Juckreiz in der Schwangerschaft: Was dahinter steckt und was hilft

Vielleicht kennen Sie das: Ihre Haut fühlt sich an, als würden tausend Ameisen auf ihr entlangkrabbeln. Starker Juckreiz in der Schwangerschaft ist weit verbreitet und hat oft harmlose Ursachen. Es ist ein guter Grund, um Ihrer gedehnten Haut ein paar extra Streicheleinheiten zu gönnen.

Creme kann den Juckreiz in der Schwangerschaft lindern.

Gönnen Sie Ihrer Haut extra Streicheleinheiten, wenn sie juckt. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Ihre Haut leistet in der Schwangerschaft schwere Arbeit. Besonders in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft, wenn der Bauch immer dicker wird und Sie an Gewicht zunehmen, wird Ihre Haut stark gedehnt. Kein Wunder, wenn sie sich beschwert und anfängt, stark zu jucken. Neigen Sie ohnehin schon zu trockener Haut, können Sie eventuell besonders stark betroffen sein. Die schwangerschaftsbedingten Hormone sind ebenfalls an Hautveränderungen und Juckreiz schuld. Zusätzlich wird die Haut durch erhöhte Schweissproduktion in manchen Hautfalten gereizt. Betroffene Stellen können zum Beispiel die Haut unter der Brust oder in der Leistengegend sein.

Wann Sie zum Arzt sollten

Meist steckt hinter dem Juckreiz keine schwerere Krankheit. In sehr seltenen Fällen kann ein starker Juckreiz jedoch Hinweis auf eine Leberkrankheit sein, die sogenannte Schwangerschafts-Cholestase. Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann sie für das Baby lebensbedrohlich sein. Bei Cholestase tritt der Juckreiz in der Regel am ganzen Körper auf. Weitere Symptome können Übelkeit, Müdigkeit, weisslicher Stuhlgang oder Gelbsucht sein. Bei Verdacht kann Ihr Frauenarzt mit einem Bluttest herausfinden, ob Sie davon betroffen sind.

Auch bei grossflächigem Juckreiz mit Entzündung der Haut sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Es könnte sein, dass Sie unter einer Schwangerschaftsdermatose leiden. Dies ist zwar nicht gefährlich, aber Ihr Arzt kann Ihnen wirksame Mittel dagegen verschreiben.

Was Sie selbst gegen den Juckreiz tun können

Die meisten Juckattacken sind unspezifisch und harmlos, trotzdem können sie sehr unangenehm sein. Wer von juckender Haut betroffen ist, wird wissen, dass es sich wie ein «Juckschmerz» anfühlen kann. Neben Salben, die Ihnen Ihr Arzt verschreiben kann, gibt es auch einige Dinge, die Sie daheim zur Vorbeugung und Linderung durchführen können.

Kleidung aus natürlichen Materialien

Verzichten Sie auf alles, was Ihre Haut noch zusätzlich zur Schwangerschaft reizen kann. Dazu gehören zum Beispiel synthetische Stoffe. Kleidung aus Baumwolle oder anderen natürlichen Materialien, die zudem nicht zu eng am Körper anliegt, kann dazu beitragen, dass die Haut erst gar nicht zu jucken anfängt. Weichspüler kann sich ebenfalls negativ auf Ihre Haut auswirken oder Allergien auslösen. Es ist also besser, wenn Sie dies in der Schwangerschaft Ihrer Wäsche nicht hinzufügen und auch sonst ein mildes Waschpulver oder Waschnüsse verwenden.

Nicht zu heiss duschen

Versuchen Sie, alles zu vermeiden, was Ihre Haut austrocknet. Duschen oder baden Sie beispielsweise nicht zu oft, nicht zu lang und auch nicht zu heiss, denn all dies kann Ihre ohnehin schon gereizte Haut noch weiter strapazieren. Seife und Duschgels sorgen ebenfalls für trockene Haut. Am besten wäre es, wenn Sie ganz darauf verzichten würden. Da viele Frauen in der Schwangerschaft jedoch auch zu Hitzewallungen und Schweissausbrüchen neigen, kann es sein, dass Ihnen das nicht angenehm ist. In diesem Fall sollten Sie zumindest nur sehr milde, nichtalkalische Seifen oder rückfettende Waschlotionen verwenden.  

Fettreiche Creme verwenden

Trocknen Sie sich nach dem Baden oder Duschen vorsichtig mit einem Handtuch ab. So verlockend der Gedanke auch ist: Eine Büstenmassage lindert zwar kurzfristig den Juckreiz, danach sind die Symptome aber um so schlimmer. Gönnen Sie Ihrer Haut nach dem Waschen etwas Gutes und verwöhnen Sie sie mit einer fettreichen Creme. Am besten eignet sich für die meisten Fälle von starkem Juckreiz eine harnstoffhaltige Lotion (Urea).

Apfelessig kann Wunder bewirken

Ein Hausmittel gegen die juckende Haut ist der Tipp, sich nach dem Duschen mit einem in Apfelessig getränkten Waschlappen abzureiben. Wenn der Essig auf Ihrer Haut brennt, sollten Sie ihn nach ein paar Minuten abwaschen. Ansonsten können Sie ihn auch auf der Haut lassen.

Viel Wasser trinken

Auch in Ihrer Ernährung sollten Sie auf mildes Essen achten. Stark gewürzte Mahlzeiten können Ihre Haut beeinflussen. Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee können die Symptome verstärken. Viel Wasser trinken, kann sich dagegen positiv auf die Haut und damit Ihr Wohlbefinden auswirken.

Psychische Probleme lösen

Manchmal kann der Auslöser für den Juckreiz auch psychisch bedingt sein oder Probleme und Stress können die juckende Haut noch verschlimmern. Haben Sie vielleicht Angst vor der Geburt oder machen sich Sorgen um die Zukunft und das Leben mit Kind? Ein Gespräch mit Ihrer Hebamme oder einer anderen Vertrauensperson kann helfen, Sie und damit Ihre Haut zu beruhigen.

Wie auch immer Sie mit dem Juckreiz in der Schwangerschaft umgehen: Nach der Schwangerschaft ist es bei den allermeisten Frauen auch mit den Juckanfällen vorbei. Machen Sie sich das besonders bewusst, wenn es gerade mal wieder ganz schlimm juckt.

Dehnungsstreifen

Neben starkem Juckreiz kann es durch die Hautveränderungen in der Schwangerschaft auch zu Schwangerschaftsstreifen kommen. Es ist bis heute umstritten, ob man Dehnungsstreifen wirkungsvoll vorbeugen kann. Diese Dinge können jedoch helfen:

  • Cremen Sie den Bauch ein- oder zweimal täglich mit einer Spezialcreme oder Babyöl ein.
  • Eine Bürstenmassage stärkt das Bindegewebe. Dazu entweder mit einem Massagehandschuh den Bauch reiben oder die Haut zart zupfen, das heisst die Haut zwischen dem Daumen und Zeigefinger leicht hin- und herrollen.

Sie haben Erfahrungen mit juckender Haut in der Schwangerschaft? Schreiben Sie uns. Hier geht es zum Kommentarbereich.

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