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Dein Kind, 17,5 Monate alt: Zeit zum Nuggi abgewöhnen – und wie lange ihr wirklich habt

Mit gut 17 Monaten lohnt es sich, über den Abschied vom Nuggi nachzudenken. Ein Grund zur Eile besteht nicht, ein Grund zum Anfangen schon: Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO empfiehlt, dass sich Kinder spätestens mit drei Jahren vom Nuggi lösen [1]. Je früher die Nuggi-Zeiten kürzer werden, desto leichter fällt der Abschied später. Bei den meisten Kleinkindern ist die Abgewöhnung ein längerer Prozess.

Irgendwann ist der richtige Zeitpunkt zum Nuggi abgewöhnen gekommen.
Ab jetzt darf die Zeit am Nuggi kürzer werden. Der Abschied selbst hat noch etwas Zeit. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Entwicklung deines Kindes: Das Laufen lernen geht weiter

Mit gut 17 Monaten wird dein Kind im Laufen immer sicherer. Beim Gehen und Rennen braucht es die Arme meist nicht mehr zum Ausbalancieren. Ist dein Kind noch nicht so weit, helfen Kinderlieder zum Mittanzen der motorischen Entwicklung. Im Schweizer Gesundheitsheft steht das freie Gehen als Schritt zwischen dem 9. und 18. Monat, und bei der 18-Monats-Untersuchung wird erwartet, dass ein Kind ohne Hilfe geht [4]. Läuft dein Kind bis dahin nicht frei, gehört das an diesem Termin auf den Tisch.

Wahrscheinlich stellst du jetzt fest, dass dein Kind sehr viel von dem versteht, was du zu ihm sagst. Das merkst du zum Beispiel daran, dass das Spiel «Wo ist die Nase?» nun sehr beliebt ist.

Auch die eigenen Sprechversuche klappen inzwischen immer besser. Gehört bei deinem Kleinkind schon das Wort «Nein» zum Repertoire? Viele Kinder mit fast anderthalb Jahren lieben dieses Wörtchen und sagen es ständig. Damit dein Kind nicht allzu sehr von übermässigem Neinsagen betroffen ist, verwende es selbst nur sparsam, auch wenn es dir wahrscheinlich oft auf der Zunge liegt. Ein Nein lässt sich auch anders formulieren. Statt «Nein, tu das nicht.» kannst du die Aufmerksamkeit umlenken: «Guck doch mal, was ich hier habe».

Und hier hängen die beiden Themen dieser Woche zusammen: Der Nuggi redet beim Sprechenlernen mit. Kinder, die ständig mit dem Sauger im Mund sprechen, gewöhnen sich dabei falsche Techniken an [1][3]. Wer die Nuggi-Zeiten jetzt verkürzt, tut das also nicht nur für den Kiefer. Zur Orientierung für die anstehende 18-Monats-Untersuchung: Benutzt dein Kind mit rund 18 Monaten noch keine drei bis zehn Wörter, sprich das bei deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt an [4].

Tipps für Eltern: So gewöhnst du den Nuggi ab

Nimmt dein Kleinkind den Nuggi, kannst du jetzt langsam überlegen, wie ihr den Schnuller abgewöhnen wollt. Der Grund liegt im Kiefer, nicht in einem Loch im Zahn. Durch das Nuckeln drückt der Sauger dauerhaft auf das wachsende Gebiss. Kieferfehlstellungen wie ein vorne offener Biss hängen bei Dreijährigen mehrheitlich mit den Sauggewohnheiten zusammen [1]. Was in vielen Ratgebern untergeht: Solche Fehlstellungen sind meist nicht für immer. Wer die Sauggewohnheit aufgibt, bevor die bleibenden Zähne durchbrechen, hat gute Chancen, dass sie sich von selbst zurückbilden [1]. Was der Nuggi mit der Zahnstellung genau macht, haben wir separat aufgeschrieben.

Beim Kariesrisiko lohnt sich eine Unterscheidung. Hauptursache von Karies bis zum zweiten Geburtstag sind zuckerhaltige Getränke, besonders wenn Kinder sie aus der Saugflasche trinken [3]. Zum Kariesrisiko wird der Nuggi dort, wo er in Honig, Sirup oder Saft getaucht wird. Für die Zähne gilt die einfache Regel: ohne Zucker keine Karies [2]. Das Zähneputzen ab dem ersten Zahn bleibt davon unberührt.

Gegen einen abrupten Entzug spricht noch etwas: Vier von fünf Kindern haben ein Saugbedürfnis, ob am Nuggi, am Daumen, am Stofftier oder am Zipfel der Decke [1]. Von diesen Möglichkeiten gilt der Nuggi als die beste, weil er sich einfacher abgewöhnen lässt als der Daumen [1]. Wer ihn zu früh und zu hart wegnimmt, tauscht ihn womöglich gegen etwas Hartnäckigeres ein.

Schritt für Schritt: die Nuggi-Zeit verkürzen

Zunächst empfiehlt es sich, den Nuggi zu reduzieren. Biete ihn nie von dir aus an, sondern warte, bis dein Kind danach verlangt [1]. Braucht es ihn gerade nicht, kann er in eine Dose wandern. Dann liegt er nicht herum und lädt nicht zum Nuckeln aus Langeweile ein [1]. Bewährt hat sich auch, gemeinsam feste Orte oder Zeiten abzumachen: im Bett, im Auto, im Kinderwagen [1]. Manchen Kindern hilft ein Teddy oder ein Schmusetuch als Ersatz. Diese erste Phase eignet sich gut, um ein solches Ersatzobjekt einzuführen.

Der endgültige Abschied

Irgendwann folgt die endgültige Trennung. Zwei Wege raten Fachleute ausdrücklich ab: den Nuggi einfach wegnehmen oder ihn für eine schnelle Entwöhnung mit eklig schmeckenden Gels bestreichen [1]. Dein Kind sollte vorbereitet sein und den Zeitpunkt im besten Fall selbst wählen [1]. Rituale erleichtern das Loslassen. Manche Familien übergeben die Nuggis der Nuggi-Fee, andere geben sie dem Samichlaus oder dem Osterhasen mit, die im Tausch ein Geschenk dalassen [1]. Oder ihr pflanzt den Nuggi im Garten ein und wartet gemeinsam auf den Schnullerbaum, an dem kleine Geschenke wachsen. Kommt in Familie oder Freundeskreis ein Baby zur Welt, kannst du deinem Kind auch erklären, dass das Kleine die Nuggis jetzt braucht.

Rechne mit ein paar unruhigen Nächten, wenn dein Kind schliesslich ganz auf den Nuggi verzichtet. Verschiebe die Abgewöhnung deshalb, wenn dein Kind tagsüber ohnehin viel Neues zu verarbeiten hat: der Start in der Krippe, ein neues Geschwisterchen, ein Umzug.

Wann du zahnärztlich abklären lässt

Ab zwei Jahren kannst du dein Kind zum ersten Mal zum Zahnarzt bringen, danach gehört eine jährliche Kontrolle dazu [2]. Wenn dich die Zahnstellung beunruhigt, ist dieser Termin der richtige Ort dafür. Ernst wird es, sobald die bleibenden Zähne kommen: Nuckeln oder Daumenlutschen hinterlässt dann meist Spuren im Gebiss, die spezialisierte Zahnärztinnen und Zahnärzte korrigieren müssen [1]. Bis dahin bleibt Zeit. Sie wird aber knapper, denn je älter das Kind, desto schwieriger fällt die Abgewöhnung [1].

Quellen

  1. Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO: Tschüss, Nuggi. Abgerufen am 18.08.2026.
  2. IG Mundgesundheit Schweiz (Trägerschaft SSO, Swiss Dental Hygienists, elmex Forschung): Babies und Kinder – Gesunde Kinderzähne. Abgerufen am 18.08.2026.
  3. Bonifer R.: Gesunde Zähne von Anfang an. Was sollte der Pädiater wissen? Referat von Dr. med. dent. Cornelia Filippi, Schulzahnklinik Basel, an der PaedArt Basel. Pädiatrie 1/18, S. 36–38. Abgerufen am 18.08.2026.
  4. pädiatrie schweiz: Gesundheitsheft (PDF), Ausgabe 2021. Abgerufen am 18.08.2026.

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