusätzlich während der Geburt helfen.

Nachts können Sie sich helfen, indem Sie erhöht, halb im Sitzen schlafen. Auch gute Durchlüftung und genügend Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer werden Ihre Nacht angenehmer machen.

Vorbeugend, aber auch wenn Sie schon unter Kurzatmigkeit leiden, kann es helfen, wenn Sie sich einmal am Tag für zehn Minuten in Ruhe hinsetzen und bewusst tief ein- und ausatmen. Dies kann Ihnen dabei helfen, zu entspannen, denn wenn Sie in Panik geraten, kann sich die Atemnot noch verschlimmern (siehe Infobox). Ihre Hebamme kann Ihnen noch mehr Atem- und Entspannungsübungen zeigen. Auch in den meisten Geburtsvorbereitungskursen sind derartige Übungen ein Thema.

Und schliesslich noch ein Tipp, der nicht nur bei Atemnot sondern allgemein in der Schwangerschaft empfehlenswert ist: Gönnen Sie sich genügend Ruhe und Auszeiten; das tut Ihnen und Ihrem Kind gut. Nehmen Sie Hilfe an und lassen Sie lieber einmal Ihren Mann bei der Hausarbeit aus der Puste kommen. Kurzatmigkeit kann nämlich auch ein Hinweis darauf sein, dass Sie es etwas ruhiger angehen sollten.

Eisenmangel und Kurzatmigkeit

Hinter der Kurzatmigkeit kann in manchen Fällen auch ein Eisenmangel stecken. Eisenpräparate sollten Sie nur in Absprache mit Ihrem Frauenarzt einnehmen. Er wird bei den Vorsorgeuntersuchungen ohnehin regelmässig Ihr Blut untersuchen und kann so eine Blutarmut feststellen. Vorbeugend können Sie darauf achten, dass viel rotes Fleisch, dunkle Beeren und grünes Blattgemüse auf Ihrem Speiseplan stehen.

Wenn zu der Kurzatmigkeit auch noch Brustschmerz, feuchte Hände oder Pulsrasen kommen, sollten Sie Ihren Arzt verständigen. Eventuell könnte dann eine andere Schwangerschaftskomplikation der Grund sein, die von einem Mediziner abgeklärt werden sollte.

Haben Sie schon vor der Schwangerschaft mit Atemproblemen zu tun, weil Sie Asthmatikerin sind, dann sollten Sie sich mit Ihrem Frauenarzt unterhalten, wie Sie mit der Atemnot umgehen. Viele Asthmatikerinnen haben übrigens in der Schwangerschaft weniger Probleme.

Wenn die Luft wegbleibt – das hilft im akuten Fall:

  • Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie plötzlich keine Luft mehr bekommen, kann Panik aufkommen. Machen Sie sich bewusst, dass hinter der Atemnot nichts Schlimmes steckt. Setzen Sie sich hin und kommen Sie zur Ruhe.
  • Ihr Oberkörper sollte gestreckt sein, sodass Ihre Lunge mehr Platz hat. Atmen Sie bewusst einige Male tief ein und aus und denken Sie an etwas Schönes. Geht es schon wieder besser?
  • Manchen Frauen hilft es, Notfalltropfen (Rescue remedy) zur Hand zu haben. Die kleine Flasche passt immer in Ihre Tasche.

Was sind Ihre Erfahrungen mit Kurzatmigkeit? Schreiben Sie uns. Hier geht es zum Kommentarbereich.

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