Facebook Pixel
Schwangerschaft > Geburt

Beckenendlage: So motivieren Sie das Baby, sich doch noch zu drehen

Um die 30 Schwangerschaftswoche herum drehen die meisten Babys sich in die geburtsfreundliche Position: mit dem Kopf nach unten. Doch es gibt auch Babys, die in der Beckenendlage bleiben, sodass der Kopf nach oben und der Po nach unten zeigt. Dann ist oft ein Kaiserschnitt notwendig. Doch bis zur 36. Schwangerschaftswoche können einige Methoden das Baby dazu bewegen, sich doch noch zu drehen.

Bei einer Beckenendlage kann Akupunktur unterstützend sein.

Bei der Beckenendlage können gewisse Techniken das Baby zum Drehen animieren. Manche kann die Schwangere selbst durchführen. Bild: Ziga Plahutar, Getty Images

Alles Wichtige zur Beckenendlage in Kürze: 

  • Bei der Beckenendlage oder auch Steisslage liegt das Baby mit dem Kopf nach oben und dem Po nach unten im Mutterleib.
  • Normalerweise drehen sich die Babys bis zur 36. Schwangerschaftswoche mit dem Kopf nach unten.
  • Ursachen für die Beckenendlage sind eine untypische Form der Gebärmutter oder die Grösse des Babys. Mehr erfahren. 
  • Eine natürliche Geburt ist auch bei einem Baby in Beckenendlage möglich, bringt jedoch mehr Risiken mit sich als ein Kaiserschnitt. 
  • Mithilfe von Praktiken wie der äusseren Wendung sowie Yoga-Übungen und Akupunktur kann versucht werden, das Baby zum Drehen zu animieren. Lesen Sie hier mehr zum Thema. 

Was ist die Beckenendlage und bis wann kann sich das Baby drehen? 

Von der Beckenendlage spricht man, wenn der Kopf des Babys im Mutterleib oben ist und der Po nach unten zeigt. Die Beckenendlage wird auch Steisslage genannt. Etwa fünf Prozent aller Babys liegen am errechneten Geburtstermin in der Beckenendlage. Normalerweise begeben sich die meisten Babys um die 30. Schwangerschaftswoche herum in die Startlage für die Geburt: Sie drehen sich mit dem Kopf nach unten. Aber nicht alle Babys sind überzeugt, dass es nur einen richtigen Weg nach draussen gibt. Da es nach der 36. Schwangerschaftswoche in der Gebärmutter jedoch recht eng wird, kann schwierig werden, wenn sich ein Baby dann noch drehen möchte. Laut Netdoktor drehen sich circa 5 Prozent der Babys vor der Geburt nicht mehr mit dem Kopf nach unten.

Ursachen: Wie kommt es zur Beckenendlage?

Gründe für die Beckenendlage können eine untypische, herzförmige Form der Gebärmutter, eine verminderte  oder überdurchschnittliche Menge an Fruchtwasser, die Grösse des Babys oder gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter – sogenannte Myome – sein, so die Experten des Universitätsklinikums Bonn. Weitere Gründe sind laut dr-gumpert.de Missbildungen, Abweichungen der Kopfform, eine zu kurze Nabelschnur oder gar eine Nabelschnurumschlingung. Auch wird angenommen, dass grosse psychische und physische Belastungen, die zu vermehrtem Stress führen, die Beckenendlage begünstigen. Wissenschaftlich bewiesen ist dies allerdings nicht. 

Es gibt zudem verschiedene Risikogruppen, bei denen die Beckenendlage öfter vorkommt. So geht man davon aus, dass die Tendenz zur Beckenendlage vererbbar ist. Wenn Sie oder Ihr Mann also selbst schon eine Beckenendlagengeburt waren, kann es sein, dass dies auch bei Ihrem Kind wieder auftritt. Auch bei Mehrlingsgeburten kann es sein, dass mindestens ein Baby eine geburtsunfreundliche Haltung einnimmt, weil nur wenig Platz vorhanden ist. In mehr als der Hälfte aller Fälle ist aber kein Grund ersichtlich, warum sich das Kind nicht dreht.

Risiken und mögliche Folgeschäden durch Beckenendlage 

Wird ein Baby spontan aus der Beckenendlage geboren, kommt der Kopf als letztes auf die Welt. Es besteht daher ein erhöhtes Risiko, dass es zu Sauerstoffmangel und damit einhergehenden Folgeschäden beim Neugeborenen kommt. In neun von zehn Fällen wird deshalb heute bei einer Beckenendlage ein Kaiserschnitt gemacht. Mehr dazu hier. Dies liegt nicht nur an dem höheren Risiko bei der Geburt, sondern auch daran, dass immer weniger Geburtshelfer Erfahrungen mit Vaginalgeburten bei Beckenendlage haben.  

Beckenendlage: Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt? 

Wenn Sie trotz Beckenendlage natürlich entbinden möchten, sollten Sie sich ein Spital suchen, das sich ausreichend mit solchen Geburten auskennt. In einem Spital, das sich auf Beckenendlagengeburten spezialisiert hat, wird man Sie ausführlich beraten und Risikofaktoren mittels Ultraschall und Beckenmessung bestimmen. Bei manchen Frauen spricht nichts dagegen, es auch bei Beckenendlage mit einer Spontangeburt zu versuchen. Ob es sich um eine Erstgebärende handelt oder die Frau schon einmal geboren hat, hat darauf übrigens keinen Einfluss, so das Spital Thurgau.   

Bei gewissen Ausgangsbedingungen und Risiken wird man Ihnen jedoch zu einem Kaiserschnitt raten. Dazu gehört zum Beispiel ein enges Becken der Frau, aber auch ein sehr niedriges oder sehr hohes Gewicht des Babys.

Geburtsverlauf bei Beckenendlage

Bei einer Beckenendlagengeburt begibt sich die Schwangere meist in die Vierfüsslerstellung. In diesem Video vom Spital Thurgau wird gezeigt, wie das Baby in einem solchen Fall zur Welt kommt. 

Baby bei Beckenendlage mit äusserer Wendung drehen

Wenn sich das Baby bis zur 36. Schwangerschaftswoche nicht dreht, wird Ihr Arzt Ihnen eventuell zu einer sogenannten äusseren Wendung raten, wodurch sich das Baby in die gebärfreundliche Position begeben soll. Dies wird im Spital durchgeführt, da bei Komplikationen das Ungeborene sofort durch Kaiserschnitt geboren werden muss. Geburtshelfer versuchen dabei, das Kind von aussen zu einer Rückwärtsrolle zu animieren, indem ein Arzt den Po des Kindes aus dem Becken hebt und ein zweiter Arzt versucht, das Baby zu drehen. In seltenen Fällen kann es dabei zu einer Ablösung des Mutterkuchens oder einer Nabelschnurumschlingung kommen. Die Erfolgsquote liegt etwa bei 50 Prozent und ist etwas höher, wenn die betroffene Frau schon eine Vaginalgeburt hatte.

Was Sie bei Beckenendlage tun können

Es gibt eine ganze Reihe von sanften Methoden, die eine Drehung des Babys bei Beckenendlage anregen sollen. Wissenschaftlich erwiesen ist der Erfolg dieser Methoden nicht, aber ein Versuch schadet weder Mutter noch Kind. 

Übungen bei Beckenendlage

Indische Brücke: Eine Übung, die das Baby dazu bringen soll, sich zu drehen, ist die «indische Brücke». Becken und Bauch werden hierbei zweimal täglich für etwa 10 Minuten hochgelagert. Hier lesen Sie mehr über die «indische Brücke» bei Steisslage.

Weitere Yoga-Übungen, die das Baby dazu animieren sollen, sich zu drehen, sind «der Frosch», «der liegende Held» und «die Tigerin». Die Anleitungen dazu finden Sie bei Myyogamaya

Atemtechnik

Zilgrei-Methode: Empfohlen wird auch die Zilgrei-Methode, eine spezielle Atemtechnik mit leichter Massage. Lassen Sie sich hierbei von einer Hebamme beraten. Während dem Einatmen schieben die über dem Schambein verschränkten Finger den Bauch nach oben. In der Atempause wird der Bauch dann festgehalten und während des Ausatmens sinken Hand und Bauch wieder nach unten. 

Alternative Methoden

Moxibustion: Regelmässig angewendet wird Moxibustion, eine Methode der traditionellen chinesischen Medizin. Dabei wird ein bestimmter Akupunkturpunkt am kleinen Zeh mit der Wärme einer sogenannten Moxa-Zigarre behandelt, wodurch sich die Kindsbewegungen verstärken sollen. 

Akupunktur und Haptonomie: Auch Akupunktur wird von manchen Hebammen und Heilpraktikern durchgeführt. Haptonomie ist ebenfalls eine Möglichkeit, mit dem Ungeborenen in Kontakt zu treten und es zur Drehung zu bewegen. Hierbei handelt es sich um eine Kontaktaufnahme mit dem Kind im Mutterleib durch die Hand an der Bauchdecke. 

Lichtwende: Manche Frauen hatten Erfolg, indem sie eine Taschenlampe (oder alternativ eine kleine Glocke) einmal täglich vom Kopf des Kindes langsam zum Schambein geführt haben. Damit soll die Neugier des Kindes angesprochen werden und es soll mit dem Kopf dem Licht oder dem Geräusch folgen.

Querlage

Nebst der Beckenendlage und der geburtsfreundlichen Schädellage gibt es auch noch die Querlage. Wie der Name schon sagt, liegt das Baby dabei quer im Bauch – Kopf und Füsse befinden sich auf einer Höhe. In diesem Fall wird fast immer ein Kaiserschnitt durchgeführt. Einzige Ausnahme: Falls es nicht die erste Geburt ist, kann kurz vor der Entbindung noch eine äussere Wendung versucht werden.