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Dein Kind, 16,5 Monate alt: Wann soll mein Kind trocken werden – und was jetzt schon hilft?

Möchte dein Kind mit 16 Monaten schon wissen, was passiert, wenn du auf die Toilette gehst? Dann wird das Trockenwerden langsam zum Thema – vorerst als Neugier, noch nicht als Übung. Körperlich ist dein Kind mit gut einem Jahr nämlich in aller Regel noch weit davon entfernt, Blase und Darm bewusst zu steuern.[1]

Das Trocken werden ist ein längerer Prozess.
Irgendwann wird es Zeit, sich von der Windel zu verabschieden. Foto: Ryan McVay, Photodisc, Thinkstock

Entwicklung deines Kindes: Mittelpunkt der Welt

Mit gut 16 Monaten hält sich dein Kind noch für das Zentrum seines kleinen Universums. Es geht davon aus, dass alle Spielsachen nur für es da sind. In diesem Alter kannst du noch nicht erwarten, dass dein Kind einen Begriff von Mein und Dein hat. Auch mit dem Teilen ist es noch überfordert. Hält ein anderes Kind im Sandkasten die Schaufel in der Hand, die deines gerade möchte, wird es versuchen, sie sich zu holen. Wenn du ihm immer wieder zeigst, was Teilen bedeutet, versteht es mit der Zeit, dass es einem anderen Kind die Schaufel nicht einfach wegnehmen kann. Mit 16 Monaten musst du allerdings noch vermitteln. Dass es dabei laut und heftig werden kann, gehört dazu – wie du damit umgehst, liest du im Beitrag zur Trotzphase.

Feinmotorisch ist dein Kind jetzt oft so weit, dass es Buchseiten in Pappbilderbüchern selbst umblättern kann. Auch sonst will es immer mehr Dinge selbst machen und hat seinen eigenen Willen. Vielleicht fällt dir das besonders bei den Mahlzeiten auf: Manche Kinder haben nun sehr ausgeprägte Vorlieben und Abneigungen. Das ist normal. Gerade im Kleinkindalter werden unbekannte Lebensmittel häufig abgelehnt, und es braucht Zeit und mehrmaliges Probieren, bis ein neuer Geschmack angenommen wird.[4] Biete die ungeliebten Nahrungsmittel deshalb ruhig immer wieder an – ohne Druck.[4]

Trocken werden ohne Stress: Was mit 16,5 Monaten realistisch ist

Wahrscheinlich hast du mindestens schon einmal die Frage beantworten müssen, ob bei deinem Kind die Windel schon weg ist. Oft sind es ältere Damen, die gern darauf hinweisen, dass früher Babys spätestens zum ersten Geburtstag trocken waren. Lass dich davon nicht verunsichern.

Trocken werden ist kein Erziehungsergebnis, sondern ein körperlicher Reifungsprozess: Gehirn, Nervensystem und Muskulatur müssen erst so weit sein, dass dein Kind Blase und Darm bewusst kontrollieren kann. Beschleunigen lässt sich dieser Prozess nicht.[1] Kinder unter 18 Monaten sind körperlich meist noch gar nicht in der Lage, ein Töpfchen zu benutzen, und die meisten beginnen erst im Verlauf des dritten Lebensjahrs damit; einige lernen es mit zwei Jahren, andere erst mit vier.[1] In der Fachliteratur wird die Blasenkontrolle deshalb ausdrücklich als Folge der Reifung und nicht als Trainingserfolg beschrieben.[3] Das «grosse Geschäft» landet dabei meist etwas früher zuverlässig im Töpfchen als das Pipi.[2]

Woran du merkst, dass dein Kind so weit ist

Statt auf ein bestimmtes Alter zu schauen, achtest du besser auf die Zeichen deines Kindes. Meist mehren sie sich im Verlauf des zweiten und dritten Lebensjahrs:[2]

  • Dein Kind interessiert sich verstärkt für die Toilette und will dich begleiten.
  • Es macht dich mit Worten («Windel voll», «Kacka machen») oder mit Gesten auf eine volle Windel aufmerksam.
  • Es möchte sich von sich aus aufs Töpfchen oder auf die Toilette setzen.

Zeigt dein Kind mit 16,5 Monaten schon Interesse, darfst du das durchaus unterstützen – erwarte aber nicht zu viel und erzwinge nichts. Ein festes Töpfchen-Programm bringt in diesem Alter nichts: Ein Kind ständig aufs Töpfchen zu setzen, beschleunigt das Trockenwerden nicht, sondern kann Stress und Angst vor dem Toilettengang auslösen.[2] Druck kann den Prozess sogar verzögern und zu Verstopfung führen.[1]

Was du jetzt schon tun kannst

Was in diesem Alter hilft, ist nicht Üben, sondern Vertrautmachen:

  • Nimm dein Kind mit auf die Toilette, wenn dir das recht ist. Kinder lernen durch Nachahmen.
  • Erzähl beiläufig, was du gerade tust und wofür die Toilette da ist.
  • Stell ein Baby-Häfi hin, das standsicher und bequem zum Sitzen ist. Am Anfang darf sich dein Kind ruhig mit Kleidern daraufsetzen.[2]
  • Ob Töpfchen oder Toilettenaufsatz: Überlass die Wahl deinem Kind.[2]
  • Wähle Hosen, die dein Kind später selbst herunterziehen kann.[2]
  • Lob jeden kleinen Schritt und schimpf nicht, wenn etwas danebengeht.[2]

Wie du dein Kind später Schritt für Schritt begleitest, liest du im Ratgeber Trocken werden: mit Töpfchentraining und Ritualen die Windel loswerden. Und wenn du schon im Babyalter möglichst ohne Windel auskommen möchtest, findest du das Vorgehen im Beitrag zum Abhalten.

Wann du mit der Kinderärztin sprichst

Bis zum fünften Geburtstag gilt es medizinisch als normal, wenn ein Kind noch einnässt.[3] Von Bettnässen spricht man erst, wenn ein Kind den fünften Geburtstag hinter sich hat, regelmässig mindestens zweimal im Monat nachts einnässt und Grunderkrankungen ausgeschlossen sind.[2] Mit 16,5 Monaten gibt es also keinerlei Grund zur Sorge um den Zeitplan.

Melde dich trotzdem in der Kinderarztpraxis, wenn dein Kind beim Wasserlassen Schmerzen hat oder auffällig oft muss, wenn es harten oder schmerzhaften Stuhl absetzt, wenn es nach einer längeren trockenen Phase wieder einnässt oder wenn du dir Sorgen um seine Entwicklung machst. Was bei älteren Kindern hilft, steht im Ratgeber Gute Nacht – trotz Bettnässen.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Trocken- und Sauberwerden, gesundheitsinformation.de (abgerufen am 09.08.2026).
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Trocken- und Sauberwerden, kindergesundheit-info.de, Stand 22.01.2026 (abgerufen am 09.08.2026).
  3. T. J. Neuhaus, S. Shavit: Enuresis nocturna und Inkontinenz tagsüber, Kispi-Wiki des Kinderspitals Zentralschweiz (Kontinenz-Zentrum Kinderspital Luzern), Version 06/2018 (abgerufen am 09.08.2026).
  4. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) / Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern (PDF), Kapitel «Kinder lernen essen» (abgerufen am 09.08.2026).

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